Platzende Internetblase

von | 15. November 2011

Wie sicher ist Geld, das in Internetfirmen investiert wird? Sicher waren sich die Onliner beim Medienforum Mittweida nicht. Die Blase werde jedoch nicht in Deutschland platzen.

Im Jahr 2000 platzte die erste Internetblase, als börsennotierte Unternehmen abgewertet wurden und das Kapital der Anleger verloren ging. Könnte sich dies mit „Twitter“, „LinkedIn“ und „Facebook“ wiederholen oder hat die Welt aus dem Fiasko kurz nach der Jahrtausendwende gelernt?

Die Referenten Christoph Krachten, Jörg Brückner und Alexander Görlach, dann haben die Unternehmen durchaus gelernt. Metaphorisch gesehen, hänge das Platzen nur von der Dicke der Haut der Blase ab und die sei nicht so dünn wie im Jahr 2000, schätzt Clixroom-Moderator Krachten die derzeitige Situation ein. Seiner Meinung nach arbeiten die Unternehmen nachhaltiger und fundierter.

Nichtsdestotrotz könnten Falschbewertungen der Firmen zu einer ähnlichen Lage führen, wenn die Spekulanten nur die eigene Rendite vor Augen haben. „Einerseits muss man Kapital reinholen, andererseits das Unternehmen realistisch bewerten“, gab Krachten den Zwiespalt der Chefs zu bedenken. Derzeit ist der Weg zum Kapital für die Unternehmen nicht schwer, durch die Wirtschaftskrise sei die Verunsicherung groß, Immobilien keine sichere Geldanlage mehr. „Die Menschen suchen einen sicheren Hafen für ihr Geld“, erklärte Jörg Brückner, Geschäftsführer von „Pluspol Interactive“. Deshalb reiche es derzeit aus, wenn der Unternehmer den potenziellen Geldgebern ein Konzept vorlegt, in dem die Begriffe „Social Media“ und „Gaming“ auftauchen.

So erklärt sich auch der Aufschwung der Internetfirmen, welcher Anlass zur Sorge gibt – wie anfällig ist die Internetblase bereits? In Asien und Amerika ist sehr viel Geld im Umlauf, die Gehälter in Silicon Valley steigen rapide an, weil Fachleute nur in begrenztem Umfang zur Verfügung stehen. „Das Geld ist da und sucht sich seinen Weg“, kommentiert Brückner diese Entwicklung. Doch in Deutschland und Europa bestehe da keine Gefahr, auch darüber herrscht Einigkeit in der Runde, denn der Kapitalanteil hiesiger Unternehmen am weltweiten Internetgeschäft sei verschwindend gering. „Wenn es eine Blase gibt, wird die nicht in Deutschland ausgelöst“, so Brückner.

<h3>Stefan Kirsten</h3>

Stefan Kirsten