Kochen, bloggen, genießen

von | 4. Juni 2014

Auf Food-Blogs präsentieren eifrige Hobby-Köche ihre Kreationen im Internet. Was das Besondere daran ist und welche Vorteile sie gegenüber Kochbüchern haben, lest ihr hier. Von Rezepten, Restaurantkritiken, Kochbuchbewertungen bis hin zur Vorstellung von Ernährungstrends: In einem Food-Blog dreht sich alles um’s Essen. Das Selbst-Kochen steht dabei im Vordergrund. Auf ihrem Blog stellen die Hobby-Köche regelmäßig […]

Auf Food-Blogs präsentieren eifrige Hobby-Köche ihre Kreationen im Internet. Was das Besondere daran ist und welche Vorteile sie gegenüber Kochbüchern haben, lest ihr hier.

Von Rezepten, Restaurantkritiken, Kochbuchbewertungen bis hin zur Vorstellung von Ernährungstrends: In einem Food-Blog dreht sich alles um’s Essen. Das Selbst-Kochen steht dabei im Vordergrund. Auf ihrem Blog stellen die Hobby-Köche regelmäßig ihre selbst entwickelten Rezepte vor. Dazu gehört neben der Zutatenliste auch immer eine detaillierte Zubereitungsanleitung, die mit vielen Fotos gestaltet wird. Oft gibt es auch noch eine persönliche Hintergrund- oder Entstehungsgeschichte zum Rezept. Was auf den Teller und in den Blog kommt, ist sehr unterschiedlich. Es gibt Blogger, die sich auf Hauptgerichte spezialisieren, bei anderen gibt es nur vegetarische Rezepte und es gibt Blogs, auf denen sich alles nur um Desserts oder Gebackenes dreht.

Einer von diesen Food-Bloggern ist Björn Valentin. Er schreibt den Food-Blog Herzfutter – Essen aus Liebe. Da er selbst noch studiert, sind viele seiner Rezepte sehr einfach, kostengünstig und schnell zuzubereiten. Außerdem legt er Wert darauf, seinen Beiträgen eine persönliche Note zu verleihen. Das ist für ihn das Besondere an einem Food-Blog und der große Unterschied zu Kochbüchern. Einen weiteren Vorteil sieht er in den Rezepten: „Die Rezepte werden von normalen Menschen für normale Menschen entwickelt. Deshalb werden selten komplizierte Zutaten verwendet und man kann sie leichter nachkochen.“

Björns Blog, Herzfutter.net, gibt es schon seit drei Jahren.

Björns Blog, Herzfutter.net, gibt es schon
seit drei Jahren.

Was auffällt, wenn man sich die Zutatenlisten in Food-Blogs durchliest: Für Fertiggerichte oder Instantprodukte ist hier kein Platz. Darauf achtet auch Björn, besonders wenn er Kooperationen mit Lebensmittelherstellern eingeht: „Ich versuche vor allem kleine Unternehmen zu unterstützen, die neue Ideen haben, nachhaltig arbeiten oder auch Bioprodukte anbieten.“ Für diese Kooperationen testet er Produkte oder entwickelt ein Rezept aus den Produkten des Unternehmens. Manche Unternehmen laden die Blogger auch zu Firmenbesichtigungen oder zum Testkochen ein: „Sie legen viel Wert auf die Meinung der Food-Blogger, selbst wenn sie mal kritisch ist.“

Geld verdient er mit seinem Food-Blog nicht – so wie die meisten. „Solange ich mit meinem Blog kein Geld verdienen muss, belasse ich es erst einmal dabei. Aber langfristig könnte ich mir das schon vorstellen. Auch als Belohnung für die ganze Arbeit, die ich in den Blog stecke.“

Manuela Schürr ist beeindruckt von der leidenschaftlichen herangehensweise der Blogger.

Manuela Schürr ist beeindruckt
von der leidenschaftlichen
Herangehensweise der Blogger.

Die Blogger belohnen will auch das österreichische Unternehmen AMA-Marketing. Dafür verleiht es seit 2012 jährlich den AMA Food Blog Award. Die Gewinner erhalten ein Preisgeld von 2000 Euro. „Mit diesem Award wollen wir die Food-Blogger fördern und unterstützen“, begründet Manuela Schürr die Verleihung. Sie ist die Leiterin der Unternehmenskommunikation von AMA-Marketing. Beeindruckt ist sie vor allem von dem Engagement der Blogger: „Man merkt schon an den Inhalten, der Sprache und den Fotos, mit was für einer großen persönlichen Leidenschaft die Blogger arbeiten.“

Unter den Bewerbern war auch Björn Valentin. In der Kategorie ‚Backen und Süßes‘ schaffte er es auf den sechsten Platz. Als er 2011 anfing zu bloggen, hatte er nicht damit gerechnet, dass man mit einem Blog so viel Erfolg haben kann. Ursprünglich war sein Blog nur als Rezeptsammlung gedacht: „Rezepte, die ich ausprobiert oder für Freunde zubereitet habe, habe ich auf meinem Blog gespeichert und sortiert. So konnte ich sie leichter an meine Freunde weitergeben.“ Seine Freunde waren so begeistert, dass sie seinen Blog an andere weiterempfohlen haben: „Inzwischen wird mein Blog circa 30.000 Mal im Monat angeklickt.“

Text: Anne Kluge. Grafik: Sarah Krause. Fotos: Björn Valentin, Manuela Schürr.

<h3>Anne Kluge</h3>

Anne Kluge