Drei von insgesamt neun Bands erhalten die Chance auf den großen Auftritt. Gestern, eine Woche nach dem ersten Soundcheck, wurde der erste Gewinner bekannt gegeben und die Show ging weiter – diesmal mit der Kategorie Pop. Was man mit einer Million Wassereis macht und wie alt man ohne Strom im neuen Fernsehstudio der Hochschule aussieht, erfahrt ihr in unseren Interviews.

Fette Bässe und eindringliche Beats lieferte letzte Woche der erste der drei 99drei Soundchecks: Urban. Jede der Bands hoffte auf den Sieg im Voting und damit auf den Platz auf der Mainstage des Campusfestivals am 9. und 10. Juni. Ihr habt abgestimmt und die Gewinner sind die „Phaenotypen“ aus Worpswede bei Bremen. Ihr Alleinstellungsmerkmal ist ihr mobiles Musiklabor, denn sie bieten eine Mischung aus Reggae, Punk-Rock, Dancehall und Klängen aus dem Orient.

Alles andere als Eißzeit im Publikum

Schon vor der Tür des neuen Fernsehstudios war die Vorfreude auf poppige Musik zu erkennen. Viele warteten auf den Einlass zum 99drei Soundcheck um 19:30 Uhr. Leider weckte das Campusfestival mit einem Facebook-Post bei vielen Interessierten falsche Hoffnungen: Durch das Liken und Teilen des Beitrags konnte ein Platz im Studio gewonnen werden. Es wurde jedoch nur den zehn Gewinnern eine persönliche Nachricht geschickt, alle Anderen blieben unwissend. Auch durch große Bemühungen des Teams war nichts zu machen, das Studio war voll besetzt. Als Wiedergutmachung wurde den enttäuschten Besuchern jedoch ein exklusiver Gästelistenplatz beim nächsten Soundcheck angeboten. Im medienMITTWEIDA-Interview hat „Warm-Upperin“ Carolin Beier nicht zu viel versprochen. Wenn auch kurz, machte sie mit ihrer Kollegin Kerstin Schnare und Special Guest Alexander Betz, alias Ben David, Stimmung im Studio. Besser abgestimmt hatte sich im Vergleich zur letzten Woche das Moderatorenpaar Bente Pohlmann und Philipp Knoche. Auch wenn der „MDR Sputnik“-Moderator immer noch präsenter wirkte als seine Kollegin, schienen sich die beiden diesmal besser abgesprochen zu haben. Sehr sympathisch und professionell betreuten sie so ihre Gäste auf der Couch und der Bar in der Studiokulisse. Diese bebte bei den Rhythmen der Band „Eißzeit“ am meisten. Sängerin Elise Eißmann brachte ordentlich Bewegung ins Publikum und machte den Auftritt ihrer Band zu einer einzigen Party. Die Frontfrau begeisterte durch ihre kraftvolle Stimme gepaart mit energiegeladener Bühnenpräsenz.

Die Gewinner der drei Soundchecks „Urban“, „Pop“ und „Rock“ dürfen mit den Headlinern LOT, Lance Butters und RONNY TRETTMANN auf die große Bühne.

Wer auf dem Campusfestival Mittweida die Popmusik vertritt, entscheidet ihr. Für diese drei Bands könnt ihr diese Woche abstimmen:

Elephants on tape 

Sängerin Lisa Zwinzscher von Elephants on tape.

Sängerin Lisa Zwinzscher von Elephants on tape.

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medienMITTWEIDA: Mal angenommen, ihr wärt eine Pizza – wie wäre sie belegt?

Elephants on tape:

„Mit Käse überbacken und man weiß gar nicht so genau, was darunter alles steckt. Man muss quasi tiefer hineingehen, sie erstmal aufschneiden und sich Zeit nehmen, um herauszubekommen, was auf dieser Pizza drauf ist. Am Schluss ist sie natürlich sehr lecker.“

medienMITTWEIDA: Wo seht ihr euch in fünf Jahren?

Elephants on tape:

„Wir wollen einen Tour-Koch, der fährt dann unseren Bus… und ist vielleicht doch lieber eine KöchIN.“

Eißzeit

Während dem Aufrtitt der Band Eißzeit.

Während des Auftritts der Band Eißzeit.

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medienMITTWEIDA: Was ist für dich Pop?

