Diese Woche mit einem weiteren Gerichtstermin für Kachelmann +++ einem guten Start für „Newtopia“ +++ dem neuen Spot von Lidl  +++ und einem YouTuber mit vielleicht zu viel Macht.

Wetter-Moderator vor Gericht

Seit Mittwoch steht Jörg Kachelmann erneut vor Gericht, dieses Mal als Kläger. Grund ist die Berichterstattung über den Vergewaltigungsprozess gegen ihn, bei dem er 2011 vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen wurde, so Süddeutsche.de. Dabei wirft er der „BILD“ und „BILD.de“ eine schwere Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte vor und fordert von der „Axel Springer SE“ Schmerzensgeld in Höhe von 2,25 Millionen Euro. In der Verhandlung geht es vor allem auch um die Frage, in wie vielen Fällen das Persönlichkeitsrecht verletzt wurde und was beziehungsweise wie viel Kachelmann selbst von sich preisgegeben hat. Wie auf dem „BILDblog.de“ zu lesen ist, sehe das Gericht 36, womöglich 47 schwerwiegende Persönlichkeitsrechtsverletzungen, mindestens 15 davon von BILD.de und mindestens 21 der Printausgabe.

Das Landgericht Köln sprach sich für eine gütliche Einigung innerhalb von sechs Wochen aus. Sollte dies nicht geschehen, so berichtet meedia.de, will die Kammer die Entscheidung am 24. Juni verkünden.

Der Schadensersatz-Prozess ist Thema in nahezu allen Leitmedien. Kein Wunder also, dass nach dem Gerichtstermin die Wege durch die Presse versperrt waren, denn alle wollten ein Interview mit Kachelmann.

Kachelmann klagt nicht nur gegen Axel Springer, sondern möchte auch die Burda-Medien „Focus“ und „Bunte“ eine „satte“ Entschädigung zahlen lassen. Insgesamt belaufen sich die Forderung Kachelmanns auf 3,25 Millionen Euro. Viele Medien berichten von der Rekord-Schmerzensgeld-Forderung aller Zeiten. Wie jedoch auf BILDblog.de berichtet wird, habe der Vorsitzende Richter, Dirk Eßer, von Anfang an durchblicken lassen, dass das Gericht eine finanzielle Entschädigung zwar für richtig halte, eine solche aber deutlich geringer ausfallen dürfte.

„Newtopia“ stabil

Das „größte TV-Experiment aller Zeiten“, so beschreiben die Macher die Sendung, die seit Montag auf Sat.1 über ein Jahr laufen soll. Dabei ziehen 15 Bewohner in ein unkultiviertes Stück Land ein, auf dem ihnen zu Beginn nur eine leere Scheune, ein bescheidener Viehbestand, Anschlüsse für Wasser und Strom, ein Telefon und 5.000 Euro Startgeld zur Verfügung stehen – das Ganze unter dem Titel „Newtopia“.

Der Erfinder der Show, John de Mol, sagte im Interview mit meedia.de, warum dieses Format so einen Erfolg haben kann:

„Viele Menschen sind unzufrieden mit ihrem gegenwärtigen Leben, haben Zukunftsängste, fürchten Krisen und beklagen andererseits zu viele Regeln und Beschränkungen. Also haben wir uns gefragt: Wie wäre es, wenn wir 15 Menschen die Möglichkeit geben, eine neue kleine Welt zu erschaffen, in der sie alle Regeln und Gesetze selbst entwickeln?“

In den Niederlanden war es der TV-Hit schlechthin. War das Format zu Beginn noch auf ein Jahr ausgelegt, so wohnen die „Pioniere“ (so werden die Kandidaten seitens des Senders genannt) mittlerweile bereits über 14 Monate darin. Der Produktionsleiter in den Niederlanden erklärt gegenüber ZEIT ONLINE: „Die niederländischen Kandidaten fühlen sich mittlerweile so wohl in ihrer eigenen Welt, dass sie gar nicht mehr raus wollen.“

