Nichts ist so nervtötend, wie der Lückenfüller zwischen zwei Sendungen – die Rede ist von der TV-Werbung. Doch ist der klassische Werbespot in Zukunft noch präsent oder wird er doch durch andere Werbemodelle abgelöst?

Auch im Jahr 2014 ist der Werbefilm noch immer der Königsweg der klassischen Markenkommunikation. Circa 1.600 Werbefilme werden in Deutschland jährlich produziert und damit im letzten Jahr ein Umsatz von 350 Mio. Euro generiert.

Zum Medienforum Mittweida 2014 war Carlo Walther, Werbefilmproduzent bei Tony Petersen Film, zu Gast. Er konnte dem Publikum einige interessante Einblicke in die gegenwärtige Entwicklung der Werbebranche geben.

Ihm zufolge findet gerade eine deutlich sichtbare Bewegung in Richtung Online-Vermarktung statt. Statt wie früher 30-Sekunden-Clips für das lineare Fernsehen zu produzieren, geht der aktuelle Trend zu kurzen Teaserclips, die im TV ausgestrahlt werden, während der volle Werbefilm für die Onlinevermarktung verwendet wird.

Ein gutes Beispiel ist die aktuelle Imagekampagne des Internetversandhandels “Redcoon”. Auch diese Werbefilmkampagne wurde von Produzent Carlo Walther konzipiert. Hier folgte man dem aktuellen Trend und produzierte für das Fernsehen nur einen Kurzclip, der die Thematik anteasern sollte, während die Gesamtversion des Clips für die Onlinevermarktung bestimmt ist. Hier sieht man sehr deutlich: Die klassische Hauptverwertungsquelle des Werbespots wandelt sich immer mehr in Richtung Online.

http://youtu.be/qbE9irr5QUs

Doch nicht nur in der Verbreitung vollzieht sich ein sichtbarer Wandel. Während der Kontakt zwischen Werbekunde und Produktionsfirma früher nur über Werbeagenturen gepflegt wurde, wenden sich die Kunden heutzutage immer häufiger selbst an Werbefilmproduzenten. Dies hat vor allem den Vorteil, dass man Kosten spart und individuelle Ideen besser umgesetzt werden können.

Wir werden sehen, inwiefern sich diese neuartigen Werbefilm-Konzepte in Zukunft durchsetzen werden und ob sie den klassischen Werbespot verdrängen können.

Text: Dominik Schille. Bilder: Medienforum Mittweida.