Als Dekan prägte Prof. Rainer Zschockelt die Fakultät Medien drei Jahre. Eine Zeit voller Highlights – doch auch die kommenden Erstsemestler wird Zschockelt noch unterrichten.

Mit Prof. Dr.-Ing. Rainer Zschockelt verabschiedet sich zum 31. August ein engagierter Professor vom Amt des Dekans – seit 1970 arbeitet er an der Hochschule. Er hatte sich nicht erneut als Kandidat bei der Dekanwahl aufstellen lassen, will mittelfristig in den Ruhestand. Ihm folgt der am vergangenen Mittwoch einstimmig vom Fakultätsrat gewählte Prof. Michael Hösel.

Schnell noch mal den Dekan gemacht

Warum Prof. Zschockelt Dekan wurde, erzählt er selbst mit einem Augenzwinkern: Prof. Dr. Ludwig Hilmer, der designierte Rektor und Vorgänger Zschockelts, hatte nach acht Jahren als Mediendekan die maximale Anzahl an Amtsperioden erreicht.  Da sich Prof. Zschockelt wenige Jahre vor seinem Ruhestand befand, hätte es sich angeboten, „schnell noch einmal den Dekan zu machen“, wie er schmunzelnd zugibt. Eine Entscheidung, die er bis heute nicht bereut.

In seinen drei Jahren im Amt des Mediendekans kann Prof. Zschockelt auf mehrere Höhepunkte zurückblicken. Dazu zählen für ihn persönlich vor allem die Übergabe des neu ausgestatetteten Fernsehstudios im Oktober 2009 und das Medienforum 2010, bei dem er Nina Ruge, Peter Klöppel und Cherno Jobatey kennenlernte. Auch die Dienstreise zur „NAB Convention“ in Las Vegas im April 2010 wird Zschockelt immer in Erinnerung bleiben: „Der Rückweg brachte aufgrund einer Aschewolke eines Vulkans einen 14-tägigen Umweg mit sich“, erzählt er.

Weiterhin für die „Jungen“ da

Auf die Vorlesungsreihe über die Grundlagen der Videoproduktion, die Prof. Zschockelt hält, dürfen sich aber auch die kommenden Erstsemester wieder freuen. „Ich werde weiterhin unterrichten“, erklärt Prof. Zschockelt. Die zwei Stellen, die für seine Tätigkeiten ausgeschrieben sind, würden frühestens im Frühjahr 2013 wieder ausgefüllt. Im nächsten Semester werden so zum letzten Mal „die ganz jungen Leute nochmal den ganz Alten vor sich haben“, fügt Prof. Zschockelt lachend hinzu.

Bereits seit 1970 war Prof. Zschockelt wissenschaftlicher Assistent an der Ingenieurhochschule Mittweida und wurde schließlich 1993 zum Professor für Übertragungstechnik im Fachbereich Informationselektronik berufen. Zwei Jahre später übernahm er die Lehre auf den Gebieten der Mess- und Videotechnik im damals noch jungen Medientechnik-Studiengang.

Studentengeneration verändert sich

Doch inwiefern unterscheiden sich die Studenten des „jungen“ Zschockelts von den heutigen? „Der Wille, auch einmal eine Theorie zu beherrschen war damals wesentlich stärker ausgebildet“, vergleicht er. „Heute liegt der Schwerpunkt mehr auf applikativem Wissen im wirtschaftlichen und sozialen Bereich.“ Den Medienstudenten möchte er mit auf den Weg geben, sich vor allem für die Projekte zu engagieren. Jedoch: „Nicht die Zahl der Projekte, sondern die Intensität und Qualität der Mitwirkung ist dabei wichtig“, ist Prof. Zschockelt überzeugt. „Das war vor einigen Jahren schon einmal besser.“

Tipps für den neuen Dekan

Seinem Nachfolger empfiehlt er vor allem, ein Ohr am Fachschaftsrat und den Studenten zu haben. „Wenn man da ein gutes Verhältnis hat, kann man viele Missverständnisse vermeiden“, erklärt Prof. Zschockelt. Ihm sei es immer wichtig gewesen, dass Professoren und Studenten nicht aneinander vorbeiarbeiten.

Praxisbezug soll fortgeführt werden

„Mein Nachfolger sollte unbedingt das ‚Mittweidaer Modell‘ und seine Besonderheiten am Laufen halten“, rät Zschockelt. In der nächsten Amtszeit sei neben dem Umzug in das neue Medienzentrum vor allem „die Akkreditierung aller Neuerungen“ wichtig, so der Noch-Dekan. Sein frischgewählter Nachfolger, Prof. Dr.-Ing. Michael Hösel, sprach im Interview mit medienMITTWEIDA erstmals über diese Neuerungen, die bei der Zusammenlegung der Stammstudiengänge Medienmanagement und Medientechnik anstehen.

Text: Julia Zimmermann. Bild: medienMITTWEIDA, Rainer Zschockelt, Bearbeitung: Nicole Schaum.