Affiliate Marketing

Eine einfache Marketing-Idee kann viel Geld einbringen

von | 10. September 2018

Affiliate Marketing ist nicht so einfach wie es scheint. Damit es funktioniert, müssen mehrere Schritte beachtet werden. Titelbild: Laura Frenzel und Jessica Ingerfeld

„Jetzt müsst ihr nur auf den folgenden Link klicken, um zum Produkt zu kommen.“ Diesen Satz hören und lesen viele Instagram– und Youtube-Nutzer täglich. Manchen Nutzern ist dies vielleicht nicht bewusst, aber mit dieser Methode verdienen die meisten Influencer ihr Geld.

Dieses Geschäftsmodell nennt sich „Affiliate Marketing“ und existiert schon seit circa 1997. Doch seit einigen Jahren erfährt diese Art der Werbung einen Aufschwung. Der Grund dafür sind hauptsächlich die sozialen Netzwerken und die große Reichweite von YouTubern und Instagrammern.

Durch Affiliate Marketing ist es unter anderem möglich, dass “Influencer/Influencerin” zu einer Berufsbezeichnung geworden ist. Sogar ganze Unternehmen finanzieren sich ausschließlich über Affiliate Marketing – und das sehr erfolgreich.

Der Affiliate verdient über Provisionen

Der Link auf der Webseite führt zu einem Angebot des Werbetreibenden. Pro Klick wird dem Affiliate eine bestimmte Provision gezahlt. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten der Vergütung. Es ist möglich, dass die Provision allein beim Klicken auf das Werbemittel, also den Link, gezahlt wird. Eine andere Möglichkeit ist die Vergütung der Kontaktaufnahme mit dem Kunden oder die Aufnahme seiner Daten. Manche Advertiser zahlen aber auch erst eine Provision an den Affiliate, wenn etwas über den Link gekauft wurde. Das ist häufig bei Online-Shops der Fall.

Die Vergütung ist immer erfolgsabhängig, denn für den Affiliate gibt es nur dann Geld, wenn der Internet-Nutzer, der den Link auf der Webseite nutzt, etwas Bestimmtes auf der Ziel-Webseite anklickt.

Natürlich muss auch verfolgbar sein, woher die Vermittlung auf die Seite des Werbetreibenden kommt. Dafür werden häufig Cookies verwendet, welche durch den Klick auf das Werbemittel beim Nutzer gesetzt werden.

Affiliate Marketing bietet für alle Beteiligten Vorteile. Eine Firma, welche darüber auf sich aufmerksam machen möchte, zahlt beispielsweise nur dann eine Provision, wenn auch Umsatz auf diese Weise erzielt wurde. Auf der anderen Seite verdient der Affiliate teilweise viel Geld, wenn er es schafft, viele Besucher dazu zu bewegen, auf den Werbelink zu klicken und etwas zu kaufen.

Was ist Affiliate Marketing überhaupt?

Der Begriff Affiliate Marketing kommt aus dem Englischen und bedeutet “angliedern”. Hierbei handelt es sich um “Online-Marketing”, bei dem Webseitenbetreibende Werbelinks von Dritten auf ihrer Plattform platzieren. Dies bedeutet beispielsweise, dass Blogs freie Werbefläche zur Verfügung stellen, die von Interessenten genutzt werden kann. Der Webseitenbetreibende, der die freie Werbefläche zur Verfügung stellt, wird als “Publisher” oder “Affiliate” bezeichnet. Die Werbetreibenden sind “Merchants” oder “Advertister”.

Es ist möglich, ein ganzes Unternehmen ausschließlich auf Affiliate Marketing aufzubauen

Affiliate Marketing ist eine Marketing-Form mit der es möglich ist, viel Geld zu verdienen. Deswegen gibt es auch immer mehr Unternehmen, die sich ausschließlich darauf spezialisiert haben. Viele Menschen kennen Gutscheinportale, über die es Angebote und Rabatte bei verschiedenen Online-Shops zu finden gibt. Solche Portale finanzieren sich über Affiliate Marketing.

