Dein ultimativer Festivalguide

von | 21. Juni 2019

Zelt, Bier und Schlafsack. So sieht der typische Kofferraum eines Festvialbesuchers aus. Foto: Susan Jahnke

Die Festivalsaison beginnt. Zeit auch für euch einmal den Uni-Stress hinter euch zu lassen und Tage voller großartiger Musik zu genießen.

Meine Name ist Caroline und Highfield, Kosmonaut oder True Spirit sind nur einige Festivals die ich über- und erlebt habe. Als erfahrene Camperin, habe ich allerhand Profi-Camping-Wie-koche-ich-gleich-nochmal-Dosenravoli?-Wissen mir über die Jahre angeeignet. 

Denn so malerisch Festivals auch klingen mögen – vom Zelten mit Dosenfutter bis hin zum Unwetter mit starken Regenfällen kann euch alles ereilen. Also lasst mich euch die Sache mit den „Festivals“ mal erklären…

A wie Anreise

Bevor man überhaupt losfeiern kann, muss man natürlich erstmal zum favorisierten Festival gelangen. Und dass das nicht im absoluten Chaos an der nächsten Raststätte endet, solltet ihr euch Gedanken machen wie und womit ihr anreisen wollt. Die meisten gelangen mit dem eigenem Auto zum Festival, Abenteuerlustige mit dem Bus und Wahnwitzige vertrauen sich der Bahn an. Wichtig zu beachten ist, dass ihr je nach favorisierten Transportmittel euer Gepäck anpasst. Schon mal mit Kugelgrill, Vier-Mann-Zelt, Campingstuhl und fünf Kästen Bier Bahn gefahren? Ich würde es euch nicht ans Herz legen. Wenn ihr also die volle Ausstattung habt, dann fahrt entweder selbst mit dem Auto oder fragt Freunde, ob ihr eine Fahrgemeinschaften bilden könnt.
Bei Busunternehmen kann per E-Mail oder Telefon angefragt werden, wie viel Gepäck man mitführen darf.

B wie Bollerwagen

Ihr seid angekommen – wie spielt jetzt keine Rolle mehr. Doch Festivalgelände sind in der Regel groß. Von den hintersten Ecken des Campingplatzes bis zur Hauptbühne können es gut und gerne mal 30 Minuten Fußweg sein (macht das mal in Gummistiefeln und mit einem im Tee). Deswegen ist euer neuer Freund der Bollerwagen. Egal, ob ihr das Gepäck bis zum nächsten freien Platz für euer Quartier bringt oder den besoffenen Kumpel von Zelt bis zum Infield zieht, der Bollerwagen ist für euch da.

💡 Profi-Tipp: Kauft euch einen geländegängigen Bollerwagen. Diese haben dickere Reifen und sind im Aufbau stabiler. So könnt ihr diesen leichter über schlammige Wiesen oder steinige Wege ziehen.

C wie Campen

Wenn ihr euch kein Hotel in Nähe des Festivals leisten könnt, werdet ihr mit dem Festival zum Camper. Das heißt im Zelt auf der Isomatte schlafen, praktisch veranlagt sein und euch in den Schlafsack kuscheln. Doch so unangenehm dies jetzt auf den ersten Blick klingen mag, Campen hat auch seine Vorzüge. Ihr seid 24/7 an der frischen Luft, was ein optimales Mittel gegen den eventuell eintretenden Kater ist. Mit den Freunden nachts unter den Sternen sitzen und gemeinsam Musik hören, ist ein toller Abschluss nach einem Tag voller Party auf dem Infield. Außerdem habt ihr es nie sonderlich weit bis zur Bühne, wo eure nächste Lieblingsband schon am performen ist. Die Hotels oder Hostels sind immer in den nächstgelegenen Städten oder Dörfern, da kann es mit den Öffis schon einmal länger dauern, bis ihr am Festivalgelände angekommen seid. Ihr seht also: Campen ist gar nicht mal so übel.

