Dark

Exportschlager aus Deutschland setzt neue Maßstäbe

von | 26. Juli 2018

Dark spielt in der deutschen Provinz Winden – hier behält man den Regenmantel lieber an. Foto: Lena von Heydebreck

„Made in Germany“ gilt international in vielen Bereichen als Qualitätssiegel – im Film- und Fernsehbusiness dagegen nur äußerst selten. Genau aus diesem Grund wurde die erste deutsche Produktion für Netflix, schon vor ihrer Veröffentlichung kritisch, beinahe besorgt von Zuschauern und Experten erwartet.
Doch Dark belehrte die Kritiker eines Besseren und hat Dank einer ganz eigenen Handschrift nichts mit einem sonntäglichen Tatort im Ersten gemeinsam. Daher ließ der Erfolg auch nicht lange auf sich warten und die Produzenten der Serie kündigten bereits drei Wochen nach der Erstausstrahlung eine Fortsetzung an. Ein Grund zur Freude für alle Zuschauer, die laut Netflix über 90 Prozent nicht aus Deutschland stammen.

Crime-Drama mit Zeitreise-Elementen

Die Handlung der Serie beginnt in Winden, einer fiktiven deutschen Kleinstadt. Während immer mehr Kinder verschwinden, wird ein toter Junge im Wald aufgefunden. Seine Beschreibung passt auf keines der vermissten Kinder. Er trägt einen Walkman bei sich und seine Klamotten scheinen aus den 80-er Jahren zu stammen. Als sich vier Familien auf die Suche begeben, gelangen sie immer tiefer in die Geheimnisse ihrer Kleinstadt. Und auch ihre eigenen Vergangenheiten holen sie nach und nach wortwörtlich ein – denn die Jahre 1953, 1986 und 2019 sind miteinander verbunden.

Jantje Friese und Baran Bo Odar, Produzenten der Serie, beschreiben Dark als Crime-Drama mit Zeitreise-Elementen. Dabei beweisen sie nicht nur erzählerisches Geschick auf mehreren zeitlichen Ebenen, sondern schaffen es auch immer wieder durch unvorhersehbare Wendungen zu überzeugen. So ergeben sich für den Zuschauer mit jeder Folge neue Zusammenhänge zwischen den jeweiligen Charakteren, obgleich mit jeder Antwort auch gleichzeitig neue Fragen entstehen.

Es braucht viel Konzentration

Wer Dark zum ersten Mal schaut, sollte besser Zettel und Stift bereithalten. Die Serie verlangt viel Aufmerksamkeit und ist somit nichts für nebenbei. Doch wer sich einmal auf die vielen Zeitsprünge und Erzählweisen in düsterer Twin-Peaks-Umgebung einlässt, kann sich dauerhaft in die Protagonisten und den Charme der 80-er verlieben.

Für den Sendestart von Staffel 2 steht ein genauer Termin bislang noch aus. Regisseur Baran Bo Odar twitterte jedoch bereits im Juni 2018 Bilder von laufenden Dreharbeiten.

Text: Annika Lê, Foto: Lena von Heydebreck