Wie groß ist die Reichweite der bekannten YouTuber unter den Multi-Channel-Networks und stellen sie eine ernstzunehmende Konkurrenz für das lineare Fernsehen dar? Oder gibt es auch ein Miteinander statt ein Gegeneinander?

Y-Titty oder Jauch? iBlali oder Gottschalk? Wie groß ist die Reichweite der YouTuber unter den Multi-Channel-Networks? Alexander Arndt, Director Partner Management von Studio71 GmbH, erklärt uns, dass YouTube und normales Fernsehen auch nebeneinander funktionieren können.

“Es ist wie eine Late Night-Show, nur während er Computerspiele spielt.”

… so Alexander Arndt über den YouTuber Gronkh.
Gronkh ist mit über drei Millionen YouTube-Followern der bekannteste YouTuber Deutschlands und noch dazu der zweit meist gegoogelte deutsche Star. Unter Vertrag ist der YouTuber bei Studio71, dem Multi Channel-Network (MCN) der ProSiebenSat.1 Gruppe und ist dort einer von vielen. Reizvoll an MCN’s für “Fernsehgruppen”, sind laut Alexander Arndt vor allem die Reichweite und Macht der Kanäle.

Alexander Arndt, Director Partner Management von Studio71 GmbH

Alexander Arndt, Director Partner Management von Studio71 GmbH.

Bekannt geworden sind viele Kanäle von allein, dennoch lohnen sich MCN’s: Sie helfen bei Production, Promotion, Vermarktung und Channelmanagement. Beispiele für erfolgreiche Zusammenarbeit von YouTubern mit MCN’s sind Projekte, wie “Last Man Standing” oder das “Let’s Play Together XXL life” auf der GamesCom 2014. Bei Letzterem waren beispielsweise innerhalb von einer halben Stunde alle Karten ausverkauft, bei einer Halle, in die 4.000 Personen hineinpassen.

Doch auch internationale Projekte werden anvisiert: So erregte zum Beispiel die YouTube Mansion von Studio 71 sogar in den amerikanischen Medien Aufmerksamkeit. Dort lebten über mehrere Monate hinweg YouTuber unter einem Dach und wurden von einem Kamerateam durch den Alltag begleitet.

Laut Alexander Arndt sind die Videoplattform YouTube und das Fernsehen gar nicht so verschieden, als man auf den ersten Blick meinen mag. Die Sehgewohnheiten der Zuschauer sind gleich, die Inhalte online sind nur neuer, so wie es damals bei VIVA oder MTV war. Der Kreis schließt sich also bei den Inhalten. Einen wesentlichen Unterschied gibt es jedoch schon: Bei der Produktion von Content für YouTube wird von Anfang an zusammengearbeitet, nicht jeder Experte nur für sich. Dadurch ist man bei der Erstellung des Contents flexibler.

Um als Universität für Studio71 interessant zu sein, sollte man neue Formate ausprobieren und kreativ sein – Mittweida bietet mit dem neuen ZMS viel Platz um sich experimentieren.

Text: Lisa Mundt. Bilder: Medienforum Mittweida.