Dass Filmemachen risikoreich sein kann, zeigte zuletzt der Kinofilm „Die Männer der Emden“. Die Produktion fand in Tunesien statt – ausgerechnet während der arabischen Revolution.

Der Film „Die Männer der Emden“ schildert die unglaubliche Geschichte eines deutschen Marineoffiziers im 1. Weltkrieg. Der schlägt sich nach dem Untergang seines Schiffes „S.M.S. Emden“ mit seinen Kameraden vom Indischen Ozean bis nach Berlin durch. Der Spielfilm feierte beim 23. Internationalen Filmfest Emden seine Premiere und wird zur Zeit in einigen Kinos gezeigt.

Adrenalin pur

Regisseur und Produzent Berengar Pfahl stand vor dem Dreh vor einer schweren Entscheidung. Die Filmproduktion sollte nämlich in Sri Lanka stattfinden, doch die politische Lage war damals mehr als prekär. Während der Dreharbeiten im Januar 2011 brach in Tunesien die Revolution aus – eine Gefahr für die komplette Crew. „Während wir drehten, mussten wir unsere Kundschafter nach Tunesien schicken, in die Wüste“, so Pfahl. Im Interview spricht er über die schwierigen Bedingungen während der Kinofilmproduktion – die in der Öffentlichkeit bislang aber kaum Beachtung fanden.

„Uns ist ganz schön die Muffe gegangen“

Auch für Schauspieler Sebastian Blomberg, bekannt aus „Der Baader Meinhof Komplex“, und seinen Kollegen Oliver Korittke war der Dreh eine Grenzerfahrung. „Ich weiß noch genau, wie uns in den letzten Wochen auf Sri Lanka ganz schön die Muffe gegangen ist, weil wir nicht genau wussten, in was für eine Situation wir da geraten“, erinnert sich Blomberg. Oliver Korittke fühlte sich trotzdem relativ sicher: „Wir wurden vom Militär bewacht, in den Wüsten, in denen wir gedreht haben“, so der aus „Wilsberg“ bekannte Schauspieler.

Mehr von den Machern von „Die Männer der Emden“ und einen Blick auf das Thema Filmförderung und -Finanzierung gibt es morgen – in einer neuen Ausgabe des Vodcast. Außerdem sind die Risiken und Nebenwirkungen des Schauspielberufs Thema – vor allem, was die Gagen betrifft. Und, wie sich die Berufschancen vor der Film-Kamera verändert haben.

Text: Pascal Schröder.