Mehr Platz zum Wohnen

Das neue Wohnheim

Das neue Wohnheim

Mit dem Umbau von Wohnheim IV “Am Schwanenteich” in Mittweida verfügt das Studentenwerk Freiberg nun über ein komplett saniertes Mietangebot. Am Donnerstag wurde die Fertigstellung mit Baubeteiligten und den Bewohnern gefeiert. Nach über einjähriger Bauphase bietet das Haus Unterkunft für 80 Studenten in Einzelapartments – mit eigener Küche und Badezimmer.

Neues Wohngefühl in Grün

Mit der Sanierung reagierte das Studentenwerk auf die aktuellen Ansprüche der jungen Bewohner. Zufriedenheitsumfragen in den letzten Jahren ergaben laut dem Geschäftsführer des Studentenwerkes Freiberg, Dr. Stephan Fischer, einen gestiegenen Bedarf an Einzelapartments. Das Wohnheim IV setze diesen Wunsch konsequent um und bestehe als erste Immobilie des Studentenwerkes ausschließlich aus separaten Wohneinheiten.
Besonders auffallend am Gebäude sei die mutige Farbgebung, so Fischer weiter. Durch die Wahl des auffälligen Grüntones soll es sich in den Farbraum der Umgebung integrieren. Der Geschäftsführer bedauerte die Verzögerungen im Bauablauf. Aufgrund der Insolvenz einer baubeteiligten Firma verzögerte sich die Fertigstellung um sechs Wochen. Einige der zukünftigen Bewohner mussten daher zum Studienbeginn zunächst angemietete, externe Unterkünfte beziehen.

Das Wohnheim IV wurde zusammen mit den drei anderen Gebäuden “Am Schwanenteich” von 1957 bis 1961 erbaut. Es beherbergte zu DDR-Zeiten 140 Studenten, welche sich jeweils Zwei- bis Dreibettzimmer teilten. Sanitäranlagen und Küche befanden sich auf den Fluren und wurden gemeinsam genutzt. Bereits nach der Wende wurde die Anzahl der Bewohner auf 71 reduziert. Die zunehmenden Mängel und das Alter des Gebäudes machten eine Sanierung schließlich notwendig.

Ein finanzieller “Glücksfall”

Die Frage nach der Finanzierung des Bauvorhabens konnte durch eine Zuwendung von zwei Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II von Bund und Land beantwortet werden. Lediglich den Rest der Gesamtkosten von insgesamt 3,2 Millionen Euro musste das Studentenwerk Freiberg selbst aufbringen.

Nach Auszug der letzten Studenten im August 2009 begannen die Modernisierungsarbeiten. Vom ursprünglichen Bau des Wohnheimes blieben nur die Innen- und Außenmauern stehen. Mittels Wanddurchbrüchen wurde eine komplett neue Zimmeranordnung geschaffen. Zusätzlicher Raumgewinn entstand durch den Ausbau des Dachgeschosses sowie den Anbau von Balkonen.

Für Dr. Fischer besticht das Wohnheim IV durch seine campusnahe Lage und die sehr guten Wohnbedingungen. Da die Mieten unterhalb des BAföG-Bedarfssatzes liegen, seien die Apartments für jeden erschwinglich. Die Resonanz der Studenten bestätigt den Erfolg des Bauvorhabens: Das Wohnheim ist bereits zu 100 Prozent ausgelastet.

Dem Fortschritt auf den Fersen

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Die Mittweidaer Wissenschaftlichen TAGe boten für Interessierte aus Forschung und Technik neue Erkenntnisse und einen regen, kontroversen Meinungs- und Wissensaustausch. Stand der erste Tag der Veranstaltung noch unter dem astronomischen Motto des europäischen Satelliten-Navigationssystems “Galileo”, so referierten an Tag zwei Experten zu den Themen Biokinetische Medizintechnik sowie Laserforschung und -applikation.