D wie Dosenfutter

Wie schon beim Buchstaben C erwähnt müsst ihr praktisch denken. Quinoa mit Avocadotoast zum Frühstück wird mit einem Campingkocher und keiner Küche wahrscheinlich schwieriger. Deswegen stelle ich euch euren zweiten neuen Freund vor: Die Dose. Spitzenreiter ist die Raviolidose. Einfach in den Topf damit, fünf Minuten auf den Campingkocher und fertig ist das Frühstück/Mittag/Abendbrot. Wer am Gepäck sparen will, kann auch auf die leichte 5-Minuten-Terrine zurückgreifen. Von Kartoffelbrei bis zu Mac and Cheese habt ihr eine breite Auswahl an Geschmackssorten.

Doch die Raviolidose oder Terrine stehen natürlich stellvertretend für sämtliches schnell zubereitetes Essen. Deswegen: You do you!

E wie Einkaufen

Auf großen Festivals gibt es immer eine kleine Einkaufsmöglichkeit. Dort könnt ihr alles kaufen, was das Festivalherz begehrt. Klopapier, Dosenfutter, Tampons und vieles mehr, was man so im Alltag braucht, findet ihr in diesen kleinen Shops.
Aber Obacht! Oft sind die Festivalshops überteuert. Deswegen ist diese Möglichkeit eher eine Notlösung. Kauft vor dem Festival alle nötigen Dinge in einem normalen Discounter ein.

F wie Fanny-Bag

Geldbeutel, Taschentücher, Schlüssel für das Schloss am Zelt und Smartphone. Wenn ihr auf das Infield wollt, sind große Rucksäcke verboten. Hier kommt die Fanny-Bag (zu Deutsch: Bauchtasche) ins Spiel. Diese kleine Tasche zum Umschnallen ist perfekt, um eure wichtigsten Gegenstände zu transportieren. Außerdem habt ihr so auch eure Wertgegenstände nah am Körper und vor Diebstahl geschützt.

💡 Profi-Tipp: Schließt euer Zelt ab, vertraut mir.

G wie Gaffa-Tape

Ich präsentiere: der Lebensretter- das Gaffa-Tape. Umgangssprachlich auch Panzertape genannt und der Name ist Programm. Egal, ob ihr euer Zelt flicken müsst , ihr einen Tragegurt für euer Tetrapak braucht (mehr dazu bei dem Buchstaben „T“) oder ein Kumpel mal wieder nervt. Mit Gaffa-Tape könnt ihr alles reparieren, flicken oder zusammenhalten.

H wie Highfield Festival

Das Highfield Festival ist seit 1999 eines der größten Indie-Rock Festival in den neuen Bundesländern. Früher in Hohenfelde – daher der Name Highfield – ansässig, findet es seit 2010 am Störmthaler See nahe Leipzig statt. Von Headlinern wie Die fantastischen Vier im Jahr 1999 bis Billy Talent 2018. Das Highfield Festival bietet seinen bis zu 35.000 Besucher von Punk-Rock, Hip-Hop und Indie-Rock alles.

I wie Infield

Hier spielt die Musik! Auf dem Infield findet ihr die Bühnen, Merchandise Stände und allerhand Imbissbuden. Außerdem steigt hier die Party und ihr feiert mit euren Lieblingsbands von früh bis spät. Um den Überblick nicht zu verlieren, empfehle ich immer den Geländeplan dabei zu haben. Darauf findet ihr nicht nur den Zeitplan sondern auch, wie das Infield aufgebaut ist und wo welche Bühne ihren Platz hat. Klingt übertrieben? Auf dem Wacken Open Air 2019 gibt es acht Bühnen mit über 150 Bands . Ohne Plan … naja habt ihr eben keinen Plan.

