Gibt es nicht. Zumindest laut der ARD/ZDF Onlinestudie. Die jährliche Studie, die eigentlich Aufschluss über das Online-Nutzungsverhalten der Deutschen geben soll, listet jedoch nicht mehr Rubriken wie Erotik, Sex oder Pornografie auf. Dabei geben 400 Nutzer pro Sekunde Begriffe mit sexuellem Bezug in eine Suchmaschine ein.

„Die Nutzung dieser Seiten wird in einer Befragung nicht angegeben. Die Anzahl der Klicks auf solchen Seiten und Portalen sprechen allerdings eine andere Sprache.“, so Birgitt von Eimeren, Vorsitzende der Projektgruppe ARD/ZDF Multimedia im Interview mit medienMITTWEIDA. Mitarbeiter im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit der IVW, Gerhard Gosdzick, erklärt im Vodcast, wie es zu diesen niedrigen Klick-Zahlen im Themenbereich Erotik kommt.

Unliebsame Begriffe gelöscht

Ist das Nutzungsverhalten bezüglich Erotik, Sex und Pornografie im Internet wirklich so schwach? Glaubt man der jährlich veröffentlichten Google-Statistik, verhalten sich die Deutschen sehr sittsam. Zu den Top 10 der meistgesuchten Begriffe gehören 2012 Worte wie Olympia, Europameisterschaft oder Felix Baumgartner. Nicht verwunderlich, da Google unliebsamen Begriffe wie „Sex“, „Erotik“ und „Pornografie“ aus dem Suchwort-Ranking entfernt. Dabei bestehen weltweit rund ein Viertel aller Suchanfragen aus Begriffen im Bereich der Erotik. In einer Internet-Pornografie-Statistik des Portals „TopTenREVIEWS.com“ können aktuelle Zahlen eingesehen und Zugriffe auf pornografische Inhale zeitgleich mitverfolgt werden.

Videos und Live-Chats auf dem Vormarsch

Nach dem einfachen Prinzip wie etwa von YouTube entstanden in der Vergangenheit eine Reihe von Porno-Portalen wie „xHamster“, „YouPorn“ oder „RedTube“. Personalisierte Erotik folgte und machte die entsprechenden Seiten durch Werbefinanzierung damit größtenteils sogar kostenlos. Mit Hilfe von Webcams holt man sich die Lust heute direkt nach Hause. Der Trend geht weiter hin zur Interaktion mit dem User und die Erweiterung für mobile Endgeräte. Das Geschäft mit der Liebe im Netz hat sich zu einer milliardenschweren Industrie entwickelt, die weitestgehend akzeptiert, aber gern verschwiegen wird.

Text: Martin Simon.