Neuheiten für die Gesundheit

Die Referenten der Biokinetischen Medizintechnik befassten sich vor allem mit den Grundlagen und Verfahren verschiedener Messtechniken. Sebastian Kretzer von der IMM Proagil GmbH in Mittweida stellte den vom Unternehmen selbst entworfenen “GK-1000″ vor. Mit dieser “Kraftmessplatte ist es möglich, dynamische Tests mit Auslösemechanismen durchzuführen”, so Kretzer. Testpersonen unterzogen sich dabei Gleichgewichts- und Reaktionstests – mit überraschenden Ergebnissen. “Teilweise erreichten ältere Probanden sogar bessere Ergebnisse als junge”, bemerkte der Referent.

Einbruch in der Laserindustrie

Der Direktor des Laserinstituts Mittelsachsen e.V., Prof. Dr. Horst Exner, beschrieb in seinem Vortrag über den historischen Werdegang der Lasertechnik bis heute anschaulich die Entwicklung der Technologie. Wie Exner mitteilte, sei die “aktuelle Krise die bisher schlimmste im Lasermarkt”. Im Jahr 2009 verringerten sich die Umsatzzahlen in der Branche um 20 Prozent. Noch bis in den späten Nachmittag hinein informierten Experten über Sicherheitskonzepte und bestehenden Gefahren der Lasertechnik.

Mittweidaer Studenten ausgezeichnet

Im Rahmen der Mittweidaer Wissenschaftlichen TAGe bot der 12. Informatik-Tag als Forum für Fachkollegen die Möglichkeit, Erfahrungen und Wissen über Informatik, Wirtschaftsinformatik sowie Biotechnologie und Bioinformatik auszutauschen und zu vertiefen. Die Gesellschaft zur Förderung der Informatik und Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Mittweida e.V. vergab den Informatik-Preis 2010 an Rico Beier und Heiko Weiß. Damit würdigte der Verein ihre herausragenden Leistungen in der Fakultät und ihre Diplomarbeit. In Anlehnung an seine Arbeit präsentierte Beier seine Ergebnisse zum Thema “Ergänzung einer Anwendung zur Korrespondenzerstellung um Analyse und Freigabesteuerung der Dokumentenvorlage und Textbausteine”.

Als abschließender Höhepunkt der diesjährigen Wissenschaftlichen TAGe fand im Studio B der Hochschule die Verleihung des Carl-Springe-Preises statt. Anlass für die Preisverleihung zur Förderung von jungen Wissenschaftlern war in diesem Jahr die einhundertste Wiederkehr des Elektrotechnikstudiums von Herrn Carl Springe am Technikum Mittweida. Die Fakultät Informationstechnik und Elektrotechnik vergab den von Helmut von Dreising, dem Enkel Springes, gestifteten Preis gleich an zwei Studenten. Juliane Hadrich, erste weibliche Preisträgerin, konnte mit ihrer Diplomarbeit “Wirbelstrom zur Messung des Blecheinzugs” überzeugen. Sie entwickelte damit einen Sensor, der bei Karosseriepressen Anwendung findet. Der zweite Preisträger war Heiko Seidel. Er erhielt die Ehrung für seine Master-Arbeit mit dem Titel “Entwurf und Realisierung eines Laborkonzepts für industrielle Sensoren durch eine PC-Schnittstelle”.

Ehrenbürger auf Probe

Im Anschluss an die Preisverleihung erlebten die Gäste Performances sowie Licht- und Lasershows. Die IMM Holding GmbH führte das von ihr entwickelte Entertainmentgerät “twall” vor. Prof. Dr. Lothar Otto, Rektor der Hochschule Mittweida, bedankte sich bei Helmut von Dreising und seiner Frau für die Stiftung des Preises. “Wenn ich Bürgermeister wäre, würde ich Sie zu Ehrenbürgern in Mittweida machen”, gestand er offen. Otto blickte zudem optimistisch in die Zukunft für all jene, die technisch orientierte Berufe ausüben wollen. “Ich habe den Betriebswirtschaftsstudenten schon gesagt, sie sollen ihr Studium schmeißen, um lieber etwas Technisches zu studieren”, lautete sein Fazit.