J wie Jammerlappen

Ein Festival kann schlauchen. Drei oder mehr Tage ohne guten Nachtschlaf und andauernder Beschallung kann einem auch die Laune trüben. Doch keiner mag Jammerlappen. Euren Freunden die Stimmung zu vermiesen, weil es schon wieder Dosenravioli gibt und man beim Konzert leider hinten stehen muss, ist unfair. Kommuniziert einfach offen und ehrlich, wenn es euch nicht gut geht oder ihr eine Auszeit braucht.

Solltet ihr merken, dass ihr ernst zunehmende, gesundheitliche Probleme habt – auf jedem Festival gibt es eine Krankenstation und einen Notarzt. Zögert nicht, diese auch aufzusuchen. Wenn ein Freund oder eine Freundin schlapp macht, könnt ihr sie jederzeit zu diesen Krankenstationen bringen oder Mitarbeiter auf dem Festival ansprechen und nach notärztlicher Hilfe fragen.

Ps.: Die Krankenstation ist auch immer auf dem Geländeplan ausgeschrieben.

K wie Kosmonaut Festival

Das, von der Band Kraftklub, 2013 ins Leben gerufene Festival ist am Stausee Rabenstein nahe Chemnitz zu finden. Kraftklub wollte, aufgrund des Weggang des splash! Festival in die Ferropolis, wieder ein Musikfestival nahe der sächsischen Stadt aufbauen. Erst als eintägiges Festival geplant, erweiterten es die Gründer schnell zu einem zweitägigen Spektakel. Mit bis zu 10.000 Besucher kann sich das Kosmonaut Festival auch neben den Großen sehen lassen. Bands und Künstler wie Feine Sahne Fischfilet, Milky Chance oder Casper spielten schon für die Fans, die liebevoll auch Kosmonauten genannt werden.  

L wie Locations

Ob am beschaulichen Stausee Rabenstein, im Freilichtmuseum der Ferropolis zwischen Tagebaugroßgeräten oder an einer Rennstrecke. Festival-Locations könnten oft unterschiedlicher nicht sein. Das Kosmonaut-Festival bietet durch seine Lage am Stausee Rabenstein die perfekte Möglichkeit sich nach einem heißen Tag abzukühlen. Wer schon einmal die Kulisse des MELT! Festivals in der Ferropolis bei Nacht gesehen hat, weiß wie beeindruckend der Eimerketten-Schwenkbagger namens Mad Max, der Schaufelradbagger Big Wheel und die beiden Absetzer Gemini und Medusa sein können. Gerade die spektakulären und aufwendigen Locations machen Festivals so besonders.

Je nach Standort der Locations solltet ihr euch auch entsprechende Kleidung einpacken. Am Stausee Rabenstein könnt ihr Badehose und Bikini einpacken. Rock am Ring Fans sollten die warmen Kuschelsocken einpacken, da es nachts in der Eifel sehr kalt werden kann.

M wie MELT! Festival

Wer Elektro, Hip-Hop und Indie liebt findet mit dem MELT! sein Festival. In der Ferropolis nahe Gräfenhainichen feiern seit 1999 bis zu 20.000 Besucher. Gerade die Location, die auch „Stadt aus Eisen“ genannt wird, macht das MELT! zu etwas ganz Besonderem. Die Open Air Acts finden sich im Freilichtmuseum mit Amphitheater wieder. Besonders beeindruckend sind die Maschinen, die noch an den alte Braunkohletagebau erinnern. Medusa und Gemini, Big Wheel und Mad Max werden vor allem im Dunkeln aufwendig beleuchtet.

Ein weiteres Highlight ist der Sleepless Floor. Auf diesem Dancefloor könnt ihr von Samstag bis Sonntag durchgängig feiern und tanzen. Schlaflos durch die Nacht…

N wie Nacht

Nachts verändert sich das Festival. Die Bühnen verstummen, die Bands die am Tage noch mit tausenden Fans gefeiert haben sind abgereist. Auf dem Infield kehrt Ruhe ein. Doch nicht alle auf dem Campingplatz wollen jetzt schlafen gehen. Ohne Ohrstöpsel findet man neben feierwütigen Nachbarn selten erholsamen und vor allem ruhigen Schlaf.

