Die Wirtschaftskrise ist zurzeit in allen Medien präsent und macht auch vor den Profifußballvereinen keinen Halt. Gerade in England ist die Situation sehr schwierig. Die großen Vereine Manchester United, FC Liverpool, Arsenal London und der FC Chelsea haben zusammen 1,5 Milliarden Euro Schulden. Das ist für englische Verhältnisse auch in Nichtkrisenzeiten normal, jedoch sind dann die Großaktionäre hinter den Klubs zahlungsfähig. Auch dem bisher standhaften und Milliarden schweren Chelsea Besitzer Roman Abramovich wird sein Spielzeug in London langsam zu teuer. Laut Epochtimes hat Abramovich durch die Wirtschaftskrise ein Viertel seines Vermögens verloren und sucht nun verstärkt Investoren, die ihn bei seinem 500 Millionen Euro Darlehen an den Fußballklub unterstützen.
Prekärer ist die Situation derzeit für Newcastle United. Der Klub von Ex-Topstürmer Michael Owen steht nach dem Abstieg in Liga 2 zum Verkauf. Eigentümer und Einzelhandelsmillionär Mike Ashley möchte sich aufgrund seiner Verluste während der Wirtschaftskrise für 100 Millionen Pfund von seinem Klub trennen. Sollte sich kein Käufer finden und Ashley trotzdem aussteigen steht der Klub vor dem finanziellen Kollaps.
Deutsche Vereine sicherer
Dagegen steht es um die deutschen Vereine weniger schlimm. Noch ist es in den Profibundesligen nicht möglich, dass ganze Vereine von Aktionären oder Firmen übernommen werden. Dadurch verteilen sich die Verluste durch die Wirtschaftskrise gleichmäßig auf zahlreiche Sponsorenschultern. Falls ein Sponsor wegbricht verteilt sich die Last gleichmäßig auf die anderen Sponsoren. Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff warnt im kicker-Interview trotzdem: "Die Bundesliga steht im internationalen Vergleich sehr gefestigt da, wird aber, wie auch wir beim DFB, die Folgen zu spüren bekommen. Wer glaubt, dass dies nicht so ist, vertut sich".
Insgesamt fahren die deutschen Profivereine eine solidere Linie und halten sich mit geplanten Wahnsinnstransfers zurück. Bayernvorstandsboss Karl Heinz Rummenigge befürchtet im Interview mit der Süddeutschen Zeitung, dass auf die Vereine aus Spanien, Italien und England noch ganz schwere Zeiten zu kommen. Trotzdem leistet sich Real Madrid auf Pump bei Spanischen Großbanken Transfers in Höhe von über 100 Millionen Euro.
Untere deutsche Ligen mit größeren Problemen
Mehr Probleme erwarten die Klubs abseits großer Berichterstattung. Vereine unterhalb der dritten Liga sind zum Großteil semiprofessionell. Das heißt, dass sie zwar vertraglich an den Verein gebunden sind, jedoch am Tag einer geregelten Arbeit nachgehen. Sie erhalten von ihrem Verein Verdienste auf Provisionsbasis. Diese nicht gerade üppigen Gehälter drohen nun wegzubrechen. Mangelnde Sponsorenbuchungen und Kürzung der Zuschüsse könnten für einige Vereine den Niedergang bedeuten. "Wir merken jedoch noch nichts von der Krise", meint der Geschäftsführer des 1.FC Heidenheim Holger Sanwald gegenüber medien-mittweida.de. Der Drittligaaufsteiger aus Baden-Württemberg macht sich auch für die Zukunft weniger Sorgen, da sie ihre Philosophie auf junge Spieler zu setzen mit den Sponsoreneinnahmen vereinen können.
Trotzdem ist laut Sanwald ein Zögern der Sponsoren zu erkennen. Auch der 1. FC Magdeburg sieht Schwierigkeiten auf sich zu kommen, meint Marketingassistent Stephan Lietzow gegenüber medien-mittweida.de. "Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise sind für die kommende Saison nicht unmittelbar zu spüren, aber einige Partner haben ihr Engagement aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten verringert oder eingestellt", sagt er. Zudem plant der 1. FC Magdeburg auch in Zukunft mögliche Risiken der Nachfolgen ein."Im Hinblick auf die kommende Saison kalkulieren wir vorsichtiger und lassen ausreichend Spielraum für mögliche Einbußen", sagt Lietzow.
"Konkurrenzfähigkeit des Teams"
Trotzdem ist dieses Problem kein sportliches, denn auf den aktuellen Spielerkader hat die Krise wenig Einfluss. "Unmittelbar auf die Konkurrenzfähigkeit des Teams hat das relativ wenig Einfluss, da es auch andere Klubs betrifft", betont er. Insgesamt trifft die Wirtschaftskrise vor allem die Vereine, die vorher schon mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten oder unter mangelnder sportlicher Attraktivität leiden und deshalb bisher aus Mitleid von regionalen mittelständigen Unternehmen gesponsert wurden.
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