Das Image des „Deutschen Journalisten-Verbandes, Landesverband Sachsen e.V.“ ist eingestaubt und braucht eine Verjüngungskur. Doch wie begeistert man junge Journalisten und Medienmacher für ihre Gewerkschaft? Am besten mit einer ungewöhnlichen Kampagne! 

Als ich im März letzten Jahres vor der Entscheidung stand, für welches Crossmedia-Projekt ich mich bewerben sollte, fiel meine Wahl schnell auf den „Deutschen Journalisten-Verband, Landesverband Sachsen e.V.“, kurz „DJV Sachsen“. Zum einen gefiel mir der Gedanke, an einer Kampagne für eine Gewerkschaft mitzuarbeiten und zum anderen interessiert mich der Beruf des Journalisten als Ressortleitung bei medienMITTWEIDA natürlich ganz besonders. Um weitere Erfahrungen im Grafikbereich sammeln zu können, bewarb ich mich für die Abteilung „Grafik“.

Wie erreichen wir euch?

Der „DJV Sachsen“ vertritt als Berufsverband und Gewerkschaft die berufs- und medienpolitischen Ziele und Forderungen von Journalistinnen und Journalisten aller Medien. Aber auch Medienschaffenden, wie Kameraleute, Mediengestalter, Blogger und Medien-Studenten können sich als Mitglieder beim „DJV Sachsen“ auf die Beratung, den Rechtsschutz und Service der Gewerkschaft verlassen.

Da das Durchschnittsalter der Gewerkschaftsmitglieder jedes Jahr anstieg und zu Beginn unserer Projektarbeit bei 47 Jahren lag, war das Hauptziel unserer Kampagne schnell klar. Wir mussten vor allem junge Medienmacher und Berufseinsteiger für den „DJV Sachsen“ begeistern. Das Image des Verbandes sollte moderner und zugänglicher wirken. Doch wie kann eine verstaubte Gewerkschaft junge Menschen erreichen? Unsere Wahl fiel auf den ungewöhnlichen Claim „Ein Cocktail der Möglichkeiten“. Ein Cocktail besteht aus einem Mix vieler verschiedener Zutaten, der so individuell ist, wie die verschiedenen Geschmäcker. Der „DJV Sachsen“ bietet seinen Mitgliedern eine Bandbreite von Angeboten an, die er − wie ein Cocktail − speziell an deren Probleme und Bedürfnisse anpassen kann. Zudem kann man Cocktails mit Geselligkeit, frohen Festen und Kommunikation in Verbindung bringen und so die Offenheit und den Zusammenhalt in der Gewerkschaft unterstreichen:

Die Produktionsphase

Zunächst entwickelten wir im Unterteam „Grafik“ ein Corporate Design für den „DJV Sachsen“, damit das Erscheinungsbild des Verbandes nach außen einheitlich und geschlossen wirkt. Die Leitfarben des „Deutschen Journalisten-Verbandes“ − orange und dunkelblau − mussten wir beibehalten. Stattdessen veränderten wir aber das Logo, die Auszeichnungsschrift und Formsprache. Der von uns entwickelte, minimalistisch wirkende Schwung findet sich nun im Logo und in allen Print- und Webprodukten wieder. Unseren Claim „Ein Cocktail der Möglichkeiten“ setzten wir unter anderem auf Citycards um, auf denen Cocktailrezepte abgebildet sind.

„Ein Cocktail der Möglichkeiten“-Citycards für den „DJV Sachsen“

Die frühere Website des „DJV Sachsen“ machte einen grauen, unübersichtlichen und veralteten Eindruck. Die Navigation war unlogisch aufgebaut und häufig aufgerufene Aktionen, wie die Beantragung eines Presseausweises, waren auf der Website schwer zu finden. Auch die vielen verschiedenen Blogs führten zu externen Seiten, die ohne Bezug zueinander existierten. Der neue Internetauftritt der Gewerkschaft ist mit einer neuen Gliederung und fünf Menüpunkten auf der Startseite wesentlich übersichtlicher als die alte Seite. Die Inhalte können unsere Projektpartner nun mithilfe eines Content-Management-Systems leicht selbstständig anpassen und aktualisieren.

Und das Beste kommt zum Schluss!

Höhepunkt unserer Kampagne war die Zusammenführung unserer Arbeit in der Abschlusspräsentation am 17. Januar 2014. Statt einer einfachen „Powerpoint“-Präsentation entführten wir die Zuschauer in den Alltag von Journalisten in Form einer Show. Zunächst verteilten wir Cocktails an die Zuschauer um den Bezug zum Claim aufzubauen. Dann wurde ein Zusammenschnitt aus den am häufigsten zitierten Aussagen von berühmten Personen als Song abgespielt. Daraufhin führte Moderator Walter Schulz sein Publikum − mithilfe unseres „Schildermädchens“ Katharina Espig − durch die Arbeiten der verschiedenen „Unterteams“.

Ich hoffe, dass unsere Projektpartner Michael Hiller und Ine Dippmann viel Inspiration aus unserer crossmedialen Arbeit mitnehmen konnten und den „DJV Sachsen“ nun, so wie wir, in einem neuen Licht sehen können.

Text: Sandra Kriehme. Fotos und Audio: Crossmedia-Projektteam „DJV Sachsen“.