Denn nach der letzten Band geht es im Aftershow-Zelt weiter. Wer keine Lust auf Party hat, findet immer Leute, mit denen man vor dem Zelt noch gemeinsam den Abend ausklingen lassen kann. Oder auch im Zelt.

O wie One-Night-Stand

Love is in the Air. Oder vielleicht auch einfach nur Alkohol. Jedenfalls kann es schon mal passieren, dass ihr eine Person seht und es Funken schlägt. Auch wenn es eher unwahrscheinlich ist, dass ihr auf einem Festival eure große Liebe findet – vielleicht findet ihr ja jemanden, der eine Nacht mit euch den Schlafsack teilt. Wenn ihr also mit einer (noch) fremden Person ins Zelt springt, denkt daran fachmännisch zu verhüten. Deshalb schützt euch vor ungewollter Schwangerschaft und/oder Geschlechtskrankheiten mit einem Kondom. Oder zwei oder drei…

Jedenfalls: Safety First!

P wie Parookaville Festival

Du willst mehr als nur ein Festival mit Campingplatz und Partyzelt? Dann komm zum Parookaville. Mit eigener Kirche, Postamt, Waschsalon, Schwimmbad, Supermarkt und Bürgerbüro wird das Parookaville einmal im Jahr zu einer eigenen Siedlung. Mit deinem Parookaville-Pass bist du auch offiziell als Bürger im Parookaville angemeldet. Natürlich hat das Festival standardmäßig aber auch zwei Campingplätze. Seit 2015 findet das EDM(Electronic Dance Music)-Festival bei Weeze am Niederrhein statt. 2018 zählten die Veranstalter 80.000 Besucher. Auf zehn Bühnen spielten über 150 DJs. Unter ihnen waren Größen wie Steve Aoki, Paul Kalkbrenner und Armin van Buuren.

Weitere Specials sind die neu eingerichtete Achterbahn (ja ihr habt richtig gelesen, Achterbahn) und Europas größte Festival-Bühne mit einer Länge von rund 200 Metern.

Q wie Quartier

Da ihr nicht die gesamte Zeit des Festivals wie verrückt vor der Bühne mit eurer Lieblingsband feiern könnt, ist ein gut eingerichtetes Quartier unabdinglich. Besorgt euch am besten ein Zelt mit spezieller Beschichtung. Diese helfen das Zelt dunkel und kühl zuhalten.
Spart nicht an der Isomatte! Immerhin wollt ihr ohne eingeklemmten Ischiasnerv feiern. Ob ihr Team Schlafsack oder Team Decke seid, ist euch überlassen. Um auch Nachts stolperfrei rund ums Zelt navigieren zu können, ist eine kleine Taschenlampe nützlich. Denn neben Bierdosen und Zeltleinen könntet ihr nämlich auch über den ein oder anderen Festivalbesucher stolpern, der seinen Weg ins Zelt nicht mehr gefunden hat.

💡 Profi-Tipp: CAMPT NICHT NEBEN DEN TOILETTENCONTAINERN. Auch wenn es verlockend scheint, beim nächtlichen Austreten nicht über den halben Campingplatz marschieren zu müssen, sind Festivaltoiletten oft nichts anderes als herkömmliche Dixi Klos. Diese riechen, gerade nach einigen Stunden Sommersonne, ziemlich streng. Außerdem finden nicht alle Besucher den Eingang zur Toilette und widmen sich dann doch eher dem Absperrzaun daneben. Oder im schlimmsten Fall – den Zelten, die angrenzend dort aufgestellt wurden.

R wie Rock am Ring

Das Urgestein der deutschen Rock-Festivals, das am Nürburgring stattfindet, ist die letzten Jahre von herben Rückschlägen gezeichnet. Ausfälle, eine Evakuierung und heftige Gewitter. 2017 musste das Festivalgelände komplett geräumt werden aufgrund einer terroristischen Gefährdungslage.

