René Kindermann: „Absoluter Luxus“.

“Ich war schon beim ersten Mal ganz hin-und-weg von eurem Medienzentrum, damals war es noch im Bau. Es jetzt — mit all seiner hochmodernen Technik im Einsatz zu erleben…, das ist schon sehr beeindruckend.”

Großes Lob von großer Persönlichkeit, denn Kindermann zählt zu den Berühmtheiten der Fernseh-Branche. Er ist Reporter für die Sportschau der ARD, arbeitete als Brisant-Moderator, talkt im Riverboat und betreut seit November 2016 die Sendung MDR um 4.

Ein Beitrag von
Daniela Möckel und
Paula Schubert

Fotos von
Florian Pappert

Zwischen Aufnahmen in Norwegen und seiner Arbeit im Leipziger Funkhaus nimmt er sich Zeit für uns. Gemeinsam mit Kollegen und Mitgliedern der Hochschule Mittweida diskutierte er im Rahmen der Hochschulveranstaltungen Medienforum Mittweida 2016 und dem Udo-Steinberg-Symposium Werte und Fairplay in Sports und Gesellschaft.

Prof. Dr. Ludwig Hilmer, Rektor der Hochschule Mittweida, Dr. Marion Stascheit, Leiterin des Hochschularchivs Mittweida und René Kindermann (v.l.n.r.).

„Ich komme gern.“

Ausschlaggebend hierfür ist die langjährige Freundschaft zu Fernsehprofessor Christof Amrhein.
“Christof und ich haben uns während unserer gemeinsamen Arbeit beim MDR Fernsehen kennengelernt. Wir haben gemeinsam viele Sendungen produziert, der Kontakt ist nie abgerissen.“

Recherchieren lernen

Seit 20 Jahren ist René Kindermann in den Medien tätig – er hat von der kleinen Lokalredaktion bis zur Sächsischen Zeitung alle Stationen durchlaufen. Ein wichtiger Prozess auf dem Weg zum Medienmacher.

„Meine Zeit als Regional-Reporter war unglaublich hilfreich für meine jetzige Arbeit. Der regionale Printbereich ist die perfekte Ausbildung für Journalisten”,…

… ganz einfach deshalb, weil Nachrichtenagenturen wie dpa und Co Ereignissen von begrenzter Reichweite keine Bedeutung zuweisen – also so gut wie nicht darüber berichten.

Der Lokal-Redakteur muss sich seine Informationen selbst zusammensuchen, er läuft Leuten hinterher, organisiert, filtert, schreibt, rennt wieder los.

Alles können müssen

Wer erfolgreich den Markt erobern will, sollte technisches Verständnis mitbringen:

„Ihr müsst den Schnitt beherrschen, eine Kamera bedienen können und ganz nebenbei auch noch journalistische Fragen stellen — zuhören und Recherche betreiben. Ein ganz schönes Paket.“

„Und das kriegt ihr hier. Deswegen ist das Studium in Mittweida ja so cool…, weil ihr wirklich diese Bandbreite kriegt, absoluter Luxus.”

Mut zu Veränderung

Zum erfolgreich sein gehört eine besondere Persönlichkeit und Mut zur Veränderung.

“Die Medienwelt, in die ihr hinauszieht, ist so unglaublich schnell und wandelbar. Ihr arbeitet heute vielleicht in Leipzig, morgen in Vancouver und übermorgen in Dubai. Eure Arbeitgeber sind nicht mehr klassische Redaktionen, sondern vielleicht Branchenriesen wie GoogleTV und Amazon Prime.”

Veränderungen im Arbeitsumfeld kennt René Kindermann selbst sehr gut. Gern zitiert er Uschi Glas: “Menschen, die Veränderungen mögen sind glücklicher als Menschen, die auf dem Aktuellen beharren.”

Eine Art Motivation.

„Genau das trifft auf mich zu und das rate ich auch Nachwuchsjournalisten. Veränderungen immer mitnehmen, mitnehmen, mitnehmen. Das wird toll.”

Ruhiger wird es für René Kindermann erstmal nicht. Bis Ostern 2017 berichtet er alle 14 Tage im TV über die Wintersport-Veranstaltungen der Saison. Außerdem bereitet er mit Kollegen Olympia 2018 in Korea vor. Das bedeutet reisen, organisieren, besprechen, berichten, moderieren…
Und auch an der Produktion des Dresdner Semperopernballs wird der Moderator beteiligt sein.

René Kindermann (41) ist Dresdner, in Sachsen geboren.

René Kindermann über Sport und das Gefühl, sich von der Stimmung im Stadion tragen zu lassen. Ein Interview von 99drei Radio Mittweida. Dominik Schille und Fränze Schönbrodt.