Vor fast 20 Jahren begeisterte Pixar Generationen von Menschen mit einem Film über einen kleinen Roboter der den Planeten Erde rettete und dabei eine wichtige Botschaft vermittelte. Das Thema Wegwerfgesellschaft und die Folgen für die Natur regte schon damals bei den Leuten ein Umdenken an. Nun scheint es für Pixar wieder an der Zeit zu sein das Thema Umwelt neu aufzugreifen und der Film „Hoppers“ begeistert im Jahr 2026 eine neue Generation von Zuschauern in den Kinos.
Unter der Regie von Daniel Chong und nach dem Drehbuch von Jesse Andrews entstand der Computeranimationsfilm „Hoppers“. Der von den Pixar Animation Studios produzierte Film handelt um eine Tierliebhaberin Mabel (gesprochen von Piper Curda und im deutschen von Magdalena Montasser), die in jeglichen Situationen versucht Tiere zu retten und dabei in die ein oder andere Schwierigkeit mit Autoritätspersonen kommt.
Mit heranwachsendem Alter legt sie sich mit ihrem Aktivismus häufig gegen den kapitalorientierten Bürgermeister an. Er will, um seine Autobahnbrücke für die Stadt zu bauen, den naturgeschützten Biberteich bebauen und den Biberbau dafür sprengen. Sie versucht das zu verhindern und überträgt, ähnlich wie im Film Avatar, ihre Gedanken auf einen Roboterbiber. Somit kann sie schließlich mit den Tieren kommunizieren.
Der offizielle Trailer zum Film „Hoppers“. Video: YouTube/KinoCheck
Fast 20 Jahre nach „WALL-E“
Der Film beinhaltet eine Vielfalt an Charakteren und Emotionen. Er zeigt den Konflikt zwischen Umweltschutz und menschlichen Egoismus, der selbst aus geschützten Naturräumen Profit schlagen möchte.
Doch Mabel hat auch einen anderen Grund den Biberteich zu retten. An diesen Biberteich war sie oft mit ihrer Großmutter, von der sie sich verstanden fühlte. Im Laufe des Filmes werden immer wieder Erinnerungsstücke an sie eingeblendet. Sie zeigen eine tiefe familiäre Verbundenheit und verdeutlichen die Wichtigkeit ihrer Beweggründe. Diese Verbundenheit findet sie später in ihrer Freundschaft mit dem Biberkönig wieder. König George strahlt einen für Mabel schon fast naiven Optimismus aus. Er glaubt Menschen wären friedliche Wesen, die keinem Tier grundlos schaden wollen. Durch die Freundschaft mit ihm, lernt Mabel sich weiterzuentwickeln.
Der Versuch, die Umwelt zu retten und dabei eine neue Freundschaft zu schließen, weist Parallelen zu einem der bekanntesten Pixar Animationsfilme auf. „WALL-E – Der Letzte räumt die Erde auf “ von 2008 zeigt eine Dystopie unseres Planeten, der Erde. Schon vor zwanzig Jahren wurde hier Kritik an den Lebensstil der Menschen ausgeübt und versucht eine neue Sichtweise auf die Umwelt zu richten.
Der Film Hoppers probiert das ebenso, doch trotzdem ganz anders. Während es bei WALL-E etwas ernster zur Sache geht, setzt der neue Pixarfilm auf Humor. Auch Fortschritte der Technologie werden nun anders übermittelt. 2008 wurde die Technologie als ein alleindenkendes Individuum dargestellt. Das dystopische Konzept, dass die Roboter die Weltherrschaft übernehmen, wurde damals umgesetzt. Im Film Hoppers dient die Technologie eher als eine Brücke der Kommunikation. Sie bietet die Chance für neue Herangehensweisen, um Natur und Mensch in Einklang zu bringen.
Was ist eine Dystopie?
Dystopien zeigen eine ungünstige Entwicklung unserer Gesellschaft. Sie sind ein Entwurf der Zukunft und enthalten oft wiederkehrende Themen: eine diktatorische Herrschaft mit Totalüberwachung, eine Zerstörung und Verwüstung des Planeten, knappe Ressourcen und Seuchen. Der Film „WALL-E“ handelt ebenfalls von einer Dystopie. Hierbei geht es um die unbewohnbare Erde, die nur noch als große Müllhalde dient. Es zeigt die zukünftige Konsequenz einer Wegwerfgesellschaft und den menschlichen Mangel am Umweltbewusstsein.
Foto vom Roboter WALL-E. Quelle: Foto von Erik Mclean auf Unsplash.
Humor und Animation
Auch wenn der Film primär für Kinder gemacht ist, können auch Erwachsene ihn ohne viel Langeweile anschauen. Hier sind der ein oder andere Gag, gerade in der deutschen Synchronisation, durchaus gut eingesetzt worden. Zum Beispiel spricht Heidi Klum, die bekannt ist für ihre Serie Germany´s Next topmodel, einen Hai namens Heidi. Dieser gibt ein paar berühmte Zitate von ihr wieder, die jeden “Germany´s Next Topmodel – Fan“ zum Schmunzeln bringt. Auch Martina Hill, eine berühmte deutsche Komikerin und Schauspielerin, darf in in solch einen Film nicht fehlen.
Neben den Schauspielern, wurde auch bei der Animation keine Mühe gespart. Jegliche Emotionen der Figuren können direkt erfasst werden, die Schönheit der Naturgebiete hinterlässt bei dem Zuschauer ein Staunen. Die Sicht der Menschen auf die Tiere wurde hier klug verbildlicht. Während Mabel als Mensch mit den Tieren nicht kommunizieren kann, kann sie auch keine Emotionen von ihren schwarzen Knopfaugen ablesen. Sobald sie aber in den Hamster schlüpft, bekommen die Augen der Tiere Glanz und Charakter.
Alles für die Aufmerksamkeit
Auch wenn der Film einen guten Start hinlegt und mit seinen Sprechern überzeugt, ist er gegen Ende nicht ganz abgerundet. In der zweiten Hälfte des Filmes passiert eine ganze Menge und es wirkt etwas chaotisch. Da der Bürgermeister als Antagonist nicht ausreicht, wurde noch ein zweiter Bösewicht aus dem Tierreich dazu gedichtet. Das Ganze vermutlich, um mehr Spannung hineinzubringen. Doch es passiert sehr willkürlich und die genauen Beweggründe sind eher schwammig.
Was vorher noch ein Konflikt mit einer realen Botschaft war, wird nun von einem actionreichen Komplott übertüncht. Vielleicht ist die immer kleiner werdende Aufmerksamkeitsspanne unter den jungen Menschen die Ursache für die ständigen Reizüberflutungen, die alle paar Sekunden im Film entstehen. Der Versuch keinen Zuschauer zu langweilen ist zwar gelungen, jedoch nahm die Handlung an Qualität ab.
Fazit
Trotz seiner teilweise schnellen Abfolge an Ereignissen im letzten Drittel, bringt der Animationsfilm eine Geschichte voran. Sie ist moralisch komplex, chaotisch und witzig erzählt. Es ist eine neue aufregende Story von Pixar und könnte sogar der beste Animationsfilm 2026 werden. Er ist ideal für die junge Generation und vermittelt eine wichtige Sichtweise auf bereits bestehende Systeme und ihre Folgen für die Natur und Tiere.