Von Ruhm, Eitelkeit und Einsamkeit eines verblassten Hollywoodstars handelt die schwarze Komödie über die Schattenseiten des Showbusiness. Ab jetzt im Kino: “Birdman – oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit”.
Die Story
Mit Superkräften und gigantischen schwarzen Flügeln eroberte Riggan Thomson (Ex-Batman Michael Keaton) einst actionreich die Leinwand. Mit großem Erfolg verkörperte er die Rolle des Filmhelden „Birdman“. Statt weiter heldenreich durch die Lüfte Hollywoods zu jagen, „hangelt“ sich Riggan in der Gegenwart von einer finanziellen Krise zum nächsten persönlichen Desaster.
Als seine verblichene Karriere und sein Privatleben schon kurz vor dem Abgrund stehen, leuchtet ein “Rampenlicht” am Ende des Tunnels: Er bekommt die Chance eine Hauptrolle in der Broadway-Adaption von Raymond Carvers What We Talk About When We Talk About Love zuspielen. Statt sich voll und ganz auf seine schauspielerische Leistung zu konzentrieren, findet sich Riggan in den kritischen Tagen vor der Premiere in einem konfliktreichen Wirrwarr aus privaten Problemen mit seiner Ex-Frau, seiner Geliebten und seiner depressiven Tochter (Emma Stone) wieder. Als wäre das nicht schon genug, drohen die exzentrischen Ausfälle von Riggans Darstellerkollegen (Edward Norton) die gesamte Produktion in Gefahr zu bringen. Dem ehemaligen „Birdman“ bleibt nur wenig Zeit, um sein Privatleben, seine Karriere und nicht zu vergessen seine mentale Gesundheit zu retten.
Die Kritik
Regiesseur Alejandro González Iñárritu (bekannt durch „Babel“ und „21“) wirft in „Birdman“ einen Blick unter die “Bretter, die die Welt bedeuten”. Der Zuschauer wird durch endlose Kamerafahrten (die Kamera führte Emmanuel Lubezki, der einen Oscar für „Gravity“ erhielt) mit in die schizophrene Welt hinter dem Broadway-Glamour gerissen. Dabei „verschwimmen“ die Grenzen zwischen Rampenlicht und Realität. Das Stück scheint sich zu einer Miniaturausgabe seines wirklichen Lebens zu entwickeln, stellt Riggan selbst fest. Während er immer weniger zwischen seinem eigenem Ich und seiner Rolle unterscheiden kann, bewegt sich der Streifen in einer Zwischenwelt aus schwarzer Komödie, Fantasy und Drama. Der Film ist zurecht für neun Oscars (unter anderem für Bester Film, Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Beste Nebendarstellerin, Beste Kamera, Beste Regie) nominiert. „Birdman“ wird im wahrsten Sinne des Wortes abheben.
„Birdman – oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit“, ab Donnerstag, den 28. Januar im deutschen Kino
Mit: Michael Keaton, Edward Norton, Emma Stone, Zach Galifianakis
Regie: Alejandro González Iñárritu
Dauer: 2 Stunden
Genre: Schwarze Komödie
In Kooperation mit 99drei Radio Mittweida.
Jeden Mittwoch “Die Leinwand” von 19 – 21 Uhr auf UKW 99,3.
https://soundcloud.com/radiomittweida/neu-im-kino-birdman
Text: Christina Höhnen Audiodatei: Timo Schmied.