#CharlieCharlieChallenge: „Hallo Netzdämon!“ +++ 2,7 Millionen Euro umsonst? Honorar-Skandal um Gottschalk +++ Keinkopfhase: Live-Schlachtung bei dänischem Radiosender

Dämon „Charlie“ geht um

Gläserrücken und Hexenbrettspiele gehören der Vergangenheit an – denn jetzt rufen abergläubige junge Menschen nach einem mexikanischen Geist namens Charlie. Die „#CharlieCharlieChallenge“ kursiert derweil in den sozialen Netzwerken und hat auf Twitter einen richtigen Hype ausgelöst.

Das Stifte-Spiel mit dem antiken Ursprung geht dabei ganz einfach und kann von jedem durchgespielt werden. Benötigt werden lediglich ein Blatt Papier und zwei Stifte. Auf dem Blatt werden vier Felder eingezeichnet – jeweils zweimal mit dem Wort „Ja“ und „Nein“. Die Stifte werden anschließend so darüber gelegt, dass sie ein Kreuz bilden, wie heute.at berichtet.

Nun kann die Beschwörung von Charlie mit den einleitenden Worten „Charlie, Charlie, können wir spielen?“ beginnen. Danach soll sich laut des Onlinemagazins ein Stift auf ein Feld mit „Ja“ drehen. Erst dann könne man weitere Fragen stellen.

Auch unzählige Videos auf Twitter und Vine zeigen, wie sich die Stifte – scheinbar ganz ohne Fremdeinwirkung – plötzlich bewegen.

Damit die Spieler allerdings keine Opfer dämonischer Gewalt werden, müssen sie sich am Ende noch mit „Charlie, Charlie, können wir aufhören?“ verabschieden, so focus.de.

Doch gibt es wirklich einen Dämon namens „Charlie“ oder ist das alles nur Einbildung? Focus-Online-Autor David Knüdeler sagte in einem Video dazu:

„Die Erklärung für das Phänomen ist denkbar einfach. Denn ähnlich wie bei dem Hexenbrettspiel ist es so, dass die Vorstellung oder die Wahrnehmung einer Bewegung bereits motorische Zellen im Gehirn aktiviert. Was zur Folge hat, dass die Muskeln die Bewegung ansatzweise vollziehen. Und so entsteht eben der Eindruck, dass die Stifte sich wie von selbst bewegen. Beim Solo-Spiel lässt sich die Bewegung wohl ganz einfach durch einen Windhauch erklären.“

Neben all den Usern, die an die Challenge glauben und ihr Video davon ins Netz stellen, gibt es ebenso viele, die sich über den Hype lustig machen:

 

Angeblich soll es sich bei dem mexikanischem Dämon um ein Kind handeln.

Gottschalk und der Wirbel um sein Honorar

Dass „Gottschalk Live“ ein Quotenflop war, ist nichts Neues. Denn die 2012 produzierte Talksendung wurde bereits nach 70 Folgen wieder abgesetzt, wie kress.de berichtet. Geplant waren aber ursprünglich 144 Sendungen.

Einige Zeit war damit die Vorabendsendung vom Tisch, doch jetzt ist sie wieder aufgrund von üppigen Honorarvereinbarungen präsent: Laut bz-berlin.de erhielt Thomas Gottschalk für die ausgestrahlten Sendungen 2,3 Millionen Euro. Doch damit nicht genug, denn die WDR mediagroup zahlte dem Moderator und Talkmaster noch weitere 2,7 Millionen Euro für die abgesetzten, nicht produzierten Folgen sowie zwei Primetime-Shows.

Gab es dabei Geld ohne Gegenleistung? Der Filmverband „Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm“, kurz „AG DOK„, fordert jetzt in einem Brief an den WDR-Intendanten Tom Buhrow eine Darlegung dessen, was genau zwischen der WDR mediagroup und Thomas Gottschalk vereinbart wurde, wie bz-berlin.de weiter berichtet.

„AG DOK“-Vorsitzender und Initiator des Schreibens, Thomas Frickel, ist alles andere als begeistert: „Wer weiß, wie bei Dokumentarfilm-Verhandlungen in den Sendern um jeden Euro gefeilscht wird, kann da nur noch wütend werden.“ Die noch geheimen Vertragsinhalte wurden der Arbeitsgemeinschaft zugespielt. Eine Veröffentlichung der Dokumente auf der Webseite ist geplant:

„Unser Verband tritt seit jeher für größtmögliche Transparenz im Umgang mit den Mitteln der Rundfunkabgabe ein – da ist es nicht hinzunehmen, dass solche Vereinbarungen an der Öffentlichkeit und den Aufsichtsgremien vorbei getroffen werden.“

Wie focus.de mitteilte, bestätigte eine Sprecherin des WDR den Erhalt des Briefes gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Der WDR ist dabei, die Fakten zu prüfen. Hierbei ist uns Seriosität wichtiger als Schnelligkeit.“ Laut meedia.de ist sich Thomas Gottschalk jedoch keiner Schuld bewusst: „Ich habe alles geliefert, was die ARD bestellt hat. Dafür hat die ARD bezahlt, was vorher vereinbart war.“

Wie die Angelegenheit ausgehen wird, ist noch unklar. Fest steht: Bei vielen Zuschauern haben sich Gottschalk und die Öffentlich-Rechtlichen wohl unbeliebt gemacht. Die Netzgemeinde steht hinter Thomas Frickel:

Dänischer Radiosender: Live-Tötung von Kaninchen

Der private Radiosender Radio24syv sorgt aktuell in Dänemark für Aufregung. Moderator und Gastgeber Asger Juhl hat in einer Live-Sendung das neun Wochen alte Kaninchen Allan getötet, wie sueddeutsche.de schreibt. Dabei soll er ihm mit einer Luftpumpe mehrfach auf den Kopf geschlagen haben, wie die Zeitung weiter schreibt.

Besonders makaber: Ein Video, dass Juhl beim Streicheln des Tieres zeigt, wurde vor der Tat auf der offiziellen Facebook-Seite des Senders gepostet.

Die Tötung in der Live-Sendung sollte jedoch der Aufklärung, und nicht der Unterhaltung dienen, wie welt.de berichtet. Mit der Aktion wollte der Moderator die “Heuchelei” des dänischen Tierschutzes und die barbarischen Bedingungen der Agrarwirtschaft offenlegen.

So rechtfertigt sich auch Radio24syv in einer Facebook-Mitteilung, unter anderem mit den Worten:

„Every day in the nation of Denmark, thousands and thousands of animals are put down to fill the meat counters in our super markets. Danish agriculture is one of the most industrialized in the world. But we do not seem to focus much on animal welfare.
[…]
We wanted to expose the vast hypocrisy surrounding our relationship with animals. So far we have succeeded. We wanted and want to have a debate about animal welfare – for ALL animals.”

Der 34-jährige Moderator ist davon überzeugt, dass das Kaninchen keine Qualen erleiden musste. Denn die Technik soll ihm ein Tierpfleger beigebracht haben, wie welt.de weiter schreibt. Damit ist die äußert kritische Provokation aber noch nicht zu Ende: Anschließend soll Juhl das tote Kaninchen noch mit seinen beiden Kindern angerichtet und danach verspeist haben.

Der Shitstorm seitens der Internetgemeinde ließ nicht lange auf sich warten:

Auf dem Portal „change.org“ werden derzeit mittels einer Petition Unterschriften für die Kündigung von Moderator Asger Juhl gesammelt. Fast 25.000 Unterstützer sprechen sich bereits dafür aus.

Text: Lisa Scharfenberger. Foto: Louisa Bandura.