Ein wenig von allem, hauptsächlich Konsole
Pandora unter dem Baum
07.12.09 16:00 Uhr | Größer als der Nintendo DS und kleiner als ein Netbook ist die neue auf Open Source basierende Konsole Open Pandora und passt dabei noch in die Hosentasche. Bis Weihnachten sollen die ersten Exemplare der 4.000 Stück-Kleinserie erhältlich sein.
Rendering einer Pandora. Quelle: Wikipedia.org, Foto: Michael Mrozek
Viel Rechenpower steckt in dem kleinen Gehäuse des Linux-basierten Spielhandheld Pandora des Projekts OpenPandora. Das Gerät bietet einen 4,3-Zoll-Touchscreen, die von Konsolen bekannten Steuerkreuze, eine kleine Tastatur und WLAN Integration. Damit eignet sich das Gerät auch zum Surfen im Internet mit Firefox, zum Verwalten von E-Mails mit dem mitgelieferten Mailprogramm und Speichern von Kontaktdaten. Vom Anfangsgedanken einer offenen Spielkonsole entwickelte sich das Projekt zu einem Multifunktionsgerät mit Desktopoberfläche. Quelloffen ist das Motto und das heißt für den Konsumenten, dass er jede erdenkliche Software für diese Plattform entwickeln kann oder auf Entwicklungen aus der Fangemeinde wartet.

Bereits jetzt kann auf der Pandora ein Ubuntu - oder Gentoo - Linux installiert werden. Das für die Pandora speziell angepasste Betriebssystem bringt neben den bereits angesprochenen Funktionen, Software zum Abspielen von Musik und Videos, Instant Messenging wie ICQ, das Betrachten von Bildern und Bearbeiten von Dokumenten. Dank Open Source wird die Zahl der verfügbaren Programme stetig wachsen. Über zwei eingebaute SDHC-Kartenslots gelangen die Daten auf die Konsole und über den TV - Ausgang erfolgt die Wiedergabe auf den heimischen Fernseher. Spiele mit offenem Quellcode gelangen so auf die Pandora und können mobil oder zu Hause im Großformat gespielt werden.

Allrounder für Jedermann


Durch ein intelligentes Energiemanagement werden bei jeder Anwendung nur die Ressourcen beansprucht, die wirklich benötigt werden. So kommen Akku - Laufzeiten von über 8 Stunden zustande. Zusatzgeräte wie USB-Mäuse und externe Festplatten beeinflussen diesen Wert zusätzlich. Da nicht jedes Gerät unterstützt wird, ist es sehr erfreulich, dass nach Entwickler - Angaben die Unterstützung von UMTS-USB-Sticks integriert wurde, sodass nun auch unterwegs surfen möglich ist. Bei all diesen Funktionen und der abgewandelten Linux Distribution, kommt schnell der Verdacht, dass die Konsole nur für Technik Geeks gedacht ist. Dem widersprechen die Entwickler. Die kommenden Pandoras sollen auch für normale Endkunden geeignet sein. Verbesserungen werden durch die bereits bestehende große Community beigetragen.

In den kommenden Wochen sollen die ersten Geräte ausgeliefert werden. Das hängt allerdings vom chinesischen Hardware-Produzenten ab, welche derzeit noch Probleme bei der Produktion der Gehäuseteile haben. Wann es wirklich soweit sein wird, können nicht einmal die Entwickler genau sagen. Das Projekt wurde bis jetzt von den Entwicklern und der breiten Community finanziert. Viele warten bereits über ein Jahr gespannt auf die Fertigstellung der ersten Geräte. Die lange Wartezeit kommt durch den vorfinanzierenden Charakter zustande. Der Kaufpreis wird gleichzeitig als Vorfinanzierung des Projektes verwendet. Wer also noch kurzfristig eine Pandora als Weihnachtsgeschenk plant, muss mit einer sehr langen Lieferzeit rechnen. Bestellungen der 299 Euro Netbookkonsole können im gp2x Shop abgegeben werden. So ist zumindest schon ein Geschenk für 2010 in Reserve.
Ressort: Medien | Themen: Computer, Technik
Marcus Koerbs
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