Wissen ohne Kultur

Im „Google Cultural Institute“ wird neben vielen weiteren Exponaten auch eine Anne Frank-Ausstellung präsentiert.

Im „Google Cultural Institute“ wird neben vielen weiteren Exponaten auch eine Anne Frank-Ausstellung präsentiert.

Google bietet jetzt auch Online-Museumsbesuche an. Im „Cultural Institute“ können sich Nutzer beispielsweise eine Anne Frank-Ausstellung im Netz anschauen. Die kooperierenden Museen wollen dadurch eine breitere und jüngere Zielgruppe ansprechen.

Keine langen Wartezeiten am Museumseingang mehr: Geschichte und Kultur gibt’s jetzt auch im Netz. Das „Google Cultural Institute“ hat Exponate von 42 Museen aus aller Welt digitalisiert und online für alle zugänglich gemacht. Nun ist es möglich, sich auf der Website durch historische Begriffe zu klicken – von Apartheid bis Yad Vashem. „Wir arbeiten eng mit Museen, Stiftungen und Archiven weltweit zusammen, um den Online-Zugriff auf mehr Kultur- und Geschichtsmaterial zu ermöglichen und es so für künftige Generationen zu erhalten“, schreibt Mark Yoshitake vom „Cultural Institute“.

Portal präsentiert vielseitige Projekte

Den Nutzer erwartet eine übersichtliche Wissens-Website: In 21 Sprachen ist es möglich, sich über Ereignisse der letzten 100 Jahre zu informieren. Ein Zeitstrahl und eine Weltkugel, die sich zum Ort des historischen Geschehens dreht, bieten schnelle Orientierung. Mit einem Klick in die Bildergalerie eines Themas werden zu jedem Bild kurze Texte eingeblendet – aufgebaut wie die Audio-Guides im Museum.

Mit dem „Cultural Institute“ gingen zudem noch weitere Projekte online. Beim „World Wonders Project“ werden beispielsweise die Wunder der Antike und Moderne aufbereitet und unter „Nelson Mandela Centre of Memory“ findet der Nutzer Mandelas Lebenswerk online.

Portal steigert Besucherzahlen der Museen

Doch trotz ansprechendem Design und umfassenden Informationen kann Google mit der neuen Website dem gemeinen Museumsbesucher nicht gerecht werden. Ein Museumsbesuch besteht schließlich nicht nur aus reinem Anschauen und Wissen-Sammeln. Genauso wichtig ist für den Besucher das Gespräch mit anderen, die Cola danach im Museumscafé oder der Einkauf von Souvenirs im Museumsladen. Wer allein vor dem Computer sitzt, bekommt davon nichts ab.

Das Anne-Frank-Museum in Amsterdam jedoch zeigt sich begeistert: Seine Ausstellung „Anne Frank: her life, her diary, her legacy“ ist eines der international bedeutenden Angebote auf „Cultural Institute“. Das Projekt greife sein Anliegen, Anne Franks Geschichte weltweit zu erzählen, unverändert auf. „Wir hoffen mit dieser Online-Ausstellung ein noch breiteres und jüngeres Publikum zu erreichen, Geld fließt nicht bei der Kooperation“, so eine Pressesprecherin des Anne-Frank-Hauses.

Zudem würden sich Besucherzahlen durch die Online-Bekanntmachung eher erhöhen. „Wir empfehlen anderen Museen die Kooperation mit dem ‘Cultural Institute’ weiter. Die weltweite Reichweite ist einfach enorm“, ergänzt die Pressesprecherin.

Ein Artikel der Novum. Text: Anneke Ebert, Bild: Google.

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