Eindrucksvoll zeigt M.I.A. in ihrem neuen Video „Borders“, dass auch sie sich Gedanken über die derzeitige Flüchtlingskrise macht – und regt dadurch viele Menschen zum Nachdenken an. Eine Kritik von Kevin Mittenzwei.

Es ist schon leicht verstörend, wenn man gleich zu Beginn des Videos sieht, wie sich Menschen an meterhohen Zäunen entlanghangeln und sich gegenseitig fast abdrängen. Ein Schiff, geformt aus unzähligen Körpern, und Dutzende überfüllte Boote auf einer Reise ins Unbekannte. Auch eine regelrechte Massenwanderung wird dargestellt. Teilweise spiegelt dieses Video die Realität erschreckend detailliert wieder. Und genau das war vermutlich M.I.A.s Intention.

Mit diesen metaphorischen Szenen zeigt die 40-jährige Rapperin, die ursprünglich aus Sri Lanka stammt, was im Moment die ganze Welt beschäftigt und auch noch eine ganze Weile beschäftigen wird: Die Flüchtlingskrise. Nicht umsonst hat sie vermutlich gerade zu diesem Song ein Video gedreht, um nicht nur akustisch, sondern auch visuell ihre Botschaft zu verbreiten.

Und das ist auch gut so! Bislang gibt es wenig bekannte Künstler, die sich so direkt mit dieser Thematik auseinandergesetzt haben. Eventuell fehlt vielen der Mut, so eindeutig Position zu beziehen oder vielleicht beschäftigt das Thema andere Künstler schlichtweg noch nicht so intensiv. Dagegen stellt M.I.A. genau die richtigen Fragen:

„Borders (What’s up with that?) Politics (What’s up with that?)Police shots (What’s up with that?)
Identities (What’s up with that?) Your privilege (What’s up with that?) Broke people (What’s up with that?)
Boat people (What’s up with that?) The realness (What’s up with that?)
The new world (What’s up with that?) Freedom – what’s up with that? Your values – what’s up with that? Your beliefs – what’s up with that? Your families – what’s up with that? History – what’s up with that?  Your power – what’s up with that?“

Aktuell ist das Video leider nicht mehr auf Youtube auffindbar. Auf unsere Nachfrage beim Management der Künstlerin haben wir bisher noch keine Antwort erhalten. Wir halten euch aber dazu auf dem Laufenden.

Text: Kevin Mittenzwei. Titelbild: m.i.a._018 © Logan unter CC BY-SA 2.0. Bearbeitung: Christin Sperling.