Eines dieser Gutscheinportale ist COUPONS4U. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Chemnitz und ist im Vergleich zu vielen anderen Portalen noch etwas kleiner. Wir wollten gern wissen, wer hinter einer solchen Geschäftsidee steckt und haben dem Geschäftsführer von COUPONS4U, Torsten Latussek, einige Fragen gestellt.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Gutscheinportal zu eröffnen?

“Schon während des Studiums hatte ich einige Webseiten online, zum Beispiel mit Bücher- Rezensionen und habe über das Amazon Partnerprogramm Kontakt zum Affiliate Marketing bekommen. Es hat mich fasziniert, über Produktempfehlungen Geld zu verdienen.

Ich begann zu überlegen, wie man auch andere Shops und Produkte bewerben/empfehlen konnte und habe in meinen USA-Urlauben ersten Kontakt zu Coupons bekommen, allerdings in physischer Form, ausschneidbar in Zeitungsbeilagen oder Couponheften. So setzte ich Rabatte, Gratisproben und Gutscheine in Couponform auf einer Webseite um und bemerkte recht schnell, dass ich den Nerv der Nutzer getroffen hatte und der Umsatz begann zu wachsen.”

Gab es schon einmal Zweifel an dieser Idee?

“Natürlich, es sollte immer eine gewisse Demut mitschwingen, wenn man etwas gründet oder von etwas abhängig ist. Daher hinterfrage ich auch immer wieder, ob das Thema weiterhin zukunftsfähig ist und wo sich alles hin entwickelt.”

Denken Sie, dass Sie mit Affiliate Marketing auch in der Zukunft erfolgreich sein werden?

“Ich denke, dass eine performanceorientierte Vergütung weiterhin seinen Reiz haben und eine Rolle im Onlinemarketing spielen wird. Letztlich darf man sich aber alternativen Entwicklungen und Marktveränderungen nicht verschließen. Mein Ziel ist es nicht, nur auf Affiliate Marketing zu setzen, sondern im Onlinemarketing erfolgreich zu bleiben.”

Die erzielten Umsätze durch Affiliate Marketing steigen jährlich. Erstellt auf der Grundlage der erhobenen Daten von Statista.de zum Thema „Entwicklung des Umsatzes in Unternehmen durch Affiliate Marketing“. Grafik: Laura Frenzel

So funktioniert die Finanzierung bei Gutscheinportalen

Auf Gutscheinportalen sind meist Rabattcoupons zu finden, welche man ohne Registrierung und ohne sonstige Kosten zur Verfügung gestellt bekommt. Ein Link führt direkt von der Seite des Gutscheinportals auf das Angebot eines Online-Shops. Dadurch finden potenzielle Kunden zu dem Shop. Bei Gutscheinportalen profitieren drei Parteien, denn der Kunde kann durch die Rabatte günstiger online shoppen, die Unternehmen bekommen neue Kunden und steigern im besten Fall ihre Umsätze. Das Portal verdient an den Provisionen der Firmen. Damit sich das gesamte Modell für alle Seiten lohnt, sind viele Rabatte und Aktionen an Mindestbestellwerte oder andere Einschränkungen geknüpft.

Viele Gutscheinportale nutzen nicht nur ihre Webseite, um Umsätze zu erzielen. Es wird zusätzlich auch auf Kanäle wie Social Network, E-Mail- oder Newsletter-Marketing gesetzt.

Die Arbeit mit Affiliate-Netzwerken

Netzwerke bieten den Gutscheinportalen Produkte und Tools, die es ermöglichen, Einnahmen mithilfe von Affiliate Marketing zu generieren. Sie stellen die Schnittstelle zwischen dem Gutscheinportal und dem Online-Shop her. Hier werden unter anderem Werbemittel der verschiedenen Online-Shops und Tracking-Links, über die man zum jeweiligen Angebot kommt, zur Verfügung gestellt. Über den Tracking-Link kann genau festgestellt werden, wie ein Kunde oder ein Nutzer auf die Seite gelangt ist. Anhand dieser Informationen werden den Gutscheinportalen dann die Provisionen gezahlt. Tracking-Links werden sozusagen genutzt, um den Affiliate eindeutig beim Kunden zu identifizieren und um genau zu erkennen, von wem der Kunde geschickt wurde. In den meisten Fällen regeln die Netzwerke auch die finanzielle Abwicklung.

