Sense8

Wir sind alle miteinander verbunden!

von | 27. Juli 2018

Acht Menschen auf unterschiedlichen Kontinenten sind unausweichlich miteinander verbunden. Foto: Lena von Heydebreck

Eine Frau liegt mit Schmerzen in einer alten Ruine. Sie ist allein und dem Tod sehr nah. Doch trotzdem kann  jeder der Acht sie sehen. Acht verschiedene Menschen, aus acht verschiedenen Ländern. Und sie wissen alle nicht, was das bedeutet.

So verwirrend beginnt die erste Folge der Serie Sense8 von den berühmten Geschwistern Wachowski. In den zwei Staffeln der Serie kämpfen die Protagonisten für die Wahrheit. Sie versuchen herauszufinden, warum sie miteinander verbunden sind. Alle Acht von ihnen haben ihr eigenes Leben in ihren eigenen Heimatländern und den damit verbundenen Problemen und finden trotzdem zueinander. Während sie sich verlieben, streiten und kennenlernen, verfolgen alle ein gemeinsames Ziel: Den Kampf um ihre Existenz. Wem können sie vertrauen? Sind sie wirklich alle zum Tode bestimmt? Und wer ist Dr. Whispers? All diese Fragen werden im Verlauf der Serie beantwortet.

Die Geschwister Wachowski, die schon Filme wie Cloud Atlas oder V wie Vendetta produzierten, haben sich mit Sense8 nochmals übertroffen. Mit einer ausgezeichneten Liebe fürs Detail, für die Charaktere der Serie, sowie der Sets und die getreue Darstellung der einzelnen Länder und deren Besonderheiten, haben sie ein wahres Meisterwerk der Cinematografie geschaffen. Das spiegelt sich schon in der fast 2-minütigen Intro-Sequenz der Serie wider. Hier werden besonders schöne Ausschnitte der beteiligten Länder gezeigt. Dadurch wird deutlich, wie sehr die Menschen und die Kultur den Produzenten am Herzen liegen.

Eine weitere Besonderheit der Serie sind die Protagonisten. Neben Max Riemelt (Wolfgang aus Berlin) steht auch Bae Doona (Sun aus Seoul) vor der Kamera. Beides sind renommierte Schauspieler, die schon Teil von großen Hollywood-Produktionen, wie beispielsweise Cloud Atlas waren. Neben dem Staraufgebot ist die Diversität der verschiedenen Schauspieler zu beachten. Der Afro-Amerikaner Toby Onwumere (Capheus aus Nairobi) sowie die transsexuelle Schauspielerin Jamie Clayton (Nomi aus San Francisco) sind erstklassige Schauspieler, durch die sich Fans aus aller Welt repräsentiert fühlen.

Des Weiteren werden viele wichtige gesellschaftliche und politische Probleme direkt angesprochen. Ob es um die Waffengesetze in den USA, die fehlende Akzeptanz von Homosexualität in Mexiko, Zwangshochzeiten in Entwicklungsländern oder  die Unterdrückung von Frauenrechten in asiatischen Ländern geht – viele Thematiken werden aufgegriffen und gezeigt. Die Zuschauer werden damit zur Auseinandersetzung angeregt.

Sense8 mag verwirrend und durcheinander wirken, doch das ist nicht der Fall, wenn man die Serie mit Bedacht und offenen Augen verfolgt. Neben vielen musikalischen und visuellen Besonderheiten bekommt der Zuschauer ständig das Gefühl, dass es sich hierbei um eine sehr gut durchdachte und liebevoll aufbereitete Serie handelt. Kein Wunder, dass Sense8 mit über 100 Millionen US Dollar die teuerste Netflix-Produktion ist.

Leider gab Netflix 2017 die Einstellung der Serie nach nur zwei Staffeln bekannt. Doch dank der vielen Fans gibt es zum Abschluss noch ein zweistündiges Serienfinale, in welchem ein paar offene Fragen geklärt werden – ganz nach dem Motto: “What’s going on?”

Text: Laura Frenzel, Foto: Lena von Heydebreck