Einschränkung der Pressefreiheit in Ägypten +++ Flüchtlinge im ÖPNV: BILDblog vs BILD +++ #merkelplaylist

Einschränkung der Pressefreiheit in Ägypten

Am Sonntag unterzeichnete der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi ein Anti-Terror-Gesetz, welches die Pressefreiheit nach und nach in Ägypten einschränken könnte. Offiziell soll das Gesetz dem Kampf gegen den Terror im Land zugutekommen, so die Deutsche Welle. Dennoch könnte damit unabhängiger Journalismus schwierig sein.

So werden Journalisten dazu gezwungen, nur über offizielle Informationen zu berichten. Das heißt, dass den Journalisten bei einer Berichterstattung, die keine offizielle Meinung wiedergibt, in puncto Sicherheitsoperationen und Terrorattacken hohe Geldstrafen winken. Journalisten können sich dann also nicht mehr auf Augenzeugen berufen.

Grund für dieses Gesetz: Journalisten berichteten von mehreren Dutzend Toten beim ägyptischen Militär bei Konflikten mit Islamisten auf der Sinai-Halbinsel sowie bei einem Anschlag auf den Staatsanwalt Hisham Barakat. Dabei berufen sich die Journalisten auf Augenzeugen und anonyme Sicherheitskräfte. Offiziell sprach man in Ägypten allerdings von „nur“ 21 Toten. Mit solchen Quellen darf deshalb nun nicht mehr gearbeitet werden.

Weicht jetzt ein Medienbericht von der offiziellen Aussage eines Anschlags ab, müssen mindestens 200.000 und höchstens 500.000 ägyptische Pfund (etwa 23.000 bis 57.000 Euro) gezahlt werden. Auch ein einjähriges Berufsverbot sei laut taz.de möglich. Eine mögliche Folge ist, dass kleine Verlage durch diese Regelung bankrott gehen könnten und größere Medien nicht mehr unabhängig berichten. Es bleibt nun abzuwarten, ob das Gesetz nur in Kraft tritt, wenn man vorsätzlich falsche Informationen verbreitet oder auch, wenn man unbewusst falsch berichtet hat.

BILDblog: „Die BILD schürt Hass gegen Flüchtlinge“

BILD.de-Chefredakteur Julian Reichelt reagierte diese Woche mit einem langen Facebook-Beitrag auf eine Kritik des BILDblogs bezüglich der Berichterstattung über Flüchtlinge in Deutschland. Der BILDblog kritisierte besonders einen Artikel mit der Schlagzeile „HVV drückt bei Flüchtlingen ein Auge zu“. In dem Artikel schreibt die Hamburger BILD-Redaktion, dass der Hamburger Verkehrsverbund „aus Angst vor schlechter Presse“ Flüchtlinge ohne gültiges Ticket auch kostenfrei befördere. Dabei beruft sich die Zeitung auf einen internen Bericht des Verkehrsverbundes. Doch BILDblog hat genauer hingesehen und noch einmal beim HVV nachgefragt. Dabei stellte sich heraus, dass alle Personen mit Sprachbarrieren oder die ausversehen ein falsches Ticket dabei haben, die öffentlichen Verkehrsmittel kostenfrei nutzen dürfen. Also werden nicht ausschließlich Flüchtlinge bevorzugt. Bild schüre mit solchen Meldungen, bei denen Informationen zum Grundverständnis fehlen oder weggelassen werden, den Hass gegen Flüchtlinge, so BILDblog.

Doch BILD.de-Onlinechef Julian Reichelt schien das nicht ganz verstanden zu haben. In seinem Statement dazu auf Facebook sprach er lediglich davon, wie oft die BILD und auch er persönlich Flüchtlingen hilft. Er zählt viele Projekte auf, bei denen sich BILD beteiligt hat, ohne darüber zu berichten. Am Ende heißt es:

„Niemand bei BILD erwartet dafür einen Dank. Wir tun es, weil es das Richtige ist. Was ich persönlich allerdings erwarte, ist, dass wir dafür nicht von Schreibtisch-Ideologen wie Mats Schönauer und Stefan Niggemeier verunglimpft und als Flüchtlingshasser verleumdet werden.
Wenn Mats Schönauer und Stefan Niggemeier auch nur einen Funken von dem Anstand hätten, den sie uns absprechen, würden sie sich für ihre üblen, völlig haltlosen Unterstellungen entschuldigen. Aber das wird nicht passieren.“

Auf die eigentliche Kritik des BILDblogs ging Julian Reichelt gar nicht ein. In einem neuen Artikel auf dem BILDblog schreibt Mats Schönauer als Antwort auf den Facebook-Post.

„Stimmt: wird es nicht. Aber nicht aus mangelndem Anstand, sondern weil Julian Reichelt unseren Text offenkundig nicht verstanden hat. Wir werfen „Bild“ und ihm ja nicht vor, „Flüchtlingshasser“ zu sein. Sondern den Hass zu schüren, indem sie bewusst Fakten verschweigen oder verdrehen, um aufregende Schlagzeilen präsentieren zu können — die dann wiederum in Sozialen Netzwerken und den Köpfen vieler Leser die Stimmung gegen Flüchtlinge anheizen.“

Auf Twitter ließen die von BILDblog befürchteten Reaktionen auch nicht lange auf sich warten:


https://twitter.com/DerNilser/status/628882397610803200

Sommer, Sonne – Merkels Lieblingshits

Manchmal macht man sich ja über alles Mögliche Gedanken. Zum Beispiel: Hat Kate Moss ein fettiges Lieblingsessen? Kann Günther Jauch mittlerweile alle Fragen von „Wer wird Millionär?“ beantworten? Oder: Welche Musik hört eigentlich unsere Kanzlerin?

Letztere Frage kam tatsächlich im Netz auf. Aufhänger der ganzen Sache war, dass Barack Obama seine persönliche Sommer-Playlist auf Spotify veröffentlichen ließ.

Der Präsident von den Vereinigten Staaten hört also gern Florence and the Machines „Shake it out“ und viele amerikanische Soulklassiker. Da Barack Obama ganz freiwillig seine Playlist veröffentlichen ließ, wollten nun auch die deutschen Twitter-Nutzer wissen, was die musikalischen Vorlieben von unserer Kanzlerin Angela Merkel sind. Doch Reaktionen kamen nicht etwa vom Regierungssprecher oder Frau Merkel – sondern die User selbst kreierten eine (nicht zu ernstzunehmende) Playlist für die Kanzlerin und twitterten unter #merkelplaylist ihre Songvorschläge.

Aus den besten Ideen wurde dann die Playlist auf Spotify zusammengestellt. Das kam dabei heraus:

Text: Lisa Steinert. Angela Merkel ⒸEuropean People’s Party unter CC BY 2.0, Tweets: #merkelplaylist ⒸTwitter, Bearbeitung: Louisa Bandura.