Programmempfehlung von Samstag (16.01.) bis Freitag (22.01.)
TV-Tipp
15.01.10 16:00 Uhr | Jede Woche stellt medien-mittweida.de herausragende und markante Werke aus Film und Fernsehen vor. Welche Produktionen in den nächsten Tagen ausgestrahlt werden, können Sie im Folgenden lesen.
Jede Woche stellt medien-mittweida.de herausragende und markante Werke aus Film und Fernsehen vor. Grafik: Alexander Haase
Montag, 18. Januar: Schultze gets the blues

Ein charmanter Heimatfilm der etwas anderen Art mit einem liebenswerten Hauptdarsteller. Schultze lebt in einem kleinen Ort in Sachsen-Anhalt. Nachdem er in den Vorruhestand versetzt wird, langweilt sich der sympathische Opa schnell. In seinem Lieblingshobby, dem Akkordeon spielen, findet er auch keine Erfüllung mehr. Bis zu dem Tag, als er im Radio ein amerikanisches Stück hört. Von nun an, übt er jeden Tag besagte Melodie. Bei seinem Mitmenschen kommt der fremde Sound nicht gut an und so begibt sich Schultze auf eine Reise in die USA. Überrascht stellt er auf der Suche nach seiner Musik fest, dass die Amerikaner gerne deutschen Traditionen nachgehen.

"Schultze gets the blues" ist ein ruhiger, liebevoll erzählter Road-Movie über die Reise eines alten Mannes. Nahezu alle Nebenrollen wurden mit Laienschauspielern besetzt, was dem Film eine wunderbare Authentizität verleiht. 23.59 Uhr, ZDF, Tragikomödie D '03, Horst Krause, Hannelore Schubert; Regie: Michael Schorr

Donnerstag, 21. Januar: LOST

Die spektakuläre Mysteryserie kommt knapp ein Jahr nach der US-Ausstrahlung endlich mit der fünften Staffel nach Deutschland. Aufgrund schwacher Einschaltquoten tritt ProSieben die Serie an den Schwestersender Kabel1 ab, wo nun jeden Donnerstag Doppelfolgen laufen. Nachdem die "Oceanic 6" die Insel verlassen konnten, passieren dort nun seltsame Dinge. Die Insel springt durch Raum und Zeit, scheinbar weil Ben sie auf Jacob's Anweisung bewegte. Die verbliebenen "Losties", rund um Sawyer, Juliette und Locke finden sich mal in den 50er Jahren wieder, mal Mitte der 70er. In der Außenwelt versucht Jack verzweifelt seine Freunde zu einer Rückkehr zu überreden. Er weiß, dass alle auf der Insel verbliebenen in großer Gefahr sind und auch in ihrem neuen Leben haben Hurley, Kate, Sun und Sayid viele Schwierigkeiten.

Wer kein Fan der Serie ist, wird es wohl auch nicht mir der fünften Staffel. "LOST" lebt, wie keine andere Serie das Konzept der Serial. Die Erzählweise mit Rückblicken, Szenen aus der Zukunft oder parallel verlaufenden Handlungen in verschiedenen Zeitebenen, macht die Serie noch komplexer. Alle Charaktere sind glänzend besetzt und bei so manchem Dialog entsteht wahrlich Gänsehautatmosphäre. Wie fast alle amerikanischen TV-Produktionen erfüllt auch "LOST" die höchsten Produktionsstandards. Einziger Kritikpunkt aus deutscher Sicht: Die Synchronsprecher einiger Darsteller passen gar nicht zum Original. Für "Nicht-Losties" ein Graus, für Fans ein absolutes Highlight-Format: "LOST" zeigt, wozu Fernsehen im Stande sein kann: Eine intelligente Geschichte, spannende und vor allem tiefgründige Charaktere, eine Insel voller Geheimnisse und immer wieder neue Kniffe der Autoren ergeben in Symbiose eine der besten Serien der letzten Jahre. 21.15 Uhr, Kabel1, Mysteryserie USA '08, Matthew Fox, Michael Emerson, Terry O’Quinn; Regie: J.J. Abrams, Jack Bender u.a.

Freitag, 22. Januar: In der Hitze der Nacht


1967: In einer Kleinstadt im Süden der USA findet Sergeant Wood die Leiche eines stadtbekannten Unternehmers. Als ersten Verdächtigen und ohne weitere Ermittlungen verhaftet er am Bahnhof einen farbigen Fremden. Wie sich später herausstellt, ist dieser jedoch ein hoher Beamter der Mordkommission in Philadelphia. Wohl oder übel muss Polizeichef Gillespie, der fest von der Schuld des Schwarzen überzeugt war, diesen nun um Rat bitten, um den Fall lösen zu können. Dabei geraten beide aufgrund ihrer Vorurteile immer wieder aneinander.

Ein Film über das (leider) immer noch aktuelle Thema Rassismus. Die Gegensätze der ultrakonservativen Südstaatenbevölkerung und des von sich allzu überzeugten Beamten aus dem Norden bringen die Ermittlungen immer wieder an den Rand des Scheiterns. Das Plädoyer gegen Fremdenhass ist dabei eingebettet in eine spannende Kriminalgeschichte. Getragen wird der Film auch von seinen Hauptdarstellern, denen es gelingt die jeweiligen Ansichten glaubwürdig und klischeefrei darzustellen. Auch nach über 40 Jahren ist dieser Kriminalfilm, ausgezeichnet mit fünf Oscars, topaktuell und einen Filmabend wert. 23.15 Uhr, WDR, Krimi USA '67, Sidney Poitier, Rod Steiger, Warren Oates; Regie: Norman Jewison
Ressort: Medien | Themen: Programmempfehlung, TV-Tipp
Florian Tillack
Über den Autor:
Name:
Florian Tillack
Studiengang:
Medienmanagement 2008


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