Black Mirror

Das Spiegelbild einer modernen Gesellschaft

von | 29. September 2018

Der reflektierende Blick in den Spiegel zeigt uns die schwarze Seite des technischen Fortschritts. Foto: Lena von Heydebreck

In einem Zeitalter, bestimmt von immer neueren Technologien, die unser Leben beeinflussen, fragen sich viele Menschen: Wo wird all das einmal hinführen? Die britische Science-Fiction-Serie Black Mirror zeigt eindrucksvoll, wie sich die moderne Technik auf unser Leben auswirken kann. Die Anthologie-Reihe umfasst seit 2011 vier Staffeln, die den Zuschauer mit düsteren Visionen in ihren Bann ziehen.

Die Serie von Charlie Brooker schafft es, eine andere Wirkung auf den Zuschauer zu erzielen als viele andere Formate. Die dargestellten Schattenseiten von Social Media, Virtual Reality und moderner Medizin wirken beängstigend, gerade weil sie aus der realen Welt nicht mehr wegzudenken sind. Viele Folgen überraschen dabei mit einer nicht zu erwartenden Wendung und wirken meist auch ohne riesige Spezialeffekte und Animationen. Stattdessen besticht die Serie durch starke Storys, die vom Familiendrama bis zum Psychothriller alle Facetten der guten Unterhaltung abzudecken versucht. Inhaltlich werden häufig Erfindungen oder Programme thematisiert, deren Neuerungen das Alltagsleben auf der Erde drastisch beeinflussen.

Die überaus gut erzählten Geschichten werden durch einen starken Cast an Schauspielern vor der Kamera unterstrichen: Jon Hamm, Hayley Atwell, Bryce Dallas Howard oder Tobey Kebbell, um nur einige Namen zu nennen, überzeugen in ihren Episoden nahezu ausnahmslos. Egal, ob die verzweifelte Mutter, die ihr Kind permanent per App überwachen will oder der britische Premierminister, der zur Befreiung der Prinzessin, Sex mit einem Schwein haben muss. So heftig und sonderbar manche Handlung auch auf den ersten Blick scheinen mag, so stark wirken ihre Eindrücke nach. Und so erwischt man sich oft schon während des Abspanns beim Nachdenken über die eben gesehene Folge und einem Vergleich mit der Realität.

Die ersten beiden Staffeln mit nur drei Folgen wurden vom britischen Fernsehsender Channel 4 produziert, ehe ab Staffel 3 Netflix das Ruder übernahm. Black Mirror spielt zwischen Vergnügen und Unbehagen und symbolisiert laut Produzent Charlie Brooker jenen schwarzen Spiegel, den man an jeder Wand, auf jedem Tisch, in jeder Handfläche findet: der glänzende Bildschirm eines Computers, Fernsehers oder Smartphones. Solange modernste Technik unser Leben bestimmt, werden Brooker wohl auch nie die Ideen ausgehen. Black Mirror wurde von Netflix kürzlich um eine fünfte Staffel verlängert.

Text: Michael Born, Foto: Lena von Heydebreck