Geld verdienen als studentische Hilfskraft

von | 25. Januar 2019

Die Wege, eine freie Stelle als Hiwi zu finden, sind vielfältig. Stellengesuche kann man gelegentlich am schwarzen Brett der Hochschule finden. Illustration: Lydia Pappert

22 Prozent der Studierenden an deutschen Universitäten arbeiten neben ihrem Studium. An Fachhochschulen sind es sogar 28 Prozent. Eine besondere Art der Nebentätigkeit stellt die Beschäftigung als studentische Hilfskraft dar, da sich hier Arbeit und Studium gut vereinen lassen.

Was macht eine studentische Hilfskraft?

Eine studentische Hilfskraft, umgangssprachlich auch oft Hiwi genannt, unterstützt das Personal der Universität oder Hochschule in Forschung und Lehre. Konkret bedeutet das beispielsweise die Übernahme einfacher Aufgaben in Forschungsprojekten, Literaturrecherchen, die Korrektur von Fußnoten in wissenschaftlichen Publikationen, aber auch die Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien. Ferner leiten studentische Hilfskräfte auch selbstständig Tutorien.

Doch nicht alle an der Hochschule angestellten Studenten sind Hiwis. Hat die ausgeübte Tätigkeit nichts oder nur wenig mit Forschung oder Lehre zu tun, so sollten sie auch nicht unter dieser Berufsbezeichnung eingestellt werden.

Wie findet man eine Anstellung als studentische Hilfskraft?

Viele Hiwi-Jobs werden offen ausgeschrieben. Etwaige Stellenanzeigen kann man auf der Webseite der Universität oder der Fakultät und in Jobportalen, aber auch am schwarzen Brett finden. Interessierte können eine Bewerbung einreichen. Auf Grundlage dieser Unterlagen und eines anschließenden Bewerbungsgesprächs wird schlussendlich ein passender Bewerber für die Besetzung der Stelle ausgewählt.

Gängige Praxis ist es aber auch, dass Lehrkräfte gezielt einzelne Studierende ansprechen, die ihnen in Vorlesungen und Seminaren besonders aufgefallen sind. Auch sollte man sich als Student nicht davor scheuen, selbst aktiv zu werden und auf Professoren zuzugehen, denn auch daraus kann ein Anstellungsverhältnis entstehen.

Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gibt es?

Voraussetzung für eine Anstellung ist die Einschreibung an einer Universität oder Fachhochschule. Natürlich sollte in jedem Fall ein schriftlicher Arbeitsvertrag abgeschlossen werden. Vertragspartner sind in der Regel der beschäftigte Studierende und die Bildungseinrichtung, vertreten durch Präsidenten, Rektor oder Kanzler. Für gewöhnlich haben diese Verträge eine Laufzeit von einem Semester. Da Hochschulen meist Körperschaften des öffentlichen Rechts sind, ist man als Hiwi im öffentlichen Dienst beschäftigt.

Das führt unter anderem dazu, dass die Richtlinien für die Gehälter von der Tarifgemeinschaft deutscher Länder, einem Arbeitgeberverband des öffentlichen Dienstes, festgelegt werden. Der Mindestlohn darf nicht unterschritten werden, zusätzlich wurden Höchstwerte für den Verdienst festgelegt. Seit dem Sommersemester 2018 beträgt dieser Höchstwert in Bundesländern der Tarifgruppe Ost 9,87 Euro, in den Bundesländern der Tarifgruppe West 10,27 Euro. Studierende in Hessen sind von dieser Regelung ausgenommen. Zudem steht es den Bundesländern frei, Urlaubs- und Weihnachtsgeld zu zahlen. Die genaue Bezahlung wird jedoch von den Hochschulen selbst festgelegt.

Wie sind die Arbeitsbedingungen?

Um sozialversicherungsrechtlich weiterhin als Student eingestuft zu werden und seinen Bafög-Anspruch behalten zu können, muss die wöchentliche Arbeitszeit der Hilfskraft weniger als die Hälfte der wöchentlichen Arbeitszeit im betreffenden Bundesland betragen. Somit beläuft sich die maximal zulässige Arbeitszeit eines Hiwis auf durchschnittlich 20 Wochenstunden. Weitere Nebenjobs und eine in der vorlesungsfreien Zeit erhöhte Stundenzahl sind dennoch möglich.

Gearbeitet wird meist von zu Hause aus, die Arbeitszeit kann frei eingeteilt werden. Das führt jedoch oft dazu, dass Studierende mehr arbeiten, als vertraglich festgehalten wurde, um ihre Aufgaben pünktlich fertigstellen zu können. Überstunden werden aber nicht selbstverständlich bezahlt und viele Hilfskräfte scheuen sich davor, die zusätzliche Bezahlung einzufordern. Dass studentische Hilfskräfte außerhalb von Berlin nicht in den zuständigen Personalräten vertreten sind, erschwert die Situation zusätzlich.

Was sind Besonderheiten im Vergleich zu anderen Nebentätigkeiten?

Trotz der oft geringen Gehälter kann es sich laut karrierebibel.de durchaus lohnen, einen Job als studentische Hilfskraft anzunehmen. Durch die Arbeit kann sich der Studierende tiefgreifender mit seinem Studienfach beschäftigen und lernt gleichzeitig Professoren und Universitätsmitarbeiter besser kennen. Dadurch ist der Nutzen für die Abschlussarbeit und den späteren Beruf viel größer als eine Nebenbeschäftigung, die nichts mit dem Inhalt des Studiums zu tun hat. Zudem erhält er einen Einblick in den Alltag eines Forschenden und kann beurteilen, ob er selbst in diesem Berufsfeld arbeiten möchte. Durch die geringen und flexiblen Arbeitszeiten lässt sich eine Tätigkeit als Hiwi zudem viel besser als viele andere Jobs mit dem regulären Studium vereinbaren.

Text und Illustration: Lydia Pappert