#NetzFragtMerkel +++ Dieter Nuhr im Shitstorm +++ Frauenquote bei ARD Degeto

YouTube-Interview: Bundeskanzlerin stellt sich dem „Neuland“

Ein YouTuber im Kanzleramt mit Angela Merkel?
Geht nicht? – Geht doch!

Florian Mundt, besser bekannt als YouTuber LeFloid, steht genau das am heutigen Freitag bevor, wie sueddeutsche.de schreibt.
Mit über 2,6 Millionen Abonnenten gehört er zu den großen deutschen YouTube-Stars.
In seinen „LeNews“-Videos beschäftigt er sich nicht nur mit Politik, sondern auch unter anderem mit der Homo-Ehe und dem Holocaust.
Und auch diese Themen sollen eine Rolle im Interview mit der Kanzlerin spielen, wie faz.net berichtet.

In seinem Video kündigt er das Gespräch mit Angela Merkel  (CDU) locker-flockig an:

„Freunde, Ladies, Gentlenerds, jetzt noch was Wichtiges. Am Freitag hab‘ ich einen Termin mit einer jungen Frau – nämlich der hier. Ja, Angela Merkel – mit der will ich am Freitag ein bisschen schnacken, und zwar mit euren Fragen.“

Der Videoblogger forderte die Community auf, unter dem Hashtag #NetzFragtMerkel alle Fragen einzureichen, die unbedingt beantwortet werden sollen.

Die Netzgemeinde nahm fleißig daran teil. Die Fragen umfassen ein breites Spektrum an Themen:

Nach Informationen von radiohamburg.de wird es keine vorherige Auswahl der Fragen geben- LeFloid darf somit fragen, was er möchte.
Das halbstündige Interview soll dann am kommenden Montag auf seinem YouTube-Kanal veröffentlicht werden.

Dieter Nuhr: Verhängnisvoller Griechenland-Tweet

Jetzt geht‘s auch dem deutschen Comedian Dieter Nuhr an den Kragen- nach seinem Griechenland-Statement auf Twitter und Facebook musste er einen heftigen Shitstorm seitens der Netzgemeinde einstecken.

Anlass dafür war das Referendum in Griechenland am Sonntag. Die Griechen haben sich in einer Volksabstimmung gegen die Sparmaßnahmen der Gläubiger entschieden, wie focus.de berichtet.
Dieter Nuhr äußerte sich zu diesem Thema mit den Worten:

Über 2.000 Mal wurde der Tweet favorisiert, über 1.500 Mal retweetet. Und auch auf Facebook sorgten seine Worte für Empörung.

Neben all der Zustimmung herrschte aber auch Aufregung im Netz:

Doch wie geht Nuhr mit Kritik von anderen Kollegen um?

ZDF-Moderator Jan Böhmermann konnte sich jetzt ein Bild davon machen. Er nahm sich Nuhrs Tweet und Post zum Anlass, Kontra zu geben – jedoch ohne Erfolg. Denn anscheinend wurden seine Kommentare immer wieder gelöscht und Böhmermann schließlich blockiert, wie meedia.de berichtet.

Böhmermann twitterte entrüstet:

Ob die Kommentare wirklich gelöscht wurden, ist allerdings nicht bestätigt.
Wie Dieter Nuhrs Agentur gegenüber dem Tagesspiegel verlauten ließ, ist der Comedian momentan im Urlaub und daher nicht erreichbar.

Er konterte allerdings prompt auf seiner Facebookseite:

„Kurz angemerkt, nur weil schon wieder hier im Internet ganz vielen die Birne durchbrennt (was die Denkfähigkeit stark einschränkt…Schaum vor dem Mund zeugt nicht von geistiger Tiefe): Dass es den Griechen schlecht geht, ist mir bekannt und extrem erschütternd. Aber 200 Jahre Ausbeutung und Korruption abzulösen durch primitiven Antikapitalismus ist so ziemlich das Dümmste, was man tun kann. Mein Tipp wäre: ein Finanzamt aufbauen, das den Namen verdient, und Korruption bekämpfen, anstatt die anzupissen, die genau dabei helfen wollen.“

„Klappe, die erste!“ – Frauen auf den Regiestuhl

Bereits im Bundestag wurde die gesetzliche Frauenquote beschlossen – jetzt ist sie auch Programm beim öffentlich-rechtlichen Sender ARD Degeto.

Regisseurinnen aufgepasst – ab dem ersten August wird es eine Frauenquote von 20% für Regieaufträge geben.
ARD-Degeto Chefin Christine Strobl geht dabei auf eine Forderung von Pro Quote Regie ein und will damit ein Umdenken in der Branche hervorrufen, wie ka-news.de berichtet.
Demnach sollen bei 20 Prozent aller produzierten oder finanzierten Filme der ARD-Tochtergesellschaft Frauen Regie führen, wie spiegel.de schreibt.

Pro Quote Regie teilte die freudige Nachricht auf der offiziellen Facebook-Seite mit den Worten:

 „Das ist grossartig! Ein grossartiger Anfang!
Wir haben wohl gut gearbeitet!“

In einer Stellungnahme seitens der Gleichstellungsinitiative in der Film- und Fernsehbranche heißt es nach Informationen des Tagesspiegels weiter:

„Eine freiwillige Selbstverpflichtung auf 20 Prozent Mehrbeschäftigung kann dabei nur ein Anfang sein, ist aber sicherlich ein erster Schritt mit Signalwirkung.
Wir verweisen auf das Modell von Pro Quote Regie: 30 Prozent in drei Jahren, 42 Prozent in fünf Jahren und ,Fifty:Fifty‘ in zehn Jahren.“

Die deutschen Regisseurinnen dürfen sich also freuen.

Text: Lisa Scharfenberger. Beitragsbild: blu-news.org unter CC BY-SA 2.0. Bearbeitung: Christine Wolf.