Raab hört auf +++ Fünfte Vergabe des Deutschen Webvideopreises +++ Digitale Zukunft beim SWR durch „Online First“ +++ Wahnsinn um #BellyButtonChallenge

Stefan Raab: Bye, bye, ProSieben!

ProSieben ohne Stefan Raab? Kaum vorzustellen, doch genau das wird demnächst der Fall sein. Wie dwdl.de berichtet, wird der Fernsehmoderator den Sender noch Ende dieses Jahres verlassen.
Nach 16 Jahren wird Raab die angebotene Vertragsverlängerung nicht ein weiteres Mal unterschreiben. Über seine Beweggründe ist noch nichts bekannt.

Große Gala für große Webstars

„Das Erste, das ich auf Youtube gesehen habe, war eine kotzende Katze. Und eine explodierende Mentos-Flasche.“
Mit diesen Worten leitete Moderator Christian Ulmen die Verleihung des Deutschen Webvideopreises 2015 in Düsseldorf ein.
Bereits zum fünften Mal wurde die begehrte Trophäe an die besten YouTube-Stars verliehen.
Das musste natürlich gefeiert werden: Zum ersten Mal wurde die Veranstaltung live im Internet und im Fernsehen von den Öffentlich-Rechtlichen übertragen, wie tonight.de berichtet.
Die Zusammenarbeit mit der ARD und dem Schweizer Fernsehen wurde schon vorher auf der offiziellen Webseite groß angekündigt.

In insgesamt 19 Kategorien wurden am Wochenende Webkünstler wie Rocketbeans TVSpaceFrogs oder Kelly MissesVlog nominiert und ausgezeichnet. Ab Mai konnte jeder für seinen Favoriten abstimmen.
Wie die Stimmen der Fans gingen auch die Stimmen der Jury – der sogenannten „Academy“ – zu 50% ein und bestimmten das jeweilige Endergebnis, wie absatzwirtschaft.de berichtet.

Großer Gewinner des Deutschen Webvideopreises 2015 ist der YouTuber darkviktory. Mit seinen Videos konnte er ganze drei Mal überzeugen und gewann in den Kategorien „Best Video of the year“, „AAA Animation“ und „AAA Skript“.

Medienmanagement-Studentin Julia Berthold war am Wochenende live vor Ort und hat uns einen persönlichen Einblick gegeben:

medienMITTWEIDA: Wie hast du den Deutschen Webvideopreis 2015 erlebt? Wie war die Stimmung dort?

Julia: Die Stimmung war super. Vor der Gala hatten die Fans die Möglichkeit, die YouTuber auf dem roten Teppich zu treffen und mit ihnen Fotos zu machen, während im Inneren auch die Presse die Internetstars vor der großen Sponsorenwand abgelichtet hat. Das alles kam schon einer der großen Preisverleihungsgalas gleich. Das Programm war super abwechslungsreich und hat durch verschiedene Showeinlagen auch für gute Unterhaltung gesorgt.

medienMITTWEIDA: Was macht die Verleihung des Deutschen Webvideopreises in deinen Augen so besonders?

Julia: Ich glaube, dass die YouTuber selber nie auf die Idee gekommen wären, mal einen Preis für ihre Tätigkeit zu bekommen, so wie große Schauspieler oder Regisseure sie für ihre Arbeit bekommen. Diese besondere Ehrung, die letzten Endes zum größten Teil auch von der Community entschieden wird, zeigt ihnen ein Stück weit mehr, wie stark die Unterstützung von ihren Zuschauern ist. Gemerkt hat man dies zum Beispiel ganz klar bei den „Rocket Beans“, die den Preis für „Person of the Year – Male“ mit nach Hause genommen haben. Sie standen in Konkurrenz zu zwei YouTubern, die eine deutlich höhere Abonnentenzahl besitzen – „Gronkh“ (ca. 3,6 Mio) und „unge“ (ca. 1,2 Mio) – und haben dieses Rennen dennoch für sich entschieden.

medienMITTWEIDA: Hattest du die Möglichkeit, einige YouTube-Stars persönlich zu treffen und mit ihnen zu reden?

Julia: Die Möglichkeit, einige YouTuber zu treffen hat sich mir sogar schon eher ermöglicht als so manchen Fan, leider sind diese sowohl vor, als auch nach der Gala viel zu sehr beschäftigt, um groß mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Wenn man keinen von ihnen persönlich kennt, wird es schwer über ein kurzes „Hey wie gehts?“ hinauszukommen.

medienMITTWEIDA: Gab es einen Gewinner oder eine Gewinnerin, für die oder den du dich am meisten gefreut hast?

