Hühner statt Klischees

Wenn der Frauensender Sixx am 7. Mai ein Jahr auf Sendung ist, gibt es in der Chefetage guten Grund zum Anstoßen. Am Ostermontag erreichte der Sender erstmals einen Tagesmarktanteil von 1,0 Prozent bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern. „Das erste Jahr hat unsere Erwartungen übertroffen. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, den Sender nach nur so kurzer Zeit so erfolgreich aufzustellen“, sagt Tina Land, Sprecherin von Sixx.

Programm bringt den Erfolg

Auch der Männersender Dmax hat keinen Grund zur Klage. Seit Sendebeginn im September 2006 gelingt es dem Männersender kontinuierlich die Quoten zu verbessern. Im Februar konnte Dmax den besten Tagesmarktanteil von 2,0 Prozent bei der werberelevanten Zielgruppe verzeichnen. Die meisten Männerherzen wünschen sich nichts mehr als laute Motoren, abenteuerliche Survival-Trips und spektakuläre Technik. Dmax bietet genau diese Programminhalte. Die wenigen Eigenproduktionen wie „Die Ludolfs – 4 Brüder auf’m Schrottplatz“ und „Der Checker“ sind hierbei besonders erfolgreich. Hauptsächