Rodger Schlappa Alumni HS Mittweida

Mein Name ist Rodger Schlappa und ich bin 25 Jahre alt. Ich arbeite derzeit für die DREFA Media Holding GmbH im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunk als Projektingenieur in der Abteilung Planung Medienproduktion. Meine akademische Ausbildung habe ich an der Hochschule Mittweida absolviert. Hier habe ich in den Jahren von 2010 bis 2013 zuerst den Bachelorstudiengang (B.Eng.) Medientechnik – Film und Fernsehen und darauf aufbauend in den Jahren von 2013 bis 2015 den Masterstudiengang (M.Sc.) Industrial Management – Media Engineering belegt. Mein Masterstudium habe ich Anfang des Jahres 2016 beendet.

Ich muss ehrlicherweise gestehen: Als ich mein Studium im Jahr 2010 aufgenommen habe, hatte ich mich zum damaligen Zeitpunkt nicht auf ein genaues berufliches Ziel festgelegt. Von Moderator, über Kameramann oder Bildmischer konnte ich mir viele Tätigkeiten vorstellen. Da ich jedoch schon immer eine Affinität für Technik besaß, konnte ich mein längerfristiges Ziel nach der Absolvierung des ersten Semesters zumindest etwas eingrenzen: Es sollte eine Tätigkeit im technischen Bereich der Medien sein.

Der Bereich Medien bietet sehr mannigfaltige Berufsbilder und Möglichkeiten. Mit der Aufnahme des Studiums war es in erster Linie eines meiner Ziele, diesen Bereich und die hier vorkommenden Berufe besser kennenzulernen, um mir einen genaueren Überblick über diese zu verschaffen. Das hat dank der sehr praxisnahmen Hochschulausbildung, der absolvierten Praktika und durch die geknüpften Kontakte sehr gut funktioniert. Innerhalb meiner gesamten Studienzeit habe ich eine fachliche und persönliche Entwicklung erfahren, die mich zu meinem heutigen Beruf gebracht hat.

Während meiner Bachelorstudienzeit nahm ich an den studienbegleitenden Hochschulprojekten des Medienforum Mittweida und des Campusfestival Mittweida teil. Durch den alljährlichen Turnus absolvierte ich die Projekte mehrmals. Bei der ersten und zweiten Teilnahme (2010 & 2011) ging es vor allem darum, die Kommilitonen des höheren Semesters zu beobachten und von diesen zu lernen. Bei der dritten (2012) und letzten Teilnahme übernahm ich im Rahmen von Teamleiterpositionen Verantwortung in technischen und redaktionellen Bereichen der beiden Projekte.

Die Projektearbeit, gerade in den Positionen mit Verantwortungsübernahme erforderte es, einen Teil seiner eigenen Freizeit aufzugeben. Dies empfand ich jedoch zu keinem Zeitpunkt als ein Problem. Die Arbeit fand hauptsächlich in Teams mit Kommilitonen/Freunden statt und alle Projektbeteiligten arbeiteten mit hoher Motivation auf ein gemeinsames Ziel hin. In meinem späteren Masterstudiengang engagierte ich mich für das Hochschulprojekt des Spendenlauf Mittweida sowie für die Kinderuni.

Die Mitarbeit in den aufgezählten Projekten bedeutete in erster Linie die in der Theorie erlernten Ansätzen entsprechend des Mittweidaer Studienkonzeptes in der Praxis umzusetzen. Entscheidend bei der Projektarbeit war hierbei der Aspekt und die Möglichkeit des selbstständigen Ausprobierens und Experimentierens hinsichtlich neuer Ansätze. Die erläuterten Faktoren sowie der hieraus resultierende Lerneffekt und Erfahrungszuwachs war die Grundmotivation für die Teilnahme an den Projekten.

Schon gegen Ende meines Bachelorstudiengangs hatte ich mich mit den Möglichkeiten befasst, bisherig erlerntes Wissen in den Bereichen Wirtschaft und Management aufbauend zu vertiefen. Zudem sollte auch die Option der weiteren Spezialisierung im Bereich der Medientechnik bestehen. Der angebotene Studiengang Industrial Management der Hochschule Mittweida entsprach meinen Vorstellungen. Abgeleitet von der Studiengangbeschreibung und Erfahrungsberichten anderer Kommilitonen entschied ich mich dahingehend für die Fortsetzung meines Studiums an der HSMW. Der Wechsel vom Bachelor- zum Masterstudiengang verlief bei mir aufgrund des gleichbleibenden Studienstandortes nahtlos und sehr entspannt, da die Punkte Wohnungswechsel, Ummeldung etc. nicht entstanden.