Trotz dessen hält sich das, seit 1985 veranstaltete, Rock am Ring Festival erstaunlich gut. Und zwar mit Besucherrekorden. Mit über 85.000 Besucher ist das Festival so gut wie immer ausverkauft. Bis zu 92 Bands auf zwei Bühnen unterhalten die Massen. Darunter finden sich Berühmtheiten wie Metallica, Die Toten Hosen und Die Ärzte.

S wie Schlamm

Wenn mehrere Tausend Besucher täglich über Ackerwiesen trampeln, verwandelt sich die einst grüne Rasenfläche in ein Meer aus Schlamm. Festivals wie das Rock am Ring oder das Wacken Open Air sind regelmäßig von schweren Unwettern heimgesucht worden. Deswegen kann dein Festival schnell in eine riesige Schlammschlacht mutieren. Hier helfen nur Gummistiefel und kein Hang zu fleckenfreien Hosen

T wie Tetrapak (Getränkekarton)

Im abgesperrten Infield sind Glas- und Plastikflaschen verboten. Sämtliche Getränke, die ihr selbst mitbringen wollt, müssen in maximal Ein-Liter-Getränkekartons abgefüllt sein. Alkoholische Getränke sind prinzipiell verboten – egal ob Flasche oder Tetrapak. Auf einigen Festivals gilt eine noch strengere Regel. Getränke dürfen in keiner der oben genannten Form mitgebracht werden. Nur leere Faltflaschen bis 500 Millilitern sind erlaubt. Diese könnt ihr dann im Infield kostenlos mit Wasser befüllen. Informiert ihr diesbezüglich vorher auf den Websites der Festivals, wie ihr eure Getränke mitführen dürft.

💡 Profi-Tipp: Um nicht den ganzen Tag das Tetrapak in den Händen zu halten, gibt es hier meinen Insidertipp für eine aus Gaffa gebastelte Tetrapak-Halterung: einen langen Gurt aus Gaffa-Tape zusammenrollen. Diesen mit seitlichen Klebestreifen an den Seiten des Kartons und am Boden befestigen. Um die Schulter hängen und los gehts.

U wie Unwetter

Festivals haben fast eine ungeheure Anziehungskraft für Unwetter. 2018 erlebte das Festival Rock am Ring in Nürnberg heftige Regengüsse. Zelte standen entweder unter Wasser oder wurden durch Wind stark beschädigt. Die Veranstalter richteten Blitzschutzzonen ein, um Besucher vor etwaigen Gewittern zu schützen.

Richtet auch also für den Fall der Fälle ein. Packt Regenponchos und Planen ein um Zelte, Pavillons und euch selbst zu schützen. Bei einem starken Unwetter solltet ihr die Durchsagen der Veranstalter abwarten. Sie sagen, wie ihr euch am besten verhalten könnt. Bei Gewitter ist ein sicherer Platz das Auto. Dort seid ihr vor einschlagenden Blitzen geschützt. Außerdem werdet ihr nicht nass und eure Wertgegenstände sind gut aufgehoben. Solltet ihr Personen sehen, die kein KFZ zur Verfügung haben, bietet ihnen einen Platz in eurem an. So lernt man vielleicht auch den ein oder anderen neuen Kumpel kennen. Viele Festivals bieten außerdem bei Ausnahmesituationen Plätze in ihren Shuttlebussen an. Verfolgt die Kanäle der Veranstalter auf Social-Media, um in Gefahrensituationen auf dem Laufenden zu bleiben.

V wie Vorbereitet sein

Ob Unwetter, Hitzewellen oder der fiese Kater vom Vorabend. Man sollte auf alles vorbereitet sein. Klar Ende Juli denkt jeder an 30 Grad und Sonne. Doch Sommergewitter sind keine Seltenheit. Genau so ist ein Sonnenstich kein Spaziergang. Packt für beide Situationen Kleidung ein. Gummistiefel, Sonnenhut und Regenjacke sind eine fabulöse Kombination.