“Lieber keine Platte als mit BMG”

Ingo Knollmann ist der Sänger der Band Donots.

Ingo Knollmann ist der Sänger der Band Donots.

Die Donots haben 2003 zum ersten Mal eine Tour in Japan gespielt. Wie wichtig ist der Markt für die Band?

Alex Siedenbiedel: Der japanische Markt ist in den letzten Jahren eingebrochen. Insbesondere für Bands, die nicht aus Japan kommen. Das erwischt uns genauso wie sämtliche amerikanische und britische Bands. Wir fahren aber im Dezember wieder rüber auf ‘ne Tour und ich bin sehr gespannt, wie es da laufen wird.

2006 wurde das Plattenlabel “Solitary Man Records” in Japan gegründet. 2008 gründeten die Donots dieses in Deutschland. Wie kam es dazu?

Ingo Knollmann: Solitary Man in Japan ist daraus erwachsen, dass unsere Touren so gut gelaufen sind. Es gab eine ganze Menge europäische Bands, die in den Läden nicht zu finden waren. Wenn es die gab, dann nur für einen horrenden Import-Preis. Da war die Schnittstelle. Wir haben gesagt: “Hey, wir kennen so viele Bands, wir können die direkt anhauen und direkt fragen, ob sie offiziell in Japan veröffentlichen wollen.” Da sagt natürlich keine Band “Nein”. Dementsprechend gab es die Labelstruktur und es war ein Leichtes, sie in die Heimat zu importieren.

Die Gründung des Labels in Deutschland war ja eine Reaktion auf die Trennung von SonyBMG. Wie kam es dazu, dass sogar Anwälte für die Vertragsauflösung sorgen mussten?

Siedenbiedel: Das war eigentlich unnötig von deren Seite aus. Wir haben uns nicht mehr verstanden. Wir waren zu verschieden von den Leuten, die da für uns arbeiten. Wir haben dann gesagt: “Wir können einfach keine Platte mehr mit euch machen.” Dann hieß es erst: “Wir legen euch keine Steine in den Weg. Wenn ihr weggehen wollt, dann geht weg.” Das stellte sich in der Realität dann aber ganz anders dar.

Knollmann: Dann hingen wir wirklich im luftleeren Raum. Für uns war klar: Wenn die einzige Möglichkeit ist, dass wir noch eine Platte bei der BMG machen müssen, dann machen wir lieber gar keine. Wir haben uns dann eine Pause verordnet.

Wie sehr hat der Erfolg des aktuellen Albums aufgrund der Selbstständigkeit überrascht? 

Siedenbiedel: Wir sind gerade total platt. Man “arbeitet” 17 Jahre an seiner Band und kommt dann an einem Höhepunkt an, den man vorher noch gar nicht hatte.

Knollmann:
 Und das aus eigenem Antrieb. Wenn man eine Plattenfirma hat, gibt man denen sein Baby in die Hand und die arbeiten damit. Wir können jetzt nicht mehr auf irgendwen zeigen. Wenn irgendwas falsch gelaufen ist, zeigen wir auf uns selbst. Das ist ein Risiko, was wir echt gerne eingehen, weil das Gefühl so gut ist. Man wacht morgens im Bus auf und sieht “Heute wieder ausverkauft”. Wir können nicht mit Geldscheinen in den Kamin reinschmeißen, wir müssen uns als unsere eigene Plattenfirma überlegen “Wie kann das Ganze effektiv sein?”

Siedenbiedel: Ich glaube, dass die Leute über die letzten Jahre gemerkt haben, dass wir alles selber machen. Das honorieren sie auch. Dann haben sie Lust, zu den Konzerten zu kommen. Das ist das Erfolgsrezept neben der Musik.

Nach all diesen Erfahrungen – Kann man jungen Musikern überhaupt raten, einen Vertrag bei einem Major-Label zu unterschreiben?