Bei größeren Online-Shops, die international agieren, ist es nicht selten, dass die Firmen eigene Plattformen für die Verbreitung der Werbemittel entwickelt haben. In solchen Fällen spricht man von “In-House Programmen”, die von Gutscheinportalen auch genutzt werden.

Affiliate Marketing ist in den Sozialen Netzwerken fast allgegenwärtig

Wirft man beispielsweise einen Blick auf den Youtube-Kanal von BibisBeautyPalace, einer der YouTuberinnen mit einer sehr hohen Reichweite, findet man in der Videobeschreibung fast jeden Videos Produktplatzierungen. Hier werden unter anderem Amazon-Links zu der Kamera, welche sie im Video verwendet, sowie zu den Softboxen und anderen Artikeln, angezeigt. Diese Links sind mit einem Stern gekennzeichnet, wozu etwas weiter unten die Erklärung zu Affiliate-Links zu finden ist. Das bedeutet, dass der über die Links generierte Umsatz je nach messbarem Erfolg eine Provision für BibisBeautyPalace einbringt. Bei der hohen Reichweite und den vielen Zuschauern einiger “Youtube-Stars” macht das Sinn und ist neben anderen Einkommen durch Werbung, Markennennungen und Kooperationen eine gute Einnahmequelle.

Wie funktioniert Affiliate Marketing auf Instagram?

Während Youtuber teilweise direkt mit Affiliate-Links von Amazon oder anderen Unternehmen arbeiten, müssen Instagrammer auf Drittportale, wie liketoknow.it zurückgreifen. Erst damit können sie Einnahmen über Affiliate Marketing generieren. Hier ist es nicht möglich, Links direkt in die Bildbeschreibung zu posten, was die Nutzung von Affiliate Marketing schwierig gestaltet.

Wer trotzdem Geld auf diesem Weg bei Instagram verdienen möchte, meldet sich beispielsweise bei der App liketoknow.it an. Mit dieser App ist es Influencern, Publishern und Marken möglich, Affiliate-Links für Instagram zu generieren. Diese Links führen dann indirekt zu den gezeigten Produkten. Häufig wird dies verwendet, um Kleidung zu verlinken, die auf einem Bild gezeigt wird.

So arbeiten Services wie liketoknow.it und Co.

Der Affiliate-Link, zum Beispiel zu einem Outfit, wird in die Web-Oberfläche eingetragen und man erhält einen liketiknow.it-Link, welcher in die Bildbeschreibung des Fotos eingefügt werden kann. Das Klicken auf diesen Link ist allerdings nicht möglich, da dies durch Instagram unterbunden wird. Provisionen erhält der Influencer trotzdem. Jeder Instagram-Nutzer, der dieses Foto liked und bei liketoknow.it angemeldet ist, erhält eine E-Mail mit den Links zum Shop, beziehungsweise zum Profil des Influencers. Wenn der Nutzer beim angezeigten Shop etwas kauft, bekommt der Influencer eine Provision und ein Teil geht an liketoknow.it.

Zuerst hört sich das Ganze sehr kompliziert an und es ist schwer vorstellbar, dass dieses Vorgehen Anklang bei Instagram-Nutzern findet. Allerdings ist das Gegenteil der Fall. Eine große Zahl an Instagram-Nutzern ist bei liketoknow.it angemeldet und erhält regelmäßig E-Mails mit den Links zum Influencer-Shop. Auch einige Marken, darunter von Beginn an Asos und Urban Outfitters, nutzen diesen Dienst, um ihre eigenen Produkte auf Instagram zu bewerben.

Jessica Ingerfeld, Laura Frenzel