Sängerin Elise Eißmann von Eißzeit:

„Pop ist für mich total viel. Pop ist einfache Musik, die ziemlich direkt Leute anspricht und direkt berührt. Also ich finde, es ist Mut zur Einfachheit.“

medienMITTWEIDA: Was würdet ihr tun, wenn ihr eine Million Wassereis hättet?

Eißzeit:

„Eine Riesen-Eißzeit-Party machen, das liegt doch auf der Hand, oder? Das wäre sowieso mal eine Idee, beim Record Release einfach ganz viel Eis verschenken! „

2ersitz

2ersitz waren an diesem Abend zu  viert.

2ersitz waren an diesem Abend zu viert.

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medienMITTWEIDA: Ihr heißt 2ersitz, seid aber sieben Bandmitglieder. Wie macht ihr das? Stapelt ihr euch?

Johannes Reinecke alias Joke von 2ersitz:

„Nein. Es geht ja viel mehr um das Metaphorische, was der 2ersitz mitbringt. Es geht darum, eine Möglichkeit zu bieten, sich kennenzulernen und das macht auch die Musik. So, wie wenn man in einen Bus einsteigt und sich neben einen wildfremden Menschen setzt. Das Gefühl, jemanden komplett Fremden kennenzulernen – das ist, was auf dem 2ersitz passiert.“

medienMITTWEIDA: Gibt es bei den Liedern, die ihr produziert, das besondere Etwas, was ihr braucht, damit der Titel fertig ist?

Johannes Reinecke alias Joke von 2ersitz:

„Ein Lied ist nie fertig. Ich spiele manche Lieder seit sechs Jahren und es ist immer etwas Anderes. Bei Proben und durch neue Leute kommt immer etwas Neues dazu. Eindrücke anderer fließen in die Songs mit ein. Ein Lied ist nicht fertig, ein Lied reift.“

Hinter den Kulissen

Auch an diesem Abend waren wir für euch Backstage unterwegs und haben mit dem leitenden Techniker Joscha Meyerhoff gesprochen. Sein Job:

Technischer Leiter Joscha Meyerhoff vor der Studiokulisse.

Technischer Leiter Joscha Meyerhoff vor der Studiokulisse.

Planung und Umsetzung der Veranstaltung von technischer Seite

Sicherheit am Set

Schnittstelle zwischen Gestaltern und Techniker

Austausch mit anderen Teamleitern

 

Als Hauptverantwortlicher für den Bereich Technik ist er aber nicht allein. Sein Team besteht aus Video-, Licht- und Tontechnikern und steht ihm zur Seite. Dass alles mit rechten Dingen zugeht, darauf achten die betreuenden Professoren. Eine gut funktionierende Kommunikation ist an dieser Stelle besonders wichtig.

“Wir müssen alle auf dem aktuellsten Stand sein und stehen deshalb ständig im Austausch mit den Regisseuren, Redakteuren und den Kameraleuten. Wir als Techniker überlegen mit den inhaltlich Gestaltenden, wie wir die kreativen Ideen am besten in die Tat umsetzen.”

Bereits beim ersten Soundcheck musste Joscha für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Was hätte denn da besser laufen können?

„Beispielsweise gab es kleinere Probleme im sehr komplexen Tonnetzwerk. Die neue Technik ist klasse, aber wie bei allem was neu ist, gibt es kleinere und manchmal auch größere Probleme. Wir müssen uns an das neue Studio gewöhnen.“

Was kann denn generell so alles schief gehen?

„Wenn zum Beispiel das Lichtsystem aussteigen würde, und alle ins Dunkle starren, würden mein Team und ich ganz schön blöd da stehen. Ärgerlich wäre auch, wenn uns der zentrale Medienserver mit den Mitschnitten der Sendung kurz vor Ende der Produktion braucht oder das Tonnetzwerk sich entschließt, heute mal nicht zu funktionieren. Dies wären Probleme, die Zeit bräuchten. Zeit, die wir im laufenden Sendebetrieb nicht haben.“

Läuft alles! Er scheint stolz und zufrieden mit seiner bisherigen Arbeit zu sein. Während der Show postete er auf Facebook:

Spaß bei seiner Arbeit - technischer Leiter Joscha Meyerhoff  scheint seine Arbeit  zufriedenzustellen.

Abstimmen könnt ihr für euren Favoriten auf www.campusfestival-mittweida.de.

Text: Tiffany Zimmermann, Christina Clasohm. Audio: 99drei Radio Mittweida. Fotos: Louisa Bandura, Christine Wolf.