Knollmann: Da gibt’s kein Pauschalrezept. Das kommt auf den Deal an, den man angeboten kriegt und auf die Ausrichtung der Band. Bands wie Revolverheld oder Silbermond wird man immer raten: “Geht zum Major-Label.” Eine Band wie die Beatsteaks hat aber gut daran getan, erstmal zwei, drei Alben klein zu sein. Wenn es einem egal ist, wie man klingt, dann kann man aus jeder Assel-Band eine hochglanzpolierte Band machen – im Studio zumindest. Das ganze muss aber ja authentisch sein. Da sind wir wieder bei dem Punkt, wo Bands auf die Schnauze fliegen.

Für 99drei Radio Mittweida, den Lokalradiosender der Fakultät Medien, war Marco Grühn beim Donots-Konzert in Chemnitz. Was sechs Jahre Treue bei Frontmann Ingo Knollmann bewirken und wie sich die Donots beim Konzert geschlagen haben, vermittelt Grühns Kurzreportage.

Die Technik über unseren Köpfen

Im Rahmen der Mittweidaer Wissenschaftlichen TAGe erhielt Robert Vogel für seine Diplomarbeit den Gerhard-Neumann-Preis.

Im Rahmen der Mittweidaer Wissenschaftlichen TAGe erhielt Robert Vogel für seine Diplomarbeit den Gerhard-Neumann-Preis.

“Ein Satellitensystem hat den gleichen finanziellen Wert wie vier große Kreuzfahrtschiffe – 3,4 Milliarden Euro”, bemerkte Diplomingenieur Christian Arbinger über seinen Vergleich schmunzelnd. Dies war nur eine der zahlreichen Informationen, die die Teilnehmer des SATERRA-Workshops zum Auftakt der Mittweidaer Wissenschaftlichen TAGe erhielten. Einen gesamten Tag lang konnten Technik-Interessierte Wissenswertes über das neue Satelliten-Navigationssystem der EU, “Galileo”, erfahren. Fachkundige Referenten zeigten in ihren Vorträgen Möglichkeiten auf, die das System bietet und belieferten ihre Zuhörer mit fundiertem Hintergrundwissen.

Einblicke in Erprobungsphase

“Galileo” ist ein Gemeinschaftsprojekt der ESA und der EU. Mit der Aufnahme des Navigationssystems im kommenden Jahr kann Europa auf eine Technologie zurückgreifen, die unabhängig vom amerikanischen GPS und dem russischen GLONASS funktioniert. Derzeit befinden sich die Forscher in der Testphase, bevor im August der erste Satellit in die Luft gesandt wird. Da “Galileo” als zukunftsweisend gilt, wurde das Projekt zum zentralen Thema des SATERRA-Workshops, der alle drei Jahre im Rahmen der Wissenschaftlichen Tage an der Hochschule Mittweida stattfindet.

Die Vorträge am Mittwoch beleuchteten die verschiedenen Facetten des Systems. Am Vormittag berichtete Prof. Dr. Bernd Eissfeller von der Universität der Bundeswehr in München über die Idee und Umsetzung des Milliardenprojekts. An seine Ausführungen anknüpfend erläuterte nach der Mittagspause Diplom-Ingenieur Christian Arbinger die Arbeit im “Galileo”-Kontrollzentrum im bayrischen Oberpfaffenhofen. Als Teamleiter beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt gab er den Anwesenden einen umfassenden Einblick in die Abläufe in den Teststationen. Zugleich rechtfertigte er in anschaulichen Vergleichen die immensen Kosten des Projekts, die in den Medien des Öfteren für Aufsehen gesorgt haben.

Am späten Nachmittag verlieh der Dekan der Fakultät Maschinenbau, Prof. Dr. Frank Weidermann, den Gerhard-Neumann-Preis. Diesen stiftet seit 1999 Clarice Neumann, die Witwe des Vizepräsident a.D. von General Electric, Gerhard Neumann. In diesem Jahr durfte Robert Vogel die Ehrung für seine Diplomarbeit in Empfang nehmen. Der Gewinner freute sich über den Preis und darüber, “direkt nach dem Studium in den Wunschberuf einsteigen” zu können.

