Mit dem Zweiten lernt man besser: Sebastian Köcher und Phillip Sehling von der Fakultät Medien waren zwei von acht Praktikanten beim ZDF.

Mit dem Zweiten lernt man besser: Sebastian Köcher und Phillip Sehling von der Fakultät Medien waren zwei von acht Praktikanten beim ZDF.

Sebastian Köcher und Phillip Sehling haben es geschafft, am produktionstechnischen Praktikumssemester (PPS) des ZDF teilzunehmen. Bei großen Fernsehproduktionen konnten sie neue Erfahrungen und Einblicke in die TV-Branche sammeln. medienMITTWEIDA berichten die beiden Medienstudenten im Interview über ihre Erlebnisse.

Sebastian Köcher studierte extra ein Semester länger Medientechnik an der Fakultät Medien der Hochschule Mittweida. Dafür konnte er am so genannten PPS des ZDF im Herbst teilnehmen, was zuvor im Sommer 2012 ausgefallen war. „Ich war wirklich überrascht, einer der acht Leute zu sein. Denn es bewerben sich schließlich bis zu 200 im Jahr.“ Die maximale Teilnehmerzahl am PPS liegt bei 12 Personen. Neben der Informationsvermittlung an Studenten dient es ebenfalls als Wissenstransfer für Mitarbeiter des ZDF, wodurch ein spannender Informationsaustausch untereinander möglich ist.

„Ich habe das Praktikum beim ZDF wirklich gewollt“

„Ich hab es wirklich gewollt, ein Praktikum beim ZDF zu machen und das hat man sicher in meinem Bewerbungsschreiben erkannt“, erinnert sich Sebastian. Es sei immer gut, den Mut aufzubringen, sich zu bewerben und sich und seine Stärken besonders in der Bewerbung hervorzuheben, ohne es unglaubwürdig wirken zu lassen.

Thomas Jimmerthal ist Verantwortlicher für das PPS beim ZDF: „Ziel dieser zentralen Praktikantenbetreuung ist die aktive Nachwuchsfindung von qualifizierten Ingenieurinnen und Ingenieuren für das ZDF. Ein weiteres Kriterium wird in Zukunft noch stärker am Bedarf des ZDF ausgerichtet sein, wie zum Beispiel besondere Kenntnisse auf dem Gebiet der Filecodierungen.“

„Von der Idee zur Sendung“

Das zwanzigwöchige Praktikum teilt sich in zwei Phasen. In der Einführungsphase klären praxiserfahrene Referenten grundlegende Merkmale über das ZDF. Außerdem werden zahlreiche Workshops gehalten. „Von der Idee zur Sendung“, lautet die Devise.

„Im Laufe der Einführungsphase werden alle Bereiche des Herstellungsprozesses des Fernsehens angesprochen und durch Übungen vertieft. Es stellen sich außerdem die relevanten Bereiche des ZDF vor, die mit den zukünftigen Ingenieurinnen und Ingenieuren für Medien- bzw. Fernsehtechnologie Berührung haben können“, erklärt Jimmerthal.

Die in den ersten zehn Wochen gewonnenen Erfahrungen werden anschließend in die Praxis umgesetzt. „Die Zuordnung der Arbeitsplätze zu den Studierenden orientiert sich an deren im Vorfeld geäußerten individuellen Interessen, sowie den Möglichkeiten und Themenangeboten der jeweiligen Fachbereiche.“, erläutert der PPS-Verantwortliche. Außerdem erhalten sie die Möglichkeit, so viele Praxisanteile wie möglich zu koppeln.

„In der Vertiefungsphase konnte ich mit verschiedenen Regisseuren und Bildmischern bei Außenübertragungen reden und bei der Produktion dabei sein. So konnte ich lernen, wie die Mitarbeiter mit jahrelanger Erfahrung eine Sendung umsetzen“, reflektiert Sebastian. Ebenfalls lernte er die HD-Übertragungswagen und deren Funktionen kennen. „Ich habe sehr viel zu den technischen Neuheiten in der Außenübertragung dazu gelernt.“ Das ändere natürlich viel in seiner zukünftigen Regie- und Kameraarbeit.

Aufgaben mit Niveau

Die Studenten werden sofort in das Team integriert, denn einfache Arbeiten zählen nicht zu ihren Aufgaben. „Hier bist du nicht der Kabelträger, sondern der angehende Ingenieur beziehungsweise Manager, der in anspruchsvollen Aufgaben neue Erkenntnisse gewinnen soll“, bestätigt Sebastian. In den Bereichen Justierung und Installation von Kameras, sowie Regie und Schnittkönnen die Praktikanten ihre im Studium erlernten Fähigkeiten anwenden. „Ich habe unter anderem eine ,Logo‘-Sendung im laufenden Betrieb als Bildmischer im Nachrichtenstudio geschnitten und Drahtloskameras für ,Wetten, Dass ..?‘ installiert.“

Auch Phillip wirkte während des Praktikums bei der großen Unterhaltungsshow mit, allerdings konzentriert er sich auf den Audiobereich: „Nach der Einführungsphase habe ich fünf Wochen in der Audio-Postproduktion und vier Wochen bei den Außenübertragungen gearbeitet, zum Beispiel bei der Beschallung von ,Wetten, Dass ..?‘“

Das Engagement zählt!

„Ich kann nur empfehlen, während des Studiums so viele Projekte wie möglich mitzunehmen“, rät Sebastian. „Denn egal, ob gute oder schlechte Prüfungsleistungen, im Unternehmen zählt, wie erfahren du in der Praxis bist und wie engagiert du dich in Projekten einsetzt.“ Die wertvollen Kontakte aus dem Praktikum würden ihm sehr weiter helfen.

Diesbezüglich gibt es allerdings eine Unstimmigkeit, denn neben den Praktikanten sei das ZDF momentan wohl nicht auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. „Wir konnten nicht herausfinden, in welchem Bereich das ZDF junge Medieningenieure konkret in Zukunft gebrauchen kann. Ein effektives langfristiges Programm für Nachwuchs im ZDF ist für mich noch nicht erkennbar.“

Phillip zieht aus der Zeit trotzdem ein positives Resultat: „Es war ein sehr breit angelegtes Praktikum, bei dem man viel entdecken konnte, wenn man noch nicht wusste, wohin man will.“

Auch Thomas Jimmerthal ist sehr zufrieden mit den Mittweidaer Medienstudenten: „Durch ihr Auftreten und Wissen hinterließen beide einen sehr positiven Eindruck. Spätestens seit diesem Praxissemester ist die Hochschule Mittweida bei mir positiv besetzt.“

Text: Christian Döring. Foto: Florian Hesse. Bearbeitung: Hanna Frantz.