Bisher ist es auch in Deutschland ein Erfolg. So verzeichnet Sat.1 in dieser Woche einen Quotenschnitt von über 14 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe der 14 bis 49-Jährigen, so DWDL.de. Und auch in den Sozialen Netzwerk gibt es zahlreiche Reaktionen auf die ersten Tage der Bewohner, es wird nahezu minütlich getwittert, die Meinungen fallen dabei sehr positiv aus:

Aber auch amüsante Tweets dürfen bei einer derart neuen Show nicht fehlen:

Neuer Spot – Neues Image

Dieser neue Werbespot von Lidl machte diese Woche die Runde. Dabei versucht die weltweit zweitgrößte Discount-Kette ein neues Image zu vermitteln. Welches, verrät Lidl-Geschäftsführer Christoph Pohl im Interview mit HORIZONT:

„Lidl lohnt sich – wegen der guten Preise, aber vor allem wegen der guten Qualität unserer Produkte. Dass Qualität bei uns an erster Stelle steht, weiß vielleicht nicht jeder. Das wollen wir ändern.“

Das Kuriose dabei? Die Produktionskosten lagen bei null Euro, denn der Spot entstand mit einem neuartigen Spot-Generator. Christian Brandes von SCHLECKY SILBERSTEIN erklärt, wie das funktioniert: „Man gibt nur das Logo rein und das Ding spuckt einem einen Spot aus, der immer richtig ist und null polarisiert. Voll irre!“

„Schlecky Silberstein“ zeigt auf seinem Blog mehrere Varianten des Clips. Für jeden davon lädt er ein anderes Logo beziehungsweise Bild hoch, dass dann perfekt am Ende des Clips eingearbeitet ist und auch zu den Bildern und Texten passen würde. Wir stellen euch zwei seiner Beispiele vor:

 

meedia.de fast zusammen: „Denn die zugegeben – schönen Bilder passen zu allem und zu gar nichts.“

Bei den Nutzern trifft der Spot auf unterschiedliche Meinungen:

Und wie es scheint hat sich auch in dern Filialen nichts verändert:

YouTuber ohne Quellen

Der bekannte YouTuber LeFloid ließ in dieser Woche „Putins 9/11-Bombe auf Youtube hochgehen“, so BILDblog.de.

Seine Quelle sei dieser Artikel der Internetz-Zeitung. Doch, so deckt BILDblog.de auf, befindet sich lediglich ein Zitat von Putin („Die US Regierung hat 9/11 und Sprengung des WTC selber inszeniert„) in der Überschrift dieses Artikels, für das im Text keine Quelle genannt wird. Es wird bloß auf einen Text einer russischen Plattform verwiesen.

Dort heißt es laut BILDblog aber auch nur, Russland plane eine solche Veröffentlichung. Für diesen Nachweis verweist auch die russische Plattform auf einen weiteren Artikel von SecretsOfTheFed.com. Auch diese Seite gibt eine weitere Quelle an: TELLMENOW.com. Diese wiederum verlinkt noch mal zu einer anderen Seite von der sie die Informationen haben soll: MrConservativ.com.

Letztlich wird die Story durch unzählige Medien verbreitet, die sich „gegenseitig“ als Quellen angeben.

Ein Wahnsinn sei, dass ein YouTuber wie LeFloid, der mit diesem Video einmal mehr über eine Million Menschen erreicht und somit eine größere Reichweite und Meinungsmacht als zum Beispiel die „BRAVO“, die „FAZ“, die „taz“, das „Handelsblatt“, das „Hamburger Abendblatts“, der „Tagesspiegels“ und „DIE WELT“ zusammen hat, so schnell einen solchen Unfug in der Welt breittreten kann, so BILDblog.de.

Text: Alexander Betz. Beitragsbild: Twitter – Kachelmann. Bearbeitung: Christine Wolf.