Interessante Panels, hochkarätige Gäste und viele spannende Medienthemen: Die zwei Kongresstage des Medienforums Mittweida 2015 vergingen wie im Flug. Ihr habt nicht dabei sein können? medienMITTWEIDA hat für euch die Geschehnisse zusammengefasst.

Von Journalismus in Syrien bis hin zu den neuen Fernsehformaten

Das erste Panel hatte es gleich in sich: Hubertus Koch überzeugte das Publikum mit seiner offenen Art, er berichtete über seine Erfahrungen als Journalist in Syrien. Unterstützt wurde er von dem syrischen Journalisten Majid Al-Bunni, der seinen Vortrag auf Englisch hielt. Gespannt folgte das Publikum dem ersten internationalen Gast des Medienforums.

Für alle Englischmuffel ging es nach diesem Panel in „Good Old German“ weiter, und zwar mit dem Thema Marketing: Andreas Gall vom „Red Bull Media House“ erklärte den Zuschauern, dass „Red Bull verleiht Flügel“ nicht nur ein Werbespruch sei, sondern sein „Daily Business“. Für viele Besucher war sein Vortrag eines der Highlights des ersten Kongresstages, vor allem wegen seiner erfrischenden Vortragsweise.

Und weiter ging’s. Pascal Tonecker erklärte dem Publikum, wie aus einem Hühnchen ein Drachen wird, welche Arbeitsschritte es dabei gibt und wie seine Arbeit bei PIXOMONDO aussieht. Aufgrund des Serienerfolgs von „Game of Thrones“ und „House of Cards“ fanden sich viele Serienjunkies im Publikum wieder, sodass das Fernsehstudio gut gefüllt war.

Im Panel „PLAN IT.FEEL IT.KEEP IT.” wurden die Zuschauer hingegen rund um das Marketinginstrument Event informiert, von der Planung zur Vermarktung bis hin zur rechtlichen Absicherung. Wobei der rechtliche Rahmen von Frau Dr. Risch-Kerst in einem durchaus eigenwilligen Monolog geführt wurde und den Wissensfundus einiger Zuschauer sprengte.

Was geschah da nur in der zweiten Etage des ZMS?

Was wie ein Speeddating wirkte, war in Wirklichkeit die Recruiting Lounge, bei der Interessierte die Möglichkeit bekamen, sich mit den Vertretern von Unternehmen wie Cine Plus & Das Werk, der Axel Springer Akademie oder dem Red Bull Media House zu unterhalten. Ziel dabei war es, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen und sich vielleicht einen Praktikumsplatz zu sichern.

Abgerundet wurde der erste Tag von der sogenannten „Elefantenrunde“, bei der Vertreter großer deutscher Fernsehsender über lineares und non-lineares Fernsehen diskutierten. Geteilt war der Talk in drei Lager, auf der einen Seite saßen Philipp Bitterling und Jörg Wiesner, die die öffentlich-rechtlichen Sender repräsentierten und auf der anderen Seite Felix Wesseler, Alleinkämpfer für die privaten Sender. Zwischendrin die Onlinefraktion rund um Thomas Lückerath und Christoph Krachten. Leider erschien die Moderatorin Anna Lena Kirnberger im Vergleich zu den „Elefanten“ wie eine „Maus“, da sie sich gegenüber den Männern der Runde nur schwer durchsetzen konnte.

Wir fassen zusammen: Ein toller erster Tag, der viel Lust auf den zweiten machte.

Alle guten Dinge sind zwei – zumindest beim Medienforum

Der zweite Tag begann mit der Talkrunde über das Thema Charlie Hebdo, wobei auch der Anschlag vom Freitag, dem 13. November 2015, eine große Rolle spielte. Besprochen wurde unter anderem, wie weit Satire und Meinungsfreiheit gehen dürfen. Ein Thema, das die Besucher bewegte. Leider kam es dabei weniger zu einer spannenden Diskussion – man hatte eher den Anschein, einer Serie von Vorträgen zu folgen.

Wie schon am ersten Tag im Panel mit Christian Krachten spielte auch am Dienstag YouTube eine Rolle. Dabei kam in dem Panel „Why so serious?“ jedoch nicht ausschließlich das Thema YouTube auf. Ein Referent des letztjährigen Medienforums, Alexander Arndt, sprach wie schon im letzten Jahr über „Studio 71“. Außerdem war Daniel Brückner von „UFA Lab“ zu Gast.

Den Fragen, wie sich der Onlinejornalismus entwickelt oder was eine zeitgemäße News-App bieten muss, versuchten die Gewinner des „Call for Papers“-Wettbewerbs, Christoph Rieth, Hans-Jörg Evert und Johannes Meyer, in ihrer Keynote zu klären.

Da es am Montag nur amerikanische Serien in die Panels geschafft haben, dachte sich wohl das Team des Medienforums: „Wir brauchen auch was Deutsches!“ Und so stellte Kerstin Ramcke, die Geschäftsführerin von „Nordfilm“, die in Deutschland produzierte Serie „Der Tatortreiniger“ vor. In der einstündige Keynote drehte sich alles rund um Produktion und Inhalt.

Auch der zweite Tag musste ein Ende finden. Dies geschah mit dem traditionellen Talk des Udo-Steinberg Symposiums. Das Thema im diesen Jahr: Sport, Fans und Medien. Die Runde war breit aufgestellt: Vom Sportpsychologen über den Polizeihauptkommissar bis hin zum Mediendirektor des DFB, alle kamen sie zu Wort. Es war eine äußerst unterhaltsame Gesprächsrunde mit kontroversen Meinungen und stellte einen tollen Abschluss des Medienforums 2015 dar.

Impressionen der Besucher

Für viele Besucher war es ein tolles Erlebnis, vor allem für die Erstsemester der Fakultät Medien und für die Referenten selbst, die die Professionalität des Kongresses lobten. Aber auch einige Verbesserungsvorschläge wurden genannt:

„Es hat uns sehr gut gefallen und es gab wirklich interessante Gäste.“ ~ Student

 

„Es ist wirklich schön gewesen, leider gab es zu wenige Plätze im TV-Studio und in den Streamingräumen.“ ~ Student

 

Ronny, unser Medienmaskottchen, meinte: „Es war ein sehr gutes Medienforum, live und in Farbe war es ganz prima. Ich bin verliebt in Mittweida.“

 

„Leider kam meiner Meinung nach das Publikum etwas zu kurz, viele Fragen blieben unbeantwortet.“ ~ Studentin

 

„Die Speaker hatten eindeutig zu wenig Zeit, vieles wurde im Eiltempo vorgetragen.“ ~ Student

Für die einen war es vorbei…

…doch für das Team des Medienforums war noch lange nicht Schluss. Im Schwanenschlösschen wurde der Ausklang des Events noch ausgiebig gefeiert.

Text: Christin Müller & Fabian Opitz. Beitragsbild: Laura Wirth.