LeFloid bei EinsPlus +++ Wirbel um Sex-Doku im ZDF +++ Schleichwerbung beim „Kicker“

YouTuber jetzt auch mit eigenem Format im TV

Nach dem Interview mit Bundeskanzlerin Angela Merkel scheint es für YouTube-Star LeFloid rund zu laufen, denn nach YouTube heißt es jetzt: Gaming-Show im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen. Unter dem Namen „1080NerdScope“ startet er zusammen mit den YouTubern Frodoapparat und RobBubble Anfang August eine neue Gaming-Show. Diese wird auf EinsPlus sowie auf dem YouTube-Kanal DoktorFroid zu sehen sein, wie focus.de berichtet.

Der Südwestrundfunk schreibt dazu in einer Pressemitteilung:

„Ab dem 1.8. bringt der SWR die neue Online-Reihe an den Start. Samstags laufen die 13- bis 15-minütigen Folgen auf dem Youtube-Kanal „DoktorFroid“ und ab dem 4.8. dienstags um 22.45 Uhr in EinsPlus.“

Bei „1080NerdScope“ werden die neusten Computerspiele nicht nur vorgestellt, sondern auch live gespielt und dabei kommentiert, so stern.de. Dafür sind insgesamt 15 Folgen geplant, die abwechselnd zu zweit moderiert werden.

Nach Informationen von stern.de sind die drei YouTuber schon sehr auf den Start der neuen Gaming-Show gespannt:

„Wir freuen uns sehr auf ‚1080NerdScope‘, da wir hier – unabhängig von Werbegeldern – ein Format umsetzen können, von dem wir schon lange träumen.“

 

 

Bild-Chefredaukteur stichelt gegen Sex-Doku im ZDF

Erst zwei Mal MDR – jetzt ZDF. Die Sex-Doku „Make Love – Liebe kann man lernen“ ging am Dienstag im Zweiten Deutschen Fernsehen in die dritte Runde.
Die Sendung möchte dabei „ein realitätsnahes Bild von Sexualität abseits der Pornographie vermitteln“ wie rp-online.de schreibt.

Schon wenige Stunden vor der Ausstrahlung war die neue Staffel in aller Munde – mit Titeln wie „Mit dem Zweiten vögelt man besser“  auf tagesspiegel.de oder „Popo-Sex-Nachhilfe bei den Mainzelmännchen“ aus der Stern-Redaktion wurde bereits kräftig die Werbetrommel gedreht.

Auch die Bild-Zeitung ließ sich ihre Titelstory „Popo-Sex-Unterricht“  über die Aufklärungsdoku nicht nehmen, wie meedia.de berichtet.

Darüber hinaus machte sich auch Bild-Chefredakteur Kai Diekmann auf seinem privaten Twitter-Account über die anstehende Folge lustig:

Das ZDF konterte mit den Worten:

Daraufhin setzte Diekmann noch einen drauf:

Die erste Folge der Doku wurde übrigens auch von der Internetgemeinde mit den Hashtags #makelove und #fickenlernenimzdf mitverfolgt:

Ist Manuel Neuer in die Falle der Schleichwerbung getappt?

Wir alle kennen diese typischen Sportler-Interviews. Die Sportler sprechen über ihre Karriere, ihren Verein oder die Zukunft. So auch Bayern-Torwart Manuel Neuer in der neusten Ausgabe des Sportmagazins „Kicker“ mit dem Titel „Kicker-Sonderheft 2015/2016.

Doch bei genauem Hingucken merkt man, dass dieses Interview anders als andere ist.
Grund dafür ist die versteckte Werbung.

Manuel Neuer ist nämlich nicht nur Torwart, sondern auch Markenbotschafter für adidas, Coca-Cola, Sony und Allianz. Doch im Interview wird ihm die Frage, für welche Marken er als Werbepartner stehen will, jetzt zum Verhängnis, wie meedia.de schreibt.

Denn der 29-jährige antwortete:

„Ich wähle Partner, hinter denen ich auch stehe. Es muss zu mir passen. Allianz zum Beispiel steht für Rückhalt, wie ich als Torwart auch. Coke Zero steht für das Zu-null, das ich immer schaffen will; Sony für die Schärfe des Bildes, die ich auch benötige.“

Ist das wirklich Neuers spontane Antwort auf die Frage oder war die Aussage vorher einstudiert?

Die Sprecherin des Deutschen Presserats, Edda Eick, sieht die Antwort des deutschen Nationaltorwarts als „höchst problematisch und diskussionswürdig“ an, so tagesspiegel.de. Demnach steht das Gesagte im Konflikt mit Ziffer Sieben des Pressekodexes, die besagt:

 „Die Verantwortung der Presse gegenüber der Öffentlichkeit gebietet, dass redaktionelle Veröffentlichungen nicht durch private oder geschäftliche Interessen Dritter oder durch persönliche wirtschaftliche Interessen der Journalistinnen und Journalisten beeinflusst werden. Verleger und Redakteure wehren derartige Versuche ab und achten auf eine klare Trennung zwischen redaktionellem Text und Veröffentlichungen zu werblichen Zwecken. Bei Veröffentlichungen, die ein Eigeninteresse des Verlages betreffen, muss dieses erkennbar sein.

Neuers Medienberater Bernhard Schmittenbecher sieht das jedoch anders und verteidigt seinen Schützling. Dieser habe ausschließlich die Unternehmen genannt und den Grund dafür, warum er die Partnerschaft eingegangen sei. Dabei sei er nicht auf Produkte der jeweiligen Unternehmen eingegangen.

Doch nicht nur Manuel Neuer, sondern auch der „Kicker“ selbst steht nun in der Kritik.
Denn viele fragen sich jetzt, warum der Redakteur die Frage so überhaupt gestellt hat – und dann ohne Nachhaken zur nächsten Frage übergegangen ist.
Auch Kicker-Chefredakteur Jörg Jakob wehrt den Vorwurf der Schleichwerbung ab, wie tagesspiegel.de weiter schreibt:

 „Soweit mir bekannt ist, gibt es Sportler, die sich mehr Gedanken machen über ihre Werbepartner als andere. Es muss erlaubt sein, auch solche Aspekte anzusprechen.“

Sowohl Manuel Neuer, als auch der „Kicker“ wurden auf Twitter stark kritisiert.

Text: Lisa Scharfenberger. Beitragsbild: Screenshot: News! Nerdig! Geil! Die neue Show! #1080NerdScope ⒸDoktorFroid (YouTube). Bearbeitung: Louisa Bandura