Sebastian Radke ist tot +++ Missgeschick bei „Newtopia“ +++ „Le Soir“ gehackt

Trauer um Sebastian Radke

Die Medienwelt trauert um Sebastian „Basty“ Radke.
Der Radiomoderator ist am Mittwoch, dem 8. April 2015, überraschend von uns gegangen.

Wie welt.de berichtet, kollabierte er während seiner täglichen Morgensendung im Studio. Wenig später verstarb er im Krankenhaus. Er wurde nur 40 Jahre alt.

Sein arbeitgebender Radiosender 98.8 Kiss FM bestätigte später die Nachricht auf Facebook:

„Sebastian „Basty“ Radke ist tot. Unser beliebter Kollege, Freund und Moderator verstarb heute völlig unerwartet und plötzlich. Basty wurde 40 Jahre alt. Wir sind in tiefer Trauer. Basty, wir denken an Dich!“

Auch der Programmdirektor von 98.8 KISS FM, Sebastian Voigt, meldete sich zu Wort:

„Wir sind geschockt und unfassbar traurig. Basty gehörte seit 15 Jahren zum Team und war ein klasse Kumpel, ein witziger, kluger, wunderbar schräger und herzlicher Mensch. Unser Mitgefühl und aufrichtiges Beileid gilt der Familie und engen Freunden.“

Gerüchten zufolge erlitt er einen Herzinfarkt, doch offiziell bestätigt ist noch nichts. An den darauffolgenden Tagen verabschiedete sich der Sender gemeinsam mit den Hörern von Basty.
Seine Kollegin Marie sprach stellvertretend für das gesamte Kiss-FM-Team:

„Dein schräger schwarzer einzigartiger Humor gepaart mit unglaublich viel Wissen und Professionalität hat jetzt schon ein riesen Loch in die Redaktion gerissen, und wird für immer fehlen.“

Auch die Diskussionssendung „Facetalk mit Lukas und Toyah“ widmete dem beliebten Moderator unter dem Namen „Bye Bye, Basty“ ihre Sendezeit.
Sein Kollege Lukas beschrieb ihn in der Sendung als „Herzensmensch[en]“.

Auch viele Hörer trauern um den beliebten Radiomoderator:

Moderator Micky Beisenherz („Stadt, Land… – Promi-Spezial“, „Die nervigsten Deutschen“) nahm in einem sehr persönlichen und bewegenden Brief Abschied von seinem Kollegen und Freund.
Zu finden ist der Nachruf unter dem Titel „Zum Tod von Basty Radke: „Eines Menschen Herz“ auf stern.de.

„Newtopia“- das war wohl nichts

In der #medienWOCHE vom 21. bis 27. Februar haben wir auf medienMITTWEIDA bereits über die neue Sendung „Newtopia“ auf Sat.1 berichtet.

15 Kandidaten, ein unbebautes Stück Land und eine Vision: Innerhalb eines Jahres soll dort eine völlig neu erbaute Gesellschaft entstehen.

„Newtopia ist ein großes Abenteuer mit echten Menschen, mit echten Gefühlen und echten Träumen“ – so wirbt der Sender für seine Show. Ein Experiment, ohne Vorgaben, ohne Drehbuch.

Alles echt? Von wegen!

Anfang dieser Woche löste der nächtliche Livestream der Sendung in der Nacht zu Montag eine Welle der Empörung aus: Ein offenbar versehentlich gefilmtes Meeting der Kandidaten mit der Executive Producerin Jaqueline Boßdorf entlarvte „Newtopia“ als Scripted Entertainment. Detaillierte Anweisungen – Ideen der Produktionsfirma, die als die eigenen ausgegeben werden sollten!

Am Montag-Morgen reagierte Sat.1 sofort mit einer Stellungnahme auf der offiziellen Newtopia-Facebook-Seite, und entschuldigte sich:

 „SAT.1 sagt Entschuldigung!

Heute in der Nacht war eine Mitarbeiterin der ‚Newtopia‘-Produktionsfirma Talpa Germany offensichtlich bei den Pionieren in der“ Newtopia“-Scheune. Sie hat von sich selbst gesagt, dass sie betrunken sei und dann mit den Pionieren über die Zukunft von ‚Newtopia‘ gesprochen.

Dieses Gespräch konnte man über die 360-Grad-Kamera verfolgen.

Diese Aktion war nicht mit dem Sender SAT.1 abgesprochen. Trotzdem entschuldigen wir uns aufrichtig dafür. Solche Gespräche sind nicht im Interesse von SAT.1.

Wir, das Team von SAT.1, klären gerade auf, wie es zu diesem Vorfall hat kommen können. Wir werden euch so schnell wie möglich über die Hintergründe informieren.“

Kurze Zeit später gab auch die Produktionsfirma Talpa Germany auf derselben Seite ein Statement ab:

„[…] Die 15 Pioniere in Newtopia sind vollständig selbst dafür verantwortlich, wie sie ihr Leben gestalten. Was wir als Zuschauer in den Live-Streams und in den täglichen Folgen auf den Bildschirmen sehen, ist echt.

In jeder Reality-Show werden die Teilnehmer von den Producern der Show beraten und betreut. Dies geschieht in Newtopia – und in der holländischen Version Utopia – sehr zurückhaltend. Die Producer nehmen diese Möglichkeit zu Zeiten wahr, in denen die Kameras abgeschaltet sind, z.B. während Wartungsarbeiten.

Wir von Talpa Germany bedauern, was gestern Nacht in Newtopia passiert ist. Der Vorfall wird untersucht und, falls notwendig, werden angemessene Schritte unternommen.“

Doch einen Shitstorm konnte der Sender damit nicht abwehren.

Zuschauer und Fans der Serie sind entsetzt und lassen ihren Frust in den sozialen Netzwerken freien Lauf. Dort heißt „Newtopia“ jetzt nur noch „Faketopia“. Es regnet Kritik ohne Ende:

Laut Meedia hätten viele Zuschauer schon lange vor diesem Skandal Bedenken bezüglich dem Wahrheitsgehalt von „Newtopia“ gehabt. Das lässt sich auch aus vielen Posts herauslesen.

Die Produzentin der Show wurde übrigens von ihrer Arbeit beurlaubt.

Hackerangriff auf belgische Zeitung

Hacker hatten es diese Woche auf den Onlineauftritt der „Le Soir“ abgesehen – eine der größten französischsprachigen Zeitungen in Belgien. Diese ist öfters Opfer von Cyberattacken, doch diesmal konnte die Firewall den Angriff nicht abwehren.

Laut T-Online erklärte IT-Chef Van Der Biest auf der verlagseigenen Nachrichten-Website Sudinfo das Vorgehen:

„Das Problem konnte nicht aus der Ferne gelöst werden und deswegen sind wir ins Data-Center, wo all unsere Server stehen. Nach einer ersten Analyse haben wir entschieden, offline zu gehen, um auszuschließen, dass Piraten von außen Nachrichten platzieren.“

Erst am Montagmorgen war „Le Soir“ wieder online.
Ob es einen Zusammenhang mit dem Hacker-Angriff auf TV5 Monde gibt, ist noch unklar.

Text: Lisa Scharfenberger. Quelle des Beitragsbildes: Screenshot KISS FM. Bearbeitung: Christine Wolf.