Julia: Besonders gefreut habe ich mich für Kelly aka MissesVlog (Person of the Year – Female), einfach weil ich sie auch persönlich kenne und die Freude da natürlich gleich noch größer ist. Und ebenso für die Rocket Beans, die meiner Meinung nach den Preis am meisten verdient haben, da sie ein super Kanalkonzept mit so viel Zuschauerinteraktion und sehr coolen Shows besitzen.

Über den gesamten Abend kommunizierte die Community über den Hashtag #wvp15:

 

Meilenstein: SWR goes digital

Heute schon die Folge von morgen sehen?
Dieser Traum ist Wirklichkeit geworden. Denn beim SWR ist genau das jetzt möglich, wie das Medienunternehmen in einer Pressemitteilung der Öffentlichkeit am Montag mitteilte.

Die Landesrundfunkanstalt hat sich jetzt „Online First“ auf die Fahne geschrieben.
Laut dwdl.de sollen alle Vorabend- und Hauptabendsendungen schon ab 16 Uhr am Vortag der regulären Ausstrahlung im TV in der SWR-Mediathek abrufbar sein. Das gilt für alle Sendungen ab 18:15 Uhr – mit Ausnahme von Livesendungen und Sendungen, die aufgrund des Jugendschutzes nicht eher gezeigt werden dürfen.
Formate, die einen Tag vorher noch nicht fertiggestellt sind, werden ebenfalls nicht „Online First“ zu sehen sein.

„Mit diesem Schritt geht der SWR aktiv auf die Zuschauerinnen und Zuschauer zu. Die Entwicklung in der Mediennutzung zeigt, dass sie immer mehr Bewegtbild im Netz konsumieren und diesen Vorab-Service erwarten. Damit stärken wir letztlich das SWR Fernsehen und seine Verbreitung insgesamt – ob linear oder on-demand.“

– so wird SWR-Fernsehdirektor Christoph Hauser in der hauseigenen Pressemitteilung zitiert.

Ob der Sender damit punkten kann, wird sich zeigen.

Neuer Internettrend #BellyButtonChallenge: Verrenkungen im Schönheitswahn

Was hat unser Bauchnabel eigentlich mit einer Challenge zu tun? Auf den ersten Blick nichts.

Doch wir alle kennen die kuriosen Internet-Challenges, die immer wieder im Netz kursieren. Erst vor kurzem machte die #CharlieCharlieChallenge Schlagzeilen. medienMITTWEIDA berichtete in der #medienWOCHE Ende Mai darüber.
Jetzt gibt es schon wieder eine neue Herausforderung – dieses Mal mit Ursprung in China und unter dem Namen „#BellyButtonChallenge“.

Jeder kann die Challenge problemlos zu Hause nachmachen, denn alles was man zu braucht, trägt man bereits bei sich. Und schon kann’s losgehen:
Ziel ist es, einem Arm um den eigenen Rücken zu greifen und auf der anderen Seite den eigenen Bauchnabel zu berühren, wie stern.de berichtet.

Die Netzgemeinde ist der Ansicht, wer dies nicht schaffe, sei nicht fit und schlank genug. Ein bedenklicher Trend? Immerhin verunsichert er viele junge Frauen und Männer, die sich nun Sorgen machen, sie könnten zu dick sein.

Doch ein chinesischer Arzt gibt nun Entwarnung:

„Ob jemand diese Aufgabe schafft, hat vor allem mit der Flexibilität der Schulter zu tun und keine direkte Beziehung zu einem schlanken Körper“,

so Doktor Gu Pengcheng vom Zhejiang Hospital Nr. 1 gegenüber der chinesischen Zeitung „Tianjiang Wanbao“, wie yahoo.com schreibt.

Laut stern.de wurden die ersten Fotos zur neuen Challenge auf dem sozialen Netzwerk „Weibo“ gesichtet – dem chinesischen Twitter-Pendant. Wer Begründer der Challenge ist und den Stein mit seinem ersten Bild ins Rollen gebracht hat, ist allerdings nicht bekannt.

Neben all den Usern, die an der Challenge teilnehmen und ihr Bild posten, gibt es ebenso viele, die der ganzen Sache mehr als nur kritisch gegenüber stehen:

 

Text: Lisa Scharfenberger. Beitragsbild: Deutscher Webvideopreis unter CC BY 2.0. Bearbeitung: Christine Wolf.