Reise in eine andere Welt

Gegangen, um zu helfen

von | 5. Oktober 2019

Hannah entschied sich nach dem Abitur für eine Reise ins Unbekannte, um Menschen zu helfen und Mut zu schenken.
Titelbild (Symbolbild):  Dimitris Vetsikas, CC0

Hannah ist 19 Jahre alt, als sie sich entscheidet, nach Nias zu gehen. Ohne genau zu wissen, was oder wer sie erwartet, beginnt im September 2015 ihre Reise auf eine kleine Insel nahe Sumatra. Sie hat die Hoffnung, etwas zu bewegen, Kindern zu helfen und Liebe zu schenken. Es soll eine Reise werden, die Hannah prägt, ihr aber auch viel gibt: Eine andere Sicht auf die Dinge und die Welt, in der wir leben.  

Das Glück im Herzen des indischen Ozeans

„Eine kleine Insel mitten im Indischen Ozean, geprägt von der unvorstellbaren Kraft und Energie der Natur. Eine Heimat für jede Art von Lebewesen. Mitten drin bin ich.“

Eindrücke der Insel Nias. Foto: Hannah Narcin

Hier ist die Welt noch in Ordnung

„Sechs Uhr morgens, der neue Tag bricht an. Aufstehen in einem kleinen Zimmer in der Mitte eines riesengroßen Dschungels. Geweckt von vorbeifahrenden Motorrädern, amerikanischen Nummer-Eins-Hits aus unserer Zeit, der lebenden Tierwelt und der freundlich klingenden Sprache der Einheimischen. Mit einem Grummeln im Magen geht’s zum Frühstück in die menschenleere Küche. Der Geruch nach einer völlig neuen Welt löst ein Wohlgefühl in mir aus. Keine Sorgen bereitenden Nachrichten zum Frühstück. Einfach sorgenfrei in den Tag starten, lautet bis jetzt die Devise.“

Hannah erzählt, was hinter dem Projekt steckt, bei dem sie sich vor Ort engagiert

Die bunte Villa Warna Warni auf Nias und Besitzer Joli. Foto: Hannah Narcin

Wenn sich Leben plötzlich einfach anfühlt

„Warten, bis die Kids aus der Schule zurückkommen, um sie dann bei jeglicher Art von Arbeit unterstützen zu können. Gemeinsames Zubereiten des Mittagessens, das wie jede Mahlzeit dankend durch ein Gebet begonnen und auch beendet wird. Gespült wird danach in absolut unvorstellbaren Verhältnissen. Zwischen Hühnern und Hunden, die noch die letzten Reste von den Tellern erhaschen. Wir füllen in der Zwischenzeit die Wannen mit Wasser aus dem Brunnen. Direkt neben dem Brunnen auf dem Boden wird dann gespült. Klingt erschreckend, ist aber ein einziges Abenteuer. Um 15 Uhr startet die Arbeit im ‚Garten‘. Eine große Fläche mit den verschiedensten Sorten an Früchten und Gemüse. Unter anderem wächst dort das Futter für die Schweine, das jeden Mittag eigenhändig gepflückt wird. Keine Zeit für damenhafte lange Fingernägel. So nimmt der Tag seinen Lauf.

Ein Tag ohne irgendwelche gesellschaftlichen Ansprüche an sich selbst. Keine Erwartungen einer völlig unter Strom stehenden Gesellschaft. Plötzlich erdrückt einen der Smog nicht, sondern gehört einfach dazu. Der Durst nach Freiheit und stressfreier Zone ist wie ausgelöscht. Schlaf gut!“

Hannah schildert ihre Eindrücke über die Kinder

Hannah bei ihren alltäglichen Aufgaben und der Arbeit mit den Kindern. Foto: Hannah Narcin

Der Abschied

Mit welchen Erwartungen bist du in das Auslandsjahr gegangen?

Hannah mit ihrer Familie auf Nias. Foto: Hannah Narcin.

Text und Audio: Sophie Wallstabe, Anne-Kristin Baum, Fotos: Hannah Narcin, Titelbild: Dimitris Vetsikas (dimitrisvetsikas1969), CC0