Gutachten über Datenübertragung nach Amerika +++ #Winterkorn +++ Selfie from Hell

Datenübermittlung nach Amerika kann in Zukunft schwer werden

Bei Facebook ging es diese Woche wieder um das große Thema Datenschutz, denn der Generalanwalt Yves Bot hat erkannt, dass die Daten der europäischen Bürger nicht ausreichend vor Geheimdiensten geschützt werden. Das veröffentlichte der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Mittwoch in einer Pressemitteilung. Damit wäre es ungültig, das Datenschutz-Niveau der USA als angemessen einzuordnen. Das tat allerdings die EU-Kommission bereits im Jahr 2000.

Der EuGH wird nun über dieses Gutachten von Bot entscheiden. Dabei ist bekannt, dass sich der Gerichtshof in den meisten Fällen der Meinung Bots anschließt, jedoch nicht in allen Aspekten. Ein noch ausstehendes Urteil des EuGH ist aber erst in einigen Monaten zu erwarten.

Ausgelöst hat das Verfahren der Facebook-Kritiker Max Schrems, Gründer von „EUROPE versus FACEBOOK“. Er kann jetzt schon durchaus einen Erfolg verzeichnen.

Sollte das Gericht dem Gutachten zustimmen, steht das Abkommen „Safe Harbor“ auf der Kippe. Dieses Abkommen willigt einer Datenweiterleitung in die USA ein. Durch ein Urteil müsste hier neu verhandelt werden. Gefordert wird das auch schon seit Snowdens Enthüllungen.

Wie horizont.net berichtet, behaupte Facebook, dass kein Zugriff auf Daten der EU-Bürger gewährt wird und man sich an die EU-Datenbestimmungen halte.

Und vielleicht ist dieser Tweet ein Denkanstoß für uns, sensibler mit der Weitergabe unserer Daten umzugehen:

Volkswagen in der Krise und die Medien mittendrin

Wie ein Thema aus der Automobilbranche ganz schnell zum „Medienhit“ wird, hat uns diese Woche VW gezeigt – wenn auch nicht freiwillig. Hintergrund war der Vorwurf der Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency), dass Volkswagen gegen das Klimaschutzgesetz verstoße. Dadurch wurde der Rückruf von 482.000 Dieselfahrzeugen verlangt, berichtet spiegel.de. Genauer: VW hat mit einer speziellen Software die Messung des Schadstoffausstoßes manipuliert. Am Sonntag bekannte sich laut einem Bericht von Reuters Deutschland ein Firmensprecher zu den Vorwürfen:

„Wir haben das gegenüber der Behörde eingeräumt. Der Sachverhalt trifft zu. Wir arbeiten aktiv mit der Behörde zusammen.“

Durch diesen Skandal trat am Mittwoch VW-Chef Winterkorn zurück und verabschiedete sich unter anderem mit den Worten:

„Volkswagen braucht einen Neuanfang – auch personell.“,

wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet. Er habe davon nichts gewusst, meldete „Focus Online“. Ihm stehen nun 30 Millionen Euro Abfindung und 28,6 Euro Pension zu.

Der Rücktritt Winterkorns und die Aufdeckung der gefälschten Abgaswerte bei VW sorgten für viel Aufruhr auf Twitter:

Doch nicht nur Twitter-User beschäftigen sich mit diesem Thema. Auch die Medien fragen sich, ob Journalisten so etwas nicht vorher aufdecken konnten. Das Medienmagazin ZAPP hat diesem Skandal einen Beitrag gewidmet. Heraus kam, dass Journalisten sehr wohl wussten, dass angegebene Abgaswerte unrealistisch sind und im normalen Straßenverkehr nicht eingehalten werden. Getestet werden die Fahrzeuge auf ihre Werte unter Laborbedingungen. Dass ein krimineller Gedanke dahinter steckt, kam aber auch für Autojournalisten unerwartet.

Wie ein Selfie dir die Bachelorarbeit rettet

Wenn euch noch das passende Thema für die Bachelorarbeit fehlt, solltet ihr euch ein Beispiel an Meelah Adams nehmen. Sie landete quasi mit ihrer Bachelorarbeit einen YouTube-Hit.

Aber zurück auf Anfang: Meelah Adams ist eine Studentin der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Lemgo, nahe Bielefeld. In ihrer Bachelorarbeit wollte sie untersuchen, von welchen Faktoren der Erfolg eines viralen Spots abhängt. Da kam nichts gelegener, als selbst einen Spot zu erstellen. Gemeinsam mit Regisseur Erdal Ceylan hat sie diese Idee in die Tat umgesetzt: Heraus kam ein Spot namens „Selfie from Hell“. Eine junge Frau schießt Selfies von sich und entdeckt auf den Bildern eine schwarze Gestalt. Das Video schlug ein wie eine Bombe und ist durch die umfangreiche Berichterstattung in deutschen und internationalen Medien nun auf Platz 1 der YouTube-Klickzahlen, berichtet die Hochschule Ostwestfalen-Lippe.

„Man kann niemanden dazu zwingen, das Video zu gucken und zu verbreiten“

Dies sagte Meelah in einem Interview mit welt.de. Doch wie kommt man dann zu einem großen Erfolg bei YouTube? Kurz gesagt: Zeit, Spannung und Trends. Meelah erklärt, ein Spot dürfe nicht länger als drei Minuten sein, solle den Zuschauer die ganze Zeit binden und – damit es gesehen wird – den jeweiligen Trend der Zielgruppe beinhalten. Was ist da für junge Leute schon besser als Zombies und Selfies?

Übrigens: Am Montag hat Meelah dann ihre Leistung auch auf Papier ausgezahlt bekommen und eine 1,0 kassiert. Glückwunsch!

Text: Lisa Steinert: Beitragsbild: Ⓒ Volkswagen unter CC BY 3.0. Bearbeitung: Christine Wolf.