Während des Studiums habe ich mich ganz bewusst nicht auf einen speziellen Bereich festgelegt. Das Studium in Mittweida gab mir die Möglichkeit mich in den unterschiedlichsten Bereichen flexibel auszuprobieren. Diese Gelegenheit habe ich sehr weitreichend genutzt, wodurch sich wiederum Chancen wie zum Beispiel die Produktion von Werbefilmen oder die Mitarbeit im Bereich der Filmproduktion ergaben. Gefördert durch diese Aktivitäten wuchs mein Interesse für den medientechnischen Bereich. Das stärkte meine Tendenz hinsichtlich meiner beruflichen Vorstellungen. Den Wandel sehe ich somit eher als einen stetig fortschreitenden Prozess der eigenen Entwicklung.

Der Entwicklungsprozess hinzu meiner heutigen Tätigkeit als Projektingenieur leitete sich aus der Absolvierung mehrerer Praktika und werkstudentischen Tätigkeiten ab. Der Beruf umfasst die Planung sowie die anschließende Realisierung inklusive dem Management von technischen Projekten innerhalb und außerhalb des Broadcastumfeldes. An dem Beruf gefällt mir besonders die Abwechslung. Kein Projekt gleicht dem anderen wodurch sich eine ständige Befassung mit neuen Themengebieten ergibt. Der hieraus entstehende Erfahrungszugewinn ist enorm.

Aus jetziger Sicht möchte ich gerne in meiner aktuellen Tätigkeit aktiv bleiben. Mir bereitet der Beruf sehr viel Freude. Die Erfahrungen, welche ich in diesem Bereich sammle sind für mich essentiell wichtig.

 

Ich stehe noch ganz am Anfang meiner beruflichen Entwicklung. Allgemein würde ich diese Entwicklung als eine Reise beschreiben, auf welcher sich die Reiseziele weder genau vorhersagen, noch eineindeutig definieren lassen. Bei der beruflichen Reise auf der sich vermutlich ein jeder im Laufe seines Lebens befindet entwickeln wir uns stetig durch neu entstehende Möglichkeiten weiter. Hinzu kommt, dass eine immer dynamisch zu werdende berufliche Umwelt mit sich verändernden Berufsbildern, Flexibilität und Kreativität verlangt um sich neuen Herausforderungen zu stellen und den damit verbundenen Anforderungen gerecht zu werden. Aufgrund dessen ist die Entscheidung für ein spezielles Themengebiet/Berufsgebiet meiner Meinung nach in unserer heutigen Zeit vermehrt nur operativ möglich.

Die Leitungsposition bei dem Campusfestival Mittweida stellte eine Symbiose der Bereiche Technik, Redaktion, Produktion und Management dar. In Kombination mit der Übernahme von Verantwortung hat mir dieses Projekt praktische Erkenntnisse und Arbeitsweisen vermittelt von denen sich einige in meinem heutigen Berufsalltag durchaus wiederfinden lassen.

Allgemein stellen das Campusfestival Mittweida sowie alle anderen Hochschulprojekte eine reelle Praxissimulation auf Basis der Theorie dar. Diese Simulation erlaubt eine sehr breite Befassung und Auseinandersetzung mit den verschiedenen Aufgaben- und Themenkomplexen innerhalb eines Projektes. Gerade in Bezug auf erste Praxiserfahrungen welche im späteren Berufsalltag oft gefordert werden ist dies äußerst wertvoll.

Tips für Studierende zu geben fällt mir zugegebenermaßen etwas schwer, da ich bis vor kurzem selber noch Student gewesen bin. Aber: Ich finde es wichtig sich während der Studienzeit auszuprobieren, einzubringen, mitzureden, weiterzuentwickeln, Position zu beziehen und nach Möglichkeit auch Verantwortung zu übernehmen, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, frühestmöglich Praktika zu absolvieren, auf Partys zu gehen und bei allem eben genannten immer authentisch und glaubwürdig zu bleiben. Das hört sich jetzt zwar sehr nach zusammengewürfelten Horoskopsprüchen an aber fasst meine bisherigen Erfahrungen gut zusammen. Nicht unter Druck setzen lassen sollte man sich nach der Studienzeit mit dem Übergang in das Berufsleben. Hier kommt es letztendlich darauf an, diejenige Tätigkeit für einen selbst zu finden, welche Spaß und die eigene Identifikation sowie Verwirklichung miteinander vereint. Wer sich hier nicht stresst und selbstbewusst an die Sache herangeht dem stehen alle Türen offen. Vor allem aber Eines sollte man bei all den erläuterten Punkten nicht vergessen:
Die Studienzeit zu genießen.

Ein Beitrag von Linda Drescher

Quelle Fotos: Privat