Ebenso empfehlenswert ist ein Medipack mit Kopfschmerzmittel, Sonnencreme, ein Mittel gegen Übelkeit und Heftpflaster. So seid ihr für kleinere Unfälle gut gewappnet. Bei schlimmeren Verletzungen oder Unwohlsein gibt es immer noch den Notarzt und die Krankenstation.

W wie Wacken Open Air

Das größte Heavy-Metal-Festival der Welt findet sich seit 1990 in der kleinen Gemeinde Wacken in der Nähe Schleswig-Holsteins. Mit 85.000 Besucher zählt es zu den Headlinern, wenn es um Hard-Rock und Metalfestivals geht. Innerhalb der Metalszene stellt das W:O:A (Eigenschreibweise) den Höhepunkt des Jahres dar.

Am Wacken Open Air ist alles „heavy“: 240l Hektar Geländefläche, 1.300 Toiletten, 12 Megawatt Stromverbrauch. Auch die acht Bühnen sind alles andere als niedlich. Denn diese mussten, zum Beispiel im Jahr 2018, 197 Bands beherbergen. Doch was wäre das W:O:A ohne Bier? Aus diesem Grund wurde 2017 erstmal eine sieben Kilometer lange Bier-Pipeline eingerichtet mit insgesamt zehn Schnellzapfanlagen. So konnten die Besucher innerhalb einer Stunde um die 10.000 Liter Bier genießen.

X wie … Xylophon ?

Ja … also selbst nach langer Recherche finde ich keinen Gegenstand oder Tipp mit X, der euch auf eurem Festival helfen könnte. Wenn ihr ein Xylophon habt – dann ab dafür. Vielleicht könnt ihr mit euren Xylophon-Spielkünsten Leute beeindrucken.

Y wie Yippie Yippie Yeah, Krawall und Remidemi

Festivals bedeuten für viele Ausnahmezustand. Und es gibt auch sonst keine Zeit mal so richtig auszurasten, wie auf einem Musikfestival. Trotzdem gibt es Regeln, an die man sich als cooler Festivalbesucher hält. Dazu gehört, nicht sinnlos seinen Müll in der Gegend zu verteilen. Packt euch große Mülltüten ein oder schaut, ob euer Festival Müllpfand anbietet. Hier könnt ihr für wenig Geld (in der Regel fünf Euro) Mülltüten kaufen und diese voll am Ende des Festivals wieder abgeben. Wurde richtig getrennt, bekommt ihr euren Pfand wieder ausgezahlt.

Die Sachen anderer kaputt zu machen war schon im Kindergarten uncool und bleibt es auch – selbst auf Festivals. Genauso ist Belästigung oder Gewalt auf Festivals verboten. Ihr seid da, um Spaß zu haben und eure Liebe zur Musik auszuleben. Da gehören Randale und Gewalt einfach nicht dazu.

 

Deswegen: Peace, Love and Music!

Z wie Zeitplan

Um nicht den Überblick zu verlieren, gibt es für jedes Festival Timetables. Diese gibt es entweder auf den Websites der Festivals zum Ausdrucken. Oft haben Festivals auch eigene Apps, in denen ihr alle wichtigen Informationen handlich auf eurem Smartphone findet. Hier könnt ihr die Spielzeiten der Bands mit den jeweiligen Bühnen, auf denen sie auftreten, nachschauen. Außerdem sind die Positionen der Bühnen, die Eingänge des Infields und die Krankenstationen dort vermerkt.

 

Wenn ihr es bis hierher geschafft habt, verleihe ich euch feierlich den Titel „Festival-Profi“. Nun könnt ihr mit eurem Wissen glänzen, angeben und vor allem richtig gut feiern.

Viel Spaß auf eurem nächsten Festival!

Text: Caroline Lindner | Foto: Susan Jahnke