Einen Monat nach den Olympischen Winterspielen kehrten die Spitzensportler Eric Frenzel, Franziska Fritz und Erik Simon nach Mittweida zurück. Hier wurden sie im Rahmen des „Olympiafestes“ feierlich von Vertretern aus Hochschule und Stadt empfangen und für ihre Leistungen in Sotschi geehrt.

Tor in die Zukunft“ – unter diesem Slogan fanden 2014 die Olympischen Winterspiele in Russland statt. Gleich drei Mittweidaer Studenten konnten sich dort erfolgreich behaupten. Eric Frenzel gewann am 12. Februar Gold vor dem Japaner Akito Watabe und dem Norweger Magnus Krog in der Nordischen Kombination – Normalschanze. Der Student der Wirtschaftswissenschaft und zweifache Einzel-Weltmeister galt schon vor den Spielen als Favorit unter den 55 Teilnehmern. So war er auch im späteren Teamwettkampf erfolgreich und gewann Silber hinter der Gruppe von Magnus Krog. Franziska Fritz brachte es gemeinsam mit Sandra Kiriasis als bestes deutsches Bob-Team auf den fünften Platz. Erik Simon unterstützte die deutschen Skispringer als Cheftechniker und verhalf ihnen somit zum Olympiaerfolg.

Nach der Begrüßung der Spitzensportler im Rektorat begann auch für sie der Tag studententypisch zunächst mit einer Lehrveranstaltung. In der anschließenden Pressekonferenz stand vor allem die Frage nach dem Spagat zwischen Sport, Hochschule und Privatleben im Mittelpunkt.
„Wir waren viel unterwegs. Dennoch freue ich mich auf das Studium in Mittweida“, so Eric Frenzel. In der Möglichkeit den Sport als Beruf mit einem Studium zu verbinden, sieht Sportkoordinator André Schneider ein zukünftiges Markenzeichen für die Hochschule. Den Athleten ist es wichtig, sich auch abseits ihrer Sportkarriere weiter zu entwickeln. Um das alles unter einen Hut zu bekommen, ist der Kontakt zu Dozenten und Studienkollegen unerlässlich. „Jeden Sommer sitze ich mit neuen Kommilitonen zusammen“, erklärte Franziska Fritz. Trotz zusätzlicher Belastung, bietet ihnen das Studium den passenden Ausgleich zu Training und Wettkämpfen.

„Ich kann´s mir nicht mehr vorstellen, von der Schanze zu springen“

Der Pressekonferenz folgte das viel besuchte Olympiafest im Lichthof der Hochschule. Im Einzelinterview erzählte Erik Simon über seine Arbeit als Cheftechniker der deutschen Skisprungnationalmannschaft. Während er sich bei den Olympischen Spielen vor allem um die Materialbetreuung und -vorbereitung kümmerte, konzentriert er sich im Sommer auf die Weiterentwicklung der Sportgeräte. Zu seinem Wechsel vom Skispringer zum Techniker erklärte er: „Vermissen tue ich es nicht. […] Ich bin dem Sport treu geblieben.“ Noch einmal von der Schanze zu springen, kann er sich nach eigenen Angaben nicht vorstellen. In den Errungenschaften der deutschen Skispringer sieht er jedoch einen Erfolg des gesamten Teams.

„Ich bin stolze Fünfte“

Ein typischer Wettkampf gegen die übliche Konkurrenz. Für die junge Bobfahrerin Franziska Fritz machen vor allem das öffentliche Interesse und die Inszenierung das Besondere an Olympia aus. „Ich bin stolze Fünfte. Aber trotzdem haben wir fahrerisch und am Start nicht das gezeigt, was wir können“, berichtete sie. Ein  Kraft- und Athletiktraining im Sommer soll ihr helfen, 2015 bei den Weltmeisterschaften in Winterberg unter die Ersten zu kommen. Auch zu den Olympischen Winterspielen 2018 möchte sie antreten. Dann vielleicht sogar als Pilotin.

„Ein unbeschreibliches Gefühl“

Seinem Olympiaglück folgten der Sieg in der Gesamtwertung des Weltcups und die Ernennung zum „Top of the Sports 2013“ beim 21. Mitteldeutschen Olympiaball. Trotz allem zeigte sich Eric Frenzel beim gestrigen Olympia Empfang bescheiden und bedankte sich für die starke Unterstützung der heimischen Fans.

Die Leistungen der Olympiateilnehmer würdigte die Stadt mit der Eintragung in das Goldene Buch Mittweidas. Im Lichthof enthüllte die Hochschule die „Olympische Ehrentafel“. Auf dieser werden neben den Beteiligten der diesjährigen Winterspiele auch der ehemalige deutsche Leichtathlet Vincenz Duncker geehrt, der 1906 bei den Olympischen Spielen in Athen die Bronzemedaille im Hürdenlauf gewann.

Text: Tony Hegewald. Bilder: Nadine Dietrich, Sarah Krause, Vanessa Schwaar.