Desert Bus for Hope“ ist ein kanadischer Spiel-Marathon, der für die gemeinnützige Organisation „Child’s Play“ Spenden sammelt. Allein im Jahr 2011 sammelten die Organisatoren 280.000 Euro. Das Kuriose: „Desert Bus“ ist das wahrscheinlich langweiligste Spiel der Welt.

Die einzige Aufgabe des Spielers ist es, einen Bus von Tucson in Arizona nach Las Vegas in Nevada zu fahren. Das entspricht einer Strecke von knapp 650 Kilometern, die virtuell mit 72 Stundenkilometern in Echtzeit abgefahren werden müssen. Die Spielzeit für eine Fahrt dehnt sich daher auf rund acht Stunden aus. Pausen oder andere Verkehrsteilnehmer gibt es nicht. Die Szenerie ist minimalistisch und die Strecke ist bis auf wenige Ausnahmen gerade. Eintöniger kann ein Spiel kaum sein.

Sobald der Spieler die Strecke absolviert hat, muss er sich direkt an die Rückfahrt machen. Dabei erhält er für jede absolvierte Fahrt einen Punkt für seinen Highscore. Damit bei „Desert Bus for Hope“ aber weitergefahren werden kann, müssen Spender die Fahrer bezahlen. So kostet die erste Stunde den Spender nur einen Dollar, danach steigt der Stundenlohn um sieben Prozent pro Stunde an.

Charity braucht freiwillige Unterstützer

Die Comedygruppe „LoadingReadyRun“ erfand den „Desert Bus for Hope“. Sie spielten ihr Spiel in diesem Jahr selbst sechs Tage und sechs Stunden am Stück. Der Marathon konnte sogar via Live-Stream verfolgt werden. Nebenbei wurden Gegenstände für den guten Zweck versteigert. Auch diese Erlöse gingen an „Child’s Play“. Die Organisation will Kindern in den USA den Krankenhausaufenthalt erleichtern.

Die Unterstützung von kranken Kindern ist auch der Grund, warum Lyndsay Peters die Aktion mit einer Sachspende unterstützt hat. „Ich habe einen Abschluss in Kinderbetreuung und frühkindlichem Lernen, also weiß ich, wie wichtig es für Kinder ist, Spiel und Spaß in ihrem Leben zu haben“, erklärt sie medienMITTWEIDA.

Lindsay Peters sponserte selbstgemachte Würfeltaschen, die unter den Fans sehr beliebt waren. Außerdem wurden unter anderem eine Klaue im Steampunk-Look, eine Decke im Stile eines Mario-Pilz, oder ein von den Entwicklern signiertes „Obsidian“-Set versteigert. Diese Gimmicks machten den Marathon wesentlich interessanter.

Eine ganze Industrie zeigt sich wohltätig

Neben Privatpersonen wird „Desert Bus for Hope“ aber auch von Firmen unterstützt, unter ihnen Business-Größen wie „Nintendo“ oder „Ubisoft“. medienMITTWEIDA sprach mit den Event-Sponsoren von „Fangamer“, einem in Tucson ansässigen Onlineportal, und der kanadischen Investmentfirma „Dracogen“ über die Gründe ihres Engagements.

Beide Firmen vermitteln den Eindruck einer spendefreudigen Spieleindustrie. „Wir sind eine sehr kleine Firma, aber unsere Fans sind extrem großzügig. In den letzten Jahren spendeten wir zehntausende Dollar an Wohltätigkeitsorganisationen“, sagt Reid Young von „Fangamer“.

Steven Dengler, Gründer von „Dracogen“ begründet seine Unterstützung mit seiner guten Vernetzung in der Online- und Games-Branche: „Ich kenne eine Menge Leute in der Spieleindustrie, also stellte ich einige Pakete für die Auktion zusammen.“ Ferner hatte Dengler einen Gastauftritt im Live-Stream, versteigerte dort einige seiner Pakete und sponserte einen Schreibwettbewerb. Laut Dengler haben seine Aktionen allein in diesem Jahr über 11.000 Euro Spenden eingebracht.

„Desert Bus for Hope“ fand erstmals 2007 statt und seitdem stiegen die Einnahmen jährlich. Ursprünglich war das Spiel Teil von „Penn & Teller’s Smoke and Mirrors“, einer Sammlung langweiliger bis langweiligster Games. Die Sammlung beinhaltete mehrere Minigames, von denen jedes dazu gedacht war, seine Bekannten zu veräppeln. Die Sammlung wurde jedoch nie veröffentlicht, da sich der Publisher „Absolute Entertainment“ auflöste.