Das Erfolgsmodell YouTube: Mit breit gefächerten Angeboten, hoher Videoqualität und der Möglichkeit Videos immer und überall abzurufen, ist YouTube im Begriff, das Fernsehen wie wir es kennen, abzulösen. Doch kann man die Videoplattform wirklich als eine Art „Fernsehen 2.0“ bezeichnen? 

Monatlich 38 Millionen Unique User in Deutschland – diese Zahl sollte belegen, dass die Videoplattform nicht nur häufig genutzt wird, sondern auch eine Konkurrenz für das lineare Fernsehen darstellt. Doch wird der Online-Content das Fernsehen ablösen?

Gronkh, LeFloid, Y-Titty – Das sind wohl Deutschlands berühmteste YouTuber. Insgesamt 23 deutsche Kanäle haben in Deutschland über eine Million Abonnenten und sie haben (fast) alle etwas gemeinsam: Netzwerke.

Deutschlands größtes Netzwerk ist „Mediakraft“, mit YouTubern wie Y-Titty, ungespielt und Daarum. Andere bekannte Netzwerke sind zum Beispiel „alliance Network“ mit PietSmiet und High5, „Studio71“ mit Gronkh oder „TubeOne“ mit den Aussenseitern (Alexander und Dimitri Koslowski).

Netzwerke, oder genauer Multi-Channel-Networks, unterstützen die YouTuber bei Produktentwicklung, Zusammenstellung des Programms, Finanzierung, Cross-Promotion, Partner-Management, Verwaltung digitaler Rechte, Monetarisierung/Vertrieb und dem Aufbau eines Publikums. Laut dem Medienexperten Bertram Gugel, werde dadurch die Produktion und Vermarktung der Plattform immer mehr vorangetrieben und auch die Strukturen immer professioneller. Gegenüber „futurezone.at“ erklärte er:

“Im Netz stehen TV-Sender und YouTube-Netzwerke, die Inhalte verbreiten, im Wettbewerb. In einer nicht allzu fernen Zukunft werden alle Bewegtbild-Inhalte über IP übertragen, dann gibt es nur noch einen Markt und für den sind die YouTube-Netzwerke derzeit wahrscheinlich besser gerüstet.”

Einige bekannte TV-Sender haben bereits ihren Schritt Richtung YouTube gewagt: Beispielsweise hat die ProSiebenSat.1-Gruppe, das Multi-Channel-Network Studio71 als hundertprozentiges Tochterunternehmen gegründet.

Gründe dafür, warum auch Fernsehsender in YouTube-Netzwerke investieren, hat George Strompolos, CEO des amerikanischen Multi-Channel Networks „Fullscreen“, im April 2014 gegenüber „buisinessinsider.com“ genannt. Zum einen hebt er hervor, dass man auf YouTube schneller sehe, welcher Content auf die Zuschauer wirkt und welcher nicht. Zum anderen nannte er die Fähigkeit der Plattform, jüngere Generationen zu erreichen, die das Fernsehen nicht mehr gewinnen kann. Laut Strompolos hat sich mit der YouTube-Szene ein Generationswechsel vollzogen, der sich auf die Medienwelt ausgewirkt hat. Dieser Wechsel biete die Möglichkeit einer enormen Einnahmequelle.

Ob YouTube das neue Fernsehen ist oder ob sie parallel existieren können, erfahrt ihr in folgendem Panel des Medienforums Mittweida 2014:

MEDIENFORUM MITTWEIDA 2014

 

Die Macht der Multi-Channel-Networks (MCN)

Paralleluniversum Internet – Wird das Fernsehen neu erfunden?

 

Tag: 17. November 2014.

Uhrzeit: 13:30 Uhr.

Ort: Fernsehstudio, Zentrum für Medien und Soziale Arbeit.

 

Referenten: Dr. Sebastian Weil (Studio71 GmbH), Thomas Elstner (zuio.tv GmbH) und Philip Werner (UFA LAB).

Text: Lisa Mundt. Beitragsbild: TV-Gerät: © morikou, WIKIMEDIA COMMONS, TV-Symbol:  © Ecallow, WIKIMEDIA COMMONS, Smartphone: © Justin14, WIKIMEDIA COMMONS. YouTube-Symbol: © Veluben, WIKIMEDIA COMMONS. Logo Medienforum Mittweida: Medienforum Mittweida 2014. Hintergrund: © geralt, PIXABY. Bearbeitung: Louisa Bandura.