„Sprachliche Turbulenzen und Unfälle, die im besten Fall komisch sind“ – so beschreibt Christoph Stelzner das Bühnenprogramm von „Stelzner & Bauer“. Wie Martin Bauer und sein Kollege Christoph Stelzner zu ihrer skurrilen Talkshowsatire kamen und welchen Weg sie bis dahin gingen, erklären sie unter anderem im Interview mit medienMITTWEIDA.

Martin Bauer und Christoph Stelzner lernten sich während ihres Medientechnik-Studiums an der Hochschule Mittweida Ende der 90er Jahre kennen. Bereits damals moderierten sie zusammen eine Comedyshow auf „99.3 Radio Mittweida“, zu dieser Zeit noch als „Radio Novum“ bekannt. Obwohl sich ihre Wege nach dem Studium trennten – Stelzner ging zum MDR und Bauer zum bayerischen Privatsender „Antenne Bayern“ – fanden sie 2010 wieder zusammen und entwickelten eine virtuelle Radiotalkshow mit dem Namen „Talk in der Taverne“. Seit März 2012 touren sie nun mit ihrem Bühnenprogramm „Oralakrobatik mit Happy Ending“ durch Deutschland und verarbeiten dabei 15 Jahre Radio- und TV-Arbeit.

Von der Comedyshow im Hochschulradio …

Der Ursprung für das Bühnenprogramm „Oralakrobatik mit Happy Ending“ war für Christoph Stelzner eine der Mediennächte in Mittweida, die er damals mitgestaltete. Zur damaligen Zeit war das für ihn eine Art Comedyshow: „Einige Figuren aus dem Jahr 2000, als wir noch in Mittweida studiert haben, tauchen sogar in dem aktuellen Programm wieder auf. Insofern war unsere Zeit in Mittweida von einer gewissen Leichtigkeit geprägt, einfach mal alles ausprobieren zu dürfen, was möglich ist, sowohl technisch als auch gestalterisch.“ Aber auch die Arbeit beim Radio war für Martin Bauer sehr hilfreich, weil er sich ausprobieren und experimentieren konnte. Von Vorteil dabei war, dass es kaum Zuhörer gab. „So war der Druck, ein zielgruppengerechtes Programm zu machen, nicht allzu hoch. Ein idealer Nährboden, um schräge Ideen auszuprobieren.“

Vom Podcast zur eigenen Bühnenshow…

Das aktuelle Bühnenprogramm von Stelzner und Bauer heißt „Oralakrobatik mit Happy Ending“. Ein Teil innerhalb dieses Programms ist die TV-Talk-Sendung „Talk in der Taverne”, bei der die ziemlich eitlen, selbsternannten „Starmoderatoren“ Wolfram Brechtel und Gisbert Knock die Fäden ziehen, so Christoph Stelzner. Der Titel der Talk-Sendung sei nur eine affige Alliteration und soll an eine Taverne erinnern, in der gute Gespräche bei einem Glas Wein am Kamin erörtert werden. „Begonnen hat alles 2010. Wir haben uns damals nur im Internet bewegt. Wir entwickelten dann eine virtuelle Radiotalkshow mit dem Namen ,Talk in der Taverne‘ und produzierten 15 halbstündige Audiopodcasts.“, fügte Martin Bauer hinzu. Nach anderthalb Jahren Deutschlandtour sei es für Christoph Stelzner das beste Feedback, zu sehen, dass viele ihre Sicht der Dinge und den Humor teilen. Martin Bauer meint, dass das Grundkonzept der Show noch lange zu sehen sein wird. Für ihn sei es im Grunde das Gefäß für ihre Komik, bei der einzelne Passagen und Figuren wechseln und getauscht werden, eben wie in einer richtigen abendlichen Talkshow. Er denkt, es gehe aber jetzt erst richtig los.

Multitasking bei Job und Talkshowsatire

Um beides unter einen Hut zu bringen, ist für Christoph Stelzner vor allem viel Herzblut nötig und die Möglichkeit, sich als Freiberufler genug Zeit für sein Projekt nehmen zu können. Umsetzbar sei das für ihn nur mit moderner Kommunikation: „Skype-Konferenzen, Facebook-Chat und Cloud-Computing sind täglicher Bestandteil unserer Zusammenarbeit, um über die Distanz dieses Projekt stemmen zu können. Schließlich wohnt der eine in Dresden und der andere in München. Aber ein sächsisch-bayerischer Biergipfel zur Ideenfindung geht, zum Glück, noch nicht ganz virtuell.“ Die Kompetenz, ihre Videoeinspieler für die Show selbst zu produzieren, können sie aus ihren Medienberufen mitnehmen, meint Martin Bauer. „Das Handwerk dazu haben wir hier in Mittweida gelernt. Übrigens haben uns bei den Dreharbeiten auch einige alte Studienfreunde aus Mittweida tatkräftig unterstützt, und das obwohl unser Studium schon seit einer ganze Dekade beendet ist.“

Der Weg nach dem Studium

„Nach einem journalistischen Volontariat beim MDR bin ich seit 2006 als freiberulicher Videojournalist und Onlineredakteur hauptsächlich im MDR-Funkhaus in Dresden tätig.“, antwortete Christoph Stelzner auf die Frage nach seinem beruflichen Werdegang. Martin Bauer ging hingegen zurück nach München und absolvierte ein redaktionelles Volontariat bei „Antenne Bayern“. Nach dem Master in Mittweida ist er seit 2004 bei „Bayern 3“ als Producer tätig. Als Produzent und Autor sei „Radio Novum“ sehr hilfreich gewesen, da er letztendlich jetzt das gleiche macht, nur auf einem professionellerem Niveau. Seiner Meinung nach entspreche er am ehesten dem „Mittweidaer Modell“. „Bei mir spielt sowohl der inhaltliche, als auch der technische Aspekt eine große Rolle. Ich muss beide Klaviaturen − je nach Tätigkeit − beherrschen.“ Ansonsten sei er noch ein wenig als Sprecher tätig und für ein Kulturfestival in Erding produziere er seit fast sieben Jahren einen Videoblog. „Und dann darf ich ja noch zweimal in Jahr in Mittweida im Fach Mediendesign unterrichten, worauf ich mich jedes Mal freue.“

Mehr zu „Stelzner & Bauer“?

Kein Problem: Wer den Auftritt des Comedy-Duos an der Hochschule Mittweida verpasst hat, findet auf der Website von „Stelzner und Bauer“ weitere Tourdaten sowie Informationen zu ihrem aktuellen Bühnenprogramm. Viel Spaß!

Text: Franziska Boron. Bilder: Stelzner und Bauer.