#AktionArschloch +++ BILD startet neue Kampagne +++ SPIEGEL-Verlag kündigt neues Online-Angebot an

Internet-Projekt gegen Fremdenhass bringt DIE ÄRZTE an die Spitze der Charts

Nach 22 Jahren stehen „DIE ÄRZTE“ mit ihrem Song  „Schrei nach Liebe“ wieder an der Spitze der Charts.
Reiner Zufall oder was steckt wirklich hinter dem erneuten Erfolg?

Tatsächlich steht dahinter das Internet-Projekt „Aktion Arschloch“. Ziel war es, den Song von 1993 erneut an die Spitze der Charts zu katapultieren und damit ein Zeichen gegen Fremdenhass und Rechtsradikalismus im Hinblick auf die erneuten Flüchtlingsdebatten zu setzen, wie  tagesspiegel.de berichtet. Dabei rufen die Initiatoren auf der offiziellen Webseite dazu auf, den Song bei Musikplattformen wie iTunes oder direkt beim „DIE ÄRZTE“-Shop Finetunes zu kaufen. Desweiteren soll der Song bei Radiosendern, sowie in Clubs gespielt werden.

„Die Aktion Arschloch! will auf einfache Weise dazu beitragen, ein Zeichen gegen die in Deutschland grassierende Fremdenfeindlichkeit zu setzen. Dazu haben wir uns vorgenommen, das Lied „Schrei nach Liebe“ von Die Ärzte wieder in die Charts und ins Radio zu bringen.
Unsere Aktion ist keine Werbeveranstaltung der Band Die Ärzte!
Wir haben die Band zwar um eine Stellungnahme gebeten, sind aber sonst völlig unabhängig von ihr.“

Die drei Jungs aus Berlin haben prompt auf die Aktion Arschloch reagiert und auf ihrer offiziellen Webseite Stellung bezogen:

„DIE ÄRZTE finden es gut und wichtig, dass im Radio Stellung bezogen wird. Die Aktion wäre auch mit jedem anderen Anti-Nazi-Song cool. Wenn es unser Lied sein soll, unterstützen wir das aber natürlich gern. Wir wollen an dieser Sache definitiv nichts verdienen und werden alle Einnahmen von „SCHREI NACH LIEBE“ (auch aus der GEMA) an Pro Asyl spenden.
Wir wünschen allen Nazis und ihren Sympathisanten schlechte Unterhaltung.
BELA, FARIN, ROD“

Wenige Tage später heißt es in einem Nachtrag bereits:

„Nachtrag: Neben DIE ÄRZTE und ihrem Management spenden auch Finetunes und Universal Publishing ihre Einnahmen am Song an Pro Asyl.“

Dass die Initiative ein voller Erfolg ist, bestätigte ein Bericht von media control am Montag. Darin heißt es:

„Schrei nach Liebe“ erobert nach nur wenigen Tagen die deutschen mega charts! Das ergibt die Sonderauswertung des deutschen Chartermittlers media control. Erstmals werden die aktuellen Zahlen des Wochenendes (Freitag bis Sonntag) der TOP20 Songcharts auf charts.de veröffentlicht. Der Anti-Nazi-Song positioniert sich mit unglaublichen 70,9 Prozentpunkten Vorsprung als die Nummer 1.“

Nicht nur auf Facebook, sondern auch auf Twitter löste der Hashtag #AktionArschloch eine Welle der Begeisterung und Unterstützung aus.

„Bild dir deine Meinung“ – oder wie war das gleich nochmal?

Diese Woche schien ganz im Sinne der „Bild“-Zeitung zu verlaufen. Wie wir am  8. September bereits berichtet haben, war das Boulevard-Blatt bereits am Dienstag wegen nicht gedruckter Bilder in aller Munde. Doch damit nicht genug. Denn gleichzeitig wurde eine neue Kampagne und ein neuer Claim eingeführt, wie meedia.de schreibt. Nach „Jung von Matt“ steht nun die Agentur „VCCB Berlin“ an der Seite von BILD und legt direkt los – aus „Bild dir deine Meinung“ ist zunächst  „Das bringt nur Bild“ entstanden. Doch was bedeutet eigentlich der neue Claim? Donata Hopfen, Vorsitzende der Verlagsgeschäftsführung im Axel-Springer-Verlag in Berlin erklärte im „meedia.de“-Interview:

„Das ist eine Haltung. Wir polarisieren, sind einzigartig. Die einen finden uns gut, die anderen nicht. Beide Gruppen können aber klar formulieren: ‚Das bringt nur Bild‘.“

Laut W&V sollen mit Hilfe der neuen Kampagne die Markenwerte der BILD Orientierung, Reibung, Kraft und Nähe vermittelt werden. Dabei wird die neue Werbekampagne bundesweit nicht nur im Print-Bereich, sondern auch im TV, im Kino, im Radio und online geschaltet, wie W&V weiter berichtet.

 

Die Netz-Gemeinde steht dem neuen Imagewandel der BILD jedoch noch kritisch gegenüber:

SPIEGEL: Neues Portal für Generation Hashtag

Ab Anfang Oktober will der SPIEGEL-Verlag die „Generation Hashtag“ mit einem neuen Online-Angebot begeistern.

Eine 13-köpfige Redaktion will mit „bento“ ein Onlineportal für junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren starten, wie horizont.net berichtet.

Neben den aktuellsten News des Tages steht vor allem Social Media und das Web im Fokus der Redaktion. Geprägt werden soll das neue Online-Angebot dabei von den Gewohnheiten der Internetnutzer, der sogenannten „Generation Hashtag“. Das lässt sich vor allem an den künftigen Rubrikthemen erkennen, die allesamt mit einem Hashtag versehen sind. Neben der Rubrik #Musik, soll es unter anderem noch die Rubriken zum Thema #Fühlen, #Queer und #Future geben, wie dwdl.de schreibt.

Neben der neuen bento-Webseite wird es künftig auch eine App geben – ganz im Sinne der Generation Hashtag.

Text: Lisa Scharfenberger. Beitragsbild: http://www.aktion-arschloch.de/mitmachen/. Bearbeitung: Christine Wolf.