Lehrmaterial in Eigenproduktion.

Lehrmaterial in Eigenproduktion.

Die Fakultät Medien der Hochschule Mittweida stellt im Bereich der Lehre eigens von den Professoren verfasstes Lehrmaterial bereit. Das diese Hilfen aber nicht ausschließlich von den Dozenten verfasst wurden, zeigt das Beispiel von Susanne Krause.

Den Studenten der Fakultät Medien wird das Lernen – wenn man so will – auf eine gewisse Art und Weise erleichtert. Die Mittel zum Zweck sind praktikable Leitfäden und Lehrbriefe, die eine Einführung in bestimmte Fächer geben:

  • Journalistisches Arbeiten: Grundlagen des Journalismus, von Prof. Horst Müller MBA
  • JAVA Praktische Einführung: Grundlagen zur Programmierung, von Prof. Peter Will
  • Agenturen & Media Research: Agenturmanagement, innerhalb des Projektes „Local Manager 2.0″

Verwirklicht wurden diese Lehrmaterialien durch die Projektgruppe „IQSM“ der Hochschule Mittweida unter der Leitung von Dipl.-Inf. Undine Schmalfuß. Das Institut für Qualitätsmanagement, Studienmodelle & Mediengestützte Lehre (IQSM) verbindet netzgestützte und interaktive Lernelemente mit speziell entwickelten Lehrbüchern, um Studenten auch zeitlich und örtlich unabhängiges Lernen zu ermöglichen.

JAVA – Lernstoff per Download

„Die Qualität der Lehrmaterialien wird über ein mehrstufiges Verfahren gesichert, das aus Fachlektorat, Form- und Gestaltungslektorat besteht“, heißt es auf der Webpräsenz. Die Lehrbriefe erscheinen in der Reihe „Mediengestützte Wissensvermittlung“.

Zu den Autoren gehört auch Prof. Peter Will der Fakultät Medien. Den Lehrbrief „Praktische Einführung in Java“ erstellte er mit Hilfe der Arbeitsgruppe „IQSM“ auf der Grundlage seines gleichnamigen iBooks, das jedem gratis zum Download zur Verfügung steht. „Dieses Projekt war ein Versuch, meinen Studenten und externen Interessenten Begleitmaterial bereitzustellen und eine kompakte, praxisorientierte Einführung zu ermöglichen“, erläutert der Professor. Der Lernende solle in die Lage versetzt werden, einfache Programme nach eigenen Vorstellungen erstellen zu können. Außerdem ist er einer der Professoren, der Teile seiner Vorlesungen in Form von Mitschnitten frei als Stream bereitstellt.

Journalistisches Arbeiten – praktikabler Leitfaden

Die Lernhilfen kommen gut an, auch Prof. Horst Müller, der unter anderem „Journalistisches Arbeiten“ an der Fakultät Medien lehrt, erarbeitete einen Lehrbrief für die Reihe der mediengestützten Wissensvermittlung. Ihm war es wichtig, seinen Studenten einen möglichst praktikablen Leitfaden für den Einstieg in den Journalismus zu geben. „Allerdings ist das kein ,Rundum-Sorglos-Paket‘, mit dem sich Journalismus quasi von allein erlernen ließe. Vorausgesetzt wird zunächst eine ordentliche Allgemeinbildung, die von Medienstudenten wohl erwartet werden kann“, heißt es in seinem Vorwort. Mit entsprechendem Login, den jeder Medienstudent der Hochschule erhält, können alle Studenten den Lehrbrief auf seinem Blog jederzeit kostenlos downloaden.

Fachlektüre von Studenten

Das Fachlektorat, welches die Inhalte der Lehrmaterialien liefert, besteht jedoch nicht nur aus Professoren. Im Rahmen des Lehrbriefes „Agenturarbeit in inhabergeführten Kreativagenturen“ wurde die Studentin Susanne Krause involviert. Seit mehreren Jahren betreut sie unterschiedliche Projekte an der Hochschule. In Autorenschaft mit Prof. Tamara Huhle verfasste sie im letzten Jahr das Studienbuch zur Agenturarbeit. Dahinter verbirgt sich der Ansatz, bereits in einer frühen Studienphase Studenten im Rahmen des wissenschaftlichen Arbeitens anzuleiten, zu begleiten und die daraus entstandenen Ergebnisse einem Zielpublikum zur Verfügung zu stellen.

Agenturen und Media Research – seine Chance nutzen

Susanne schrieb ein Jahr lang an ihrem Lehrbrief und stieß während der Arbeit auch auf Probleme: „Die Recherche war aus meiner Sicht eigentlich der schwierigste Teil, denn wenn man erst einmal vermeintlich gute Literatur gefunden hat, kann man auch schnell enttäuscht werden.“ Trotz allem kann sich das Ergebnis sehen lassen. Der entstandene Lehrbrief: „Agenturen und Media Research“ wird aktuell im gleichnamigen Zusatzmodul eingesetzt.

Local Manager

Susanne sagt selbst: „Das Projekt hörte sich interessant an, da mein Interessengebiet schon seit Studienbeginn in Richtung Werbung, Marketing und Kommunikation geht.“ Also bereitete sie unter der fachlichen Anleitung durch Prof. Huhle und dem Redaktionsteam des Moduls „Local Manager“ fachspezifische Lehrinhalte auf. Abseits des regulären Lehrplans ist dieses Modul ein Entwicklungsprojekt und Zusatzqualifikation für Studierende, die später in Lokalfunkunternehmen tätig werden möchten.

Interessenten gesucht

Für die Studierenden bilden die gedruckten Materialien die Basis für die Präsenzphase, die zu jedem Modulteil an der Fakultät Medien durchgeführt wird. Das wissenschaftliche Arbeiten und die Wissensweitergabe sind das zentrale Anliegen der Hochschul-Forschung in Mittweida. Um dies weiter zu verwirklichen, werden engagierte Akteure benötigt, die sich intensiv mit einem Thema auseinandersetzen wollen. Ein ambitionierter Student kann hier jegliche Unterstützung erhalten. Wer also Spaß am wissenschaftlichen Arbeiten hat, der sollte die Chance vom „QIM“ und ihrem „Local Manager“ wahrnehmen!

Text: Jana Bartels. Grafik: Hanna Frantz.