Cowboy-Boots, Glitzer und das perfekte Bild für Instagram. Das steht für das Coachella-Festival. Das amerikanische Festival fand dieses Jahr wieder vom 10. April bis zum 19. April 2026 in Kalifornien statt. Die Beliebtheit steigt, aber auch die Kritik. Aber was ist eigentlich passiert?
Einmal im Boho-Outfit über die Wiesen des Coachella – Geländes laufen und vor dem Riesenrad posieren. Davon haben wohl einige schon geträumt. Über 200.000 Besucher zählt das wohl bekannteste Pop-Festival jährlich. Darunter Weltstars wie die Kardashians, Hailey Bieber, Heidi Klum oder Paris Hilton. Aber auch viele deutsche Influencer und Promis zieht es im April in die kalifornische Wüste, genauer gesagt nach Indio. Was heute einen Hype auslöst, fing klein an. Paul Tollet und Rick Van Santen organisierten 1999 das allererste Coachella in der Geschichte. Der Veranstalter, Goldenvoice, ist bis heute gleich geblieben. Damals, noch im Oktober, fanden sich bereits ca. 25.000 musikbegeisterte Fans zusammen. Ein Jahr später wurde das Festival wegen finanzieller Schwierigkeiten ausgesetzt. Ab 2001 wurde das Ganze immer strukturierter, offener in den Musikrichtungen und vor allem größer.
Die Schattenseiten des Festivals
Neben einem riesigen Hype erntete das Coachella auch immer wieder verschiedene Kritik, welche sich unter anderem auf die Umweltaskpekte, den Chef der Veranstaltung oder die Ticketpreise bezog. Ab spätestens 2017 rückte der Chef, Philip Anschutz, immer weiter in den Vordergrund, und das nicht positiv. Nach der finanziell schwierigen Situation 2001 kaufte die AEG (Anschutz Entertainment Group) Goldenvoice, somit kam der Milliardär in das Coachella-Geschäft. Laut AEG-Website ist Anschutz Gründer der AEG und das Unternehmen gehört bis heute ihm. Das Coachella stand und steht für eine offene Gesellschaft, in der jeder wie er ist, willkommen ist. Vor allem für die LGBTQ-Community sollte es ein Ort zum Wohlfühlen sein. „OpenSecrets“ deckte auf, an welche Organisationen seine privaten und unternehmensbezogenen Spendengelder gingen. Auch die Höhe der Spenden veröffentlichte die unabhängige und gemeinnützige Recherchegruppe aus der USA. Die Organisation verfolgt laut eigener Webseite Spenden in der US-Politik und wie diese Gelder Wahlkämpfe beeinflussen. Die Unterstützung dieser Organisationen steht im Widerspruch zu dem Anspruch des Festivals, ein offener Ort für verschiedene Communities zu sein. Laut OpenSecrets flossen 450.000 US-Dollar seit 2022 an die Organisation Republican Governors Association, 1.250.000 US-Dollar seit 2023 an Senate Leadership Fund und rund 960.000 US-Dollar an das Republican National Senatorial Committee. Wegen dieser Kritik geraten auch Influencer, die am Festiaval teilnehmen, regelmäßig in Diskussion. Ihnen wird vorgeworfen, mit ihrer Anwesenheit eine umstrittene Veranstaltung zu unterstützen. Doch damit sind noch lange nicht alle negativen Aspekte erwähnt.
Ein teures Wochenende
Was zunehmend für Empörung sorgt, sind die enormen Ticketpreise und die Preise vor Ort. Die Fans mit einem Durchschnittseinkommen können es sich lange nicht mehr einfach so leisten, ihre Lieblingskünstler vor Ort live zu erleben. Laut Coachella-Website kostet das günstigste Ticket dieses Jahr für das erste Wochenende 649 Dollar und für das zweite Wochenende 549 Dollar. Wer noch einen Shuttle zum Festivalgelände wollte, bezahlte nochmal 130 Dollar drauf. Für ein wenig mehr Luxus wurde ein VIP-Ticket für 1299 Dollar bzw. 1199 Dollar angeboten. Doch nicht nur die Tickets sind teuer, ein Hotel wird, laut Coachella-Website, ab circa 1000 Dollar die Nacht angeboten. Auch die Speisen und Getränke sind ein hoher Kostenpunkt, laut watson.de kostet ein Kaffee bis zu 17 Dollar und ein Burrito 23 Dollar. Anwesende Influencer stehen außerdem oft in der Kritik, weil sie diesen Trip nicht mit Geld, sondern mit Werbung finanzieren. Oft gibt es ganze Villen von Partnermarken vor Ort, und von VIP-Ticket bis Outfits wird alles bezahlt. Tägliche Werbevideos und Storys zum Sponsor sind die Gegenleistung für diesen Komfort.
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Die Elevator Boys auf dem Coachella Festival. (Quelle: Instagram / @elevatorboys)
Fazit
Das Coachella ist nach wie vor ein sehr beliebtes Festival, welches für Offenheit und Toleranz steht. Für „Normalverdiener“ wird es allerdings immer schwieriger, vor Ort an dem Festival teilzunehmen. Ob es moralisch noch okay ist, teilnehmende Influencer zu unterstützen, ist nicht pauschal zu beantworten, da jeder andere Werte hat. Allerdings haben Influencer in der heutigen Zeit eine große Auswirkung auf ihre Community und sollten gute Werte vermitteln. Es ist wichtig zu wissen, an welche Organisationen die bezahlten Gelder gehen und welche politische Bewegung man damit möglicherweise unterstützt.
Text, Titelbild: Kiara Uhlich; Instagram-Beitrag: Elevator Boys (@elevatorboys), Coachella Festival. Original-Beitrag abrufbar unter: https://www.instagram.com/p/DXKBRkNGPkQ/
