Dass Kinder sich gegenseitig anstacheln die verrücktesten Dinge zu tun, ist nichts Neues. Dass jetzt Politiker dieses Verhalten übernehmen, grenzt an Dummheit. Kein Mensch würde freiwillig Wasser trinken, das aus dem Atomkraftwerk Fukushima stammt. Der japanische Politiker Yasuhiro Sonoda tat es trotzdem – um zu beweisen, dass die Region rund um das ehemalige Atomkraftwerk sicher ist. Vielleicht war ihm seine Arbeit über den Kopf gewachsen und er versuchte sich wieder in seine Kindheit zurückzuversetzen. Das wäre zumindest eine Erklärung für sein albernes Verhalten. Die Wahrheit ist: er wollte die Forderungen der Journalisten befriedigen.

„Und ich sehe sie fern von mir, meine Worte“, schrieb der chilenische Dichter Pablo Neruda. Einige Politiker könnten sicherlich auch der Menschheit verkaufen, dass die Erde eine Scheibe ist. Warum schaffen es diese Rhetoriktalente dann nicht mit ihren Worten die Medien zu überzeugen? Stattdessen müssen Sie mit dämlichen PR-Aktionen ihre Gesundheit aufs Spiel setzen. Demnächst werden die Politiker dann auch ihre Mitmenschen in ihre Aktionen einbeziehen. Wobei – das ist schon geschehen: US-Präsident Barack Obama wollte im August 2010 die Tourismusindustrie unterstützen. Er ging im ölverseuchten Golf von Mexiko schwimmen – seine Tochter Sasha nahm er gleich mit. Spätestens bei den eigenen Kindern sollte eine Grenze gezogen werden.

Risiko-PR als Chance für deutsche Politiker

Die US-amerikanischen und japanischen Politiker haben es vorgemacht. Nun sollte auch Angela Merkel nachziehen. Da bleibt nur noch abzuwarten, was unsere Bundeskanzlerin anstellen muss, um bei der nächsten PR-Aktion auf sich aufmerksam zu machen. Eventuell reicht schon ein Schlammcatch-Eins-gegen-Eins-Duell mit Guido Westerwelle oder ein Langstreckenschwimmen in Dagobert Ducks Geldspeicher mit dem künftigen griechischen Regierungschef. Die Erlöse aus den Übertragungsrechten könnte die Regierung dann gleich für die nächste PR-Aktion verwenden. Yasuhiro Sonoda hat die Messlatte mit dem Trinken von radioaktivem Wasser jedenfalls sehr hoch gelegt.