Bilanz von Tag eins

Dr. Ellen Weißmantel, Organisatorin des SATERRA-Workshops, zeigte sich durchaus zufrieden. Dennoch bemerkte sie, “dass die Resonanz seitens der Studenten hätte besser sein” können. Nachdem die Veranstaltungen am Mittwochvormittag gut besucht waren, fiel die Resonanz am Nachmittag geringer aus.

Auch von anderen Hochschulen und Universitäten waren Zuhörer zu den Mittweidaer Wissenschaftlichen Tagen gekommen. So wollte sich auch Martin Götz im Rahmen des Workshops über “Galileo” informieren. “Ich könnte mir vorstellen, später in diesem Bereich zu arbeiten und bin daher nach Mittweida gekommen”, meint der Elektrotechnik-Student der TU Chemnitz.

Absturzsicher in Tag zwei

Am Rande der Vorträge bot sich für die Teilnehmer des Workshops bei kleinen Imbissen die Möglichkeit, zum Gedankenaustausch. Fragen der Besucher wie “Können diese Satelliten eigentlich abstürzen?” konnten dabei diskutiert werden. Die Antwort darauf ist glücklicherweise zu verneinen.

Heute werden die Mittweidaer Wissenschaftlichen TAGe fortgesetzt. Zum Programm zählen unter anderem Ausführungen über biokinetische Medizintechnik, Laserforschung und Informatik. Die Fakultät Informationstechnik verleiht am Abend den mit eintausend Euro dotierten Carl-Springe-Preis.

Extremes Marketing steigert Absatz

Die Zuschauer der Serie "American Horror Story" konnten sich von der Hauptfigur der Serie besuchen lassen.

Die Zuschauer der Serie "American Horror Story" konnten sich von der Hauptfigur der Serie besuchen lassen.

Anfang Oktober 2011 startete die Serie “American Horror Story” in den USA. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Werbung sorgte sie für große Aufmerksamkeit. Unter dem Motto “You let us in” konnten sich die Zuschauer auf der Webseite für die Promotion bewerben. Die Teilnehmer gaben damit ihr Einverständnis, dass ihnen die mysteriöse Hauptfigur der Serie einen unvergesslichen Besuch abstattet. Der Moment des Schreckens wurde anschließend von einem Kamerateam aufgezeichnet. Schnell verbreiteten sich die Horror-Videos im Internet. Die Serie selbst wurde so zum Gesprächsthema.

Gründe für die Verdrängung klassischer Werbemaßnahmen

Der Grund für extremere Werbemaßnahmen ist die drastisch gestiegene Werbedichte. Gleichzeitig nimmt das Vertrauen der Konsumenten in Werbung ab und Empfehlungen von Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern werden wichtiger. Die klassischen Werbemaßnahmen finden zwar immer noch Abnehmer, doch angesichts der großen Anzahl an Werbung sind innovativere Konzepte gefragt. Das Stichwort ist Mund-zu-Mund-Propaganda, das Hauptmerkmal des viralen Marketings. Sie ist schneller und kostengünstiger als klassische Werbung. Dies schafft ein Vertrauen, das in diesem Maße nur schwer durch andere Werbemaßnahmen erzeugt werden kann. Nicht umsonst haben Bewertungsportale im Internet eine große Resonanz.

Keine Verbreitung ohne Weiterempfehlungsanreize

Der Diplom-Ökonom Sascha Langner ist der Meinung, dass beim Viralmarketing nur ein Thema zum Erfolg führt, das Gesprächsstoff bietet. Dabei steht nicht das Produkt, das der Hersteller verkaufen will, im Mittelpunkt, sondern der ungewöhnliche Inhalt, der den Rezipienten verwirrt oder emotional berührt. Bei der Serie “American Horror Story” wird dieser Aspekt durch die spektakuläre Promotion erreicht. Der Zuschauer kann aktiv erleben, wie sich die Opfer in dem Film fühlen. Angst und Schrecken werden zu einem unmittelbaren Erlebnis, wenn ihnen die unheimliche, schwarze Latexfigur begegnet. Die Folge: Die Zuschauer reden über das ungewöhnliche Ereignis und empfehlen es weiter. Dies ist die beabsichtigte Wirkung des viralen Marketings. Wie ein Virus breitet sich die Werbung aus und erreicht mit der Mund-zu-Mund-Propaganda eine enorme Anzahl an Menschen.

Ein ähnliches Beispiel bietet die Werbeaktion des US-amerikanischen Films “Contagion”, der derzeit auch in den deutschen Kinos läuft. Der Film handelt von einem Virus, der sich in Windeseile verbreitet und unweigerlich zum Tod führt. Bevor der Film in die Kinos kam, warben seine Macher in einer Einkaufsstraße mit dem sogenannten “Bacteria-Billarboard”. Anfangs war das Plakat weiß. Erst mit der Zeit wurde der Schriftzug “Contagion” sichtbar, den Bakterien und Pilze bildeten, die sich in der Form des Schriftzuges ausbreiteten. Dieses unappetitliche Spektakel bewegte die Menschen dazu, vor dem Plakat stehenzubleiben. Das Video wurde innerhalb von zehn Tagen mehr als 300.000 Mal auf “Youtube” angeschaut.

Nachteile des viralen Marketings

Probleme für das virale Marketing ergeben sich erst dann, wenn der rechtliche Rahmen wegen unlauterem Wettbewerb verletzt wird, moralische Grenzen überschritten werden oder der Konsument sich hintergangen fühlt. Die Richterin Ulrike Wünnenberg kommt in ihrem Buch “Schockierende Werbung – Verstoß gegen §1 UWG?” zu dem Schluss, dass Schockwerbung dann ein Problem ergibt, wenn sie keinerlei oder nur unzureichenden Sachbezug zu dem zu bewerbenden Produkt oder Unternehmen aufweise und mit dem Logo des Unternehmens wirbt. Ihrer Meinung nach erfolgt in diesem Fall eine Täuschung des Konsumenten.

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„Wie New York, Melbourne oder Sydney”

„Es mutet an wie New York, Melbourne oder Sydney. Mit diesen Worten beschreibt unser Rektor Prof. Dr. phil. Ludwig Hilmer sein persönliches Highlight des neuen Gebäudes, das Foyer. Wir waren live bei der feierlichen Eröffnung dabei und haben uns einmal umgehört, wie die Meinungen zum neuen Zentrum für Medien uns Soziale Arbeit ausfallen. Weiterlesen →

Zwei Fakultäten wachsen zusammen

In einem Haus vereint - aber klappt das auch unter Studenten und Lehrenden?

Nach der Eröffnung des Zentrums für Medien und Soziale Arbeit (ZMS) am Freitag werden zwei Fakultäten in ein Haus zusammenziehen. Passt medial auch zu sozial oder sind die Bereiche zu unterschiedlich? Dekane und Studenten äußern ihre Vorstellungen über die baldige Zusammenarbeit und das neue, endlich fertige Gebäude. Weiterlesen →

Medienmanagement mit Spezialisierungen ab Herbst

Zukünftig kann innerhalb des Medienmanagement-Studiengangs auch die Fachrichtung Media and Sports gewählt werden.

Neues Medienzentrum – neuer Studiengang. Ab dem Wintersemester dieses Jahres starten Studenten des Studiengangs Medienmanagement mit einem neuen Konzept. Durch das Fokussieren und Vertiefen verschiedener Fachrichtungen soll eine noch bessere und gezieltere Ausbildung zum Medienexperten gewährleistet werden. Doch was genau steckt hinter der Umstrukturierung?  Weiterlesen →