Fit für die nächste Prüfung

von | 14. Dezember 2018

Ein sortierter Arbeitsplatz ist wichtig für eine gute Lernatmosphäre. Titelbild: Anne Baum 

Es fängt schon in der Grundschule an, geht in der Oberstufe weiter und hört auch im Studium nicht auf: das Lernen für die nächste Prüfung. Nicht selten wird dabei stupide auswendig gelernt. Langfristig hängen, bleibt jedoch oft nichts. Die folgenden Tipps und Tricks helfen nicht nur, die nächste Prüfung zu bestehen, sondern auch das Gelernte dauerhaft zu behalten.

So sieht eine gute Lernatmosphäre aus

1. Arbeitsplatz

Der Arbeitsplatz sollte vor allem eins sein: aufgeräumt. Ein gut sortierter und ansprechender Platz zum Arbeiten und Wohlfühlen ist bereits die halbe Miete. Außerdem kann es sehr hilfreich sein, den Arbeitsplatz ab und an zu wechseln. Neben dem eigenen Schreibtisch oder der Bibliothek lernt es sich auch gut in einem Café oder unter freiem Himmel.

2. Arbeitsplan

Um beim Lernen den Überblick zu behalten, ist es hilfreich sich einen Lernplan anzulegen. Hier werden zunächst alle Fächer bzw. Module aufgelistet, aus denen die Lerninhalte kommen. Anschließend werden die Inhalte nach Wichtigkeit sortiert, um herauszufiltern, was detailliert gelernt werden muss und wo ein grober Überblick über die Thematik ausreicht. Zuletzt ist es wichtig, den Lernplan auch im Alltag zu integrieren. Das heißt Termine fürs Lernen genauso zu setzen, wie für Sport oder eine Verabredung.

3. Lernpausen machen

Nach getaner Arbeit ist es absolut in Ordnung sich auch etwas zu gönnen, am besten eine kleine Pause. Laut der Pomodoro-Technik sollte nach jeweils 25 Minuten des Lernens eine 5-Minuten-Pause eingelegt werden. Durch die regelmäßigen Unterbrechungen wird die Konzentration aufrecht erhalten und das Lernen geht leichter von der Hand.

4. Wiederholen

Ohne Wiederholungen kann das Gelernte nicht im Gedächtnis behalten werden, egal, wie wir es uns aneignen. Deswegen sollte das regelmäßige Wiederholen des Stoffes mit im Lernplan enthalten sein. Es kann helfen, sich selbst Fragen zu stellen, sich von anderen abhören zu lassen oder alte Prüfungsfragen durchzugehen.

5. Kleine Belohnungen

Kleine Belohnungen lockern den Lernprozess auf. Es ist wichtig sich Teilziele zu setzen und sich nach getaner Arbeit mit etwas Süßem oder einem Spaziergang zu belohnen.

6. Keine Ablenkungen

Während des Lernprozesses sollte sich vor allen möglichen Ablenkungen geschützt werden. Am besten ist es, alle elektronischen Geräte auszuschalten und Meldungen abzustellen, die beispielsweise zeigen, dass neue Mails im Postfach eingegangen sind.

Mit Lernmethoden durch die Prüfung

Um den Lernstoff nicht nur auswendig zu lernen und ihn kurz nach der Prüfung wieder zu vergessen, gibt es zahlreiche Lernmethoden, die helfen sollen das Gelernte dauerhaft im Gedächtnis zu behalten.

Loci-Methode

Bei der Loci-Methode wird sich in Gedanken eine Route überlegt, entlang derer der Lernstoff gedanklich platziert wird, um ihn später wieder abrufen zu können. Eine solche Route kann der Heimweg sein, ein Raum oder ein Spaziergang durch den Ort. Markante Stellen der Route werden nun mit dem Gelernten in Verbindung gebracht. Geht man die Strecke anschließend in Gedanken erneut entlang, ist es einfacher sich zu erinnern. Noch effektiver ist diese Methode, wenn man sich Geschichten zu den einzelnen Stellen ausdenkt. Je außergewöhnlicher die Bilder, desto besser lässt sich das Gelernte merken.

Der Gedächtnispalast

Der Gedächtnispalast ist eine Weiterentwicklung der Loci-Methode. Vor dem inneren Auge wird ein Raum oder ein ganzes Gebäude errichtet, worin das Gelernte abgelegt wird. Das Gebäude kann nach und nach durch neue Räume , die neue Themen enthalten, erweitert werden. Der Lernstoff wird an Dingen und Gegenständen verortet, die sich in diesem Raum oder dem Gebäude befinden. Während der Prüfung kann man dann in Gedanken durch den Palast spazieren und sich so das Gelernte wieder ins Gedächtnis rufen.

SQ3R-Methode

Die SQ3R-Methode wird vor allem für wissenschaftliche Texte angewendet.

S – Survey

Bei der SQ3R-Methode wird sich zuerst ein Überblick verschafft, in dem man sich die Überschriften, Buchdeckel und Vorworte genauer ansieht.

Q – Questions

Dann werden Fragen formuliert, die man sich selbst stellt und die der Text bestenfalls beantworten soll.

R – Read, Recite, Review

Anschließend wird gelesen. Um den Text in eigenen Worten wiedergeben zu können, werden wichtige Schlüsselbegriffe markiert und der Text in Sinnabschnitte gegliedert. Zuletzt erfolgt der Rückblick. Das Gelesene wird nun in einen größeren Kontext gebracht.

Ganz allgemein lässt sich sagen, dass jeder für sich selbst entscheiden muss, welche Lernmethode für ihn die beste ist. Die eben beschriebenen Techniken helfen der nächsten Prüfungsphase entspannt entgegen zu sehen und sie erfolgreich zu bewältigen.

Text und Titelbild: Anne Baum