Medienkompass

Arbeiten wie ein Profi

von | 19. Oktober 2018

Das Volontariat gilt noch immer als "Königsweg" in den Journalismus. Doch was ist das überhaupt? ​Und lohnt sich das heute überhaupt noch?

Möglichst schnell Berufserfahrung sammeln und neue Fähigkeiten erlernen – der Traum vieler angehenden Journalisten. Eine Möglichkeit hierfür ist das Volontariat. Aber was ist das eigentlich? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Was ist ein Volontariat und wo kann es absolviert werden?

Ein Volontariat ist im Prinzip eine journalistische Ausbildung. Es kann bei Agenturen, Tageszeitungen, Zeitschriften, Hörfunk- und Rundfunkstationen, Behörden und Onlineredaktionen absolviert werden. In der Regel durchläuft man während eines Volontariats bei einem journalistischen Medium drei verschiedene Ressorts (meist Lokales, Politik sowie ein selbst gewähltes Ressort) und lernt deren Besonderheiten kennen. Außerdem bieten die meisten Arbeitgeber fachspezifische Kurse und Seminare an, die besucht werden können. Im Volontariat wird Schreiben, Recherchieren, Redigieren, Auswählen und Bewerten vermittelt. Außerdem werden die Besonderheiten verschiedener journalistischer Darstellungsformen gelehrt. In der Regel dauert ein Volontariat zwölf bis 24 Monate. Im Rundfunk sind 18 Monate üblich.

Was wird bei der Bewerbung gefordert?

Um sich für ein Volontariat bewerben zu können, muss man mindestens 18 Jahre alt sein und ein Abitur oder abgeschlossenes Studium besitzen. Neben den typischen Bewerbungsunterlagen wie Anschreiben und Lebenslauf, werden oft auch Zeugnisse und Arbeitsproben gefordert. Viele größere Unternehmen verlangen im Rahmen der Bewerbung eine Eigenpräsentation (beispielsweise in Form eines Videos oder als Audio) und eine Probereportage zu einem bestimmten Thema. Inzwischen erfolgt die Bewerbung fast ausschließlich online. Genaue Informationen über die geforderten Bewerbungsunterlagen veröffentlichen die jeweiligen Unternehmen in der Stellenausschreibung.

Was verdient man während des Volontariats?

Eine festgeschriebene Bezahlung für Volontäre gibt es nicht. Entscheidend ist, ob das jeweilige Unternehmen dem Tarifvertrag zugestimmt hat. Ist dies der Fall, werden die Volontäre dementsprechend mit etwa 1.800 Euro brutto monatlich im ersten Ausbildungsjahr bezahlt. Durchschnittlich verdienen Volontäre in Deutschland 1.426 Euro brutto im Monat.

Welche Möglichkeiten bieten sich nach dem Volontariat?

Die meisten angehenden Journalisten hoffen natürlich auf eine Festanstellung nach dem Volontariat. Allerdings wird im Durchschnitt nur jeder Dritte Volontär übernommen. Oft stehen am Ende der Ausbildung nur Zeit- oder Pauschalverträge. Für viele Volontäre geht der Weg daher in die freie Mitarbeit. Doch sie stehen nach einer fehlenden Übernahme keineswegs vor dem Nichts: Volontäre sind in der Regel sehr gut ausgebildet und können versuchen, mit einer Bewerbung andere Zeitungsunternehmen von ihren Fähigkeiten zu überzeugen.

Welche Alternativen zum Volontariat gibt es?

Das Volontariat ist die Einstiegsmöglichkeit für angehende Journalisten: Laut dem Deutschen Journalisten Verband (DJV) absolvieren gut 80 Prozent aller journalistischen Berufsanfänger ein Volontariat bei der Presse, dem Rundfunk oder bei Agenturen. Doch die Plätze sind beschränkt und sehr begehrt. Eine mögliche Alternative sind Journalistenschulen. Die bekannteste ist die des Axel-Springer-Verlages. Hier werden ebenfalls die journalistischen Grundlagen gelehrt. Als weitere Alternative bietet sich ein Studium mit journalistischem Schwerpunkt an. Und vielleicht bietet sich ja auch schon über ein Praktikum die Möglichkeit, in den Journalismus einzusteigen.

Text und Foto: Tobias Nico Boccarius

Der Presseausweis

Die meisten Journalisten besitzen einen Presseausweis. Lohnt sich eine Anschaffung auch für Berufseinsteiger und Studenten? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Viele Wege führen in die Medien

„Irgendwas mit Medien studieren“ – aber was? Diese Studiengänge könnten dein Weg in die Medien sein.

Arbeiten wie ein Profi

Das Volontariat gilt noch immer als „Königsweg“ in den Journalismus. Doch was ist das überhaupt? ​Und lohnt sich das heute überhaupt noch?

Wie gelingt der Einstieg als Freiberufler?

Steuern, Rente, Krankenversicherung: Wir zeigen euch, auf was ihr als freiberuflicher Journalist alles achten müsst.

Die Pressefreiheit – Grundlage für Journalismus

Wie sieht die Pressefreiheit in Deutschland und der Welt aus? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

<h3>Tobias Nico Boccarius</h3>

Tobias Nico Boccarius

ist 20 Jahre alt und studiert Medienmanagement mit der Vertiefung auf Medien und Sport. Bei medienMITTWEIDA ist er als CvD für die Organisation zuständig. Außerdem moderiert er die Abendsendung "Der Sportplatz" auf 99drei Radio Mittweida und arbeitet im Presseteam des Chemnitzer FC. Erste journalistische Erfahrungen konnte er über diverse Praktika bei der Sächsischen Zeitung, der Jugendbeilage LEGENDÄR und als Kommentator zweier Fußballspiele auf eRtv sammeln.