Vom Medientechniker zum Autor

Der ehemalige Medientechnikstudent Michael Peter präsentiert sein neues Buch „Ballack, Sammer & Co.“

Einer der ersten Medientechniker Mittweidas ist Michael Peter. Heute arbeitet er in der Abteilung Medien & Kommunikation beim VfL Wolfsburg als Nachwuchsbetreuer und Autor. Am Dienstag, den 13. November, präsentierte er innerhalb des „Akademischen Dialogs Mittweida“ sein aktuelles Buch: „Ballack, Sammer & Co. Wie Fußballdeutschland von der Wiedervereinigung profitierte“.

„Es ist schön wieder in Mittweida zu sein“, freute sich Michael Peter gleich zu Beginn seiner Buchvorstellung. Der Autor ist nicht zum ersten Mal nach seinem Abschluss im Jahr 2001 wieder an der Hochschule. Im „Akademischen Dialog Mittweida“ berichtete er schon öfter als Referent von seinen Erfahrungen als freier Journalist und seiner Arbeit beim VfL Wolfsburg. Unweit seines ehemaligen Zuhauses, dem Wohnheim 2 am Schwanenteich, gab er im Studio A Einblick in seine umfangreiche Neuauflage. Bereits 2001 veröffentlichte der 38-Jährige ein Buch, das den Werdegang von 118 Fußballern auf den Weg in den Westen dokumentiert.

Ein Stück ostdeutsche Fußballgeschichte

Diesmal ist die Liste aller Ostprofis vollständig. In seinem aktuellen Buch „Ballack, Sammer & Co. Wie Fußballdeutschland von der Wiedervereinigung profitierte“ sind jene Spieler aufgelistet, die in der ehemaligen DDR geboren wurden und seit 1989 mindestens einmal in der Bundesliga der BRD, sowie im ehemaligen Westteil Berlins gespielt haben, beziehungsweise immer noch spielen.

35 „Ossis“ haben seither den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft. „Der Osten hat zweifelsohne die besten Spieler an den Westen verloren“, resümierte Peter. An dem Europameistertitel der deutschen Nationalmannschaft im Jahre 1996 in England  waren die „Ossis“ maßgeblich beteiligt. Matthias Sammer sei stellvertretend für diese Spieler zu nennen.

In seiner auf 3000 Bücher limitierten Auflage spricht Peter aber auch über Spieler, die bereits in den 70er Jahren illegal den Weg in die BRD fanden. So nutzte beispielsweise Lutz Eigendorf, damaliger Nationalspieler der DDR, ein Freundschaftsspiel in Kaiserslautern zur Flucht. Vier Jahre später kam er bei einem bis heute umstrittenen Verkehrsunfall ums Leben.

„Die Talentförderung in Deutschland ist weltweite Spitze“

Seit der Euphorie in den 90er Jahren über den Zuwachs ostdeutscher Profispieler wie Micheal Ballack hat sich nicht viel getan – im Gegenteil. Zu diesem Zeitpunkt spielten noch über 50 ostdeutsche Profispieler in der ersten Bundesliga, die ausschließlich mit westdeutschen Mannschaften besetzt ist. Heute seien es nur noch 18 Spieler. Laut Peter sei diese Zahl zwar alarmierend, aber auch keine Überraschung. „Im Jahre 2002 wurden massive finanzielle Fördermittel in westdeutsche Eliteschulen gesteckt“, erklärt der Stadionsprecher der zweiten Mannschaft des VFL Wolfsburg. „Viele Topclubs profitieren nun von der eigenen Nachwuchsarbeit, die auch die Ost-Athleten durch das hervorragende Sportsystem der ehemaligen DDR genießen konnten.“

Recherche umfangreich aber effektiv

Michael Peter gab in seinem Vortrag auch Einblick in seine Recherchearbeit. So sprach der vierfache Familienvater persönlich mit insgesamt 130 Spielern der insgesamt 170 aufgelisteten Profis. Dabei gestaltete sich die Suche der Telefonnummern teilweise einfacher als zunächst angenommen. „Ausgerechnet bei zwei Nationalspielern reichte lediglich der Blick in das Telefonbuch“, schmunzelte Peter, der darin sogar die privaten Handynummern fand. Weitere Kontakte ließen sich über persönliche Anfragen bei Freunden und Familien der Interviewpartner realisieren. Keine Auskünfte gab es jedoch bei Vereinen.

Text: Jan Böhnstedt. Bild: Jonas Haase, Michael Peter, Bearbeitung: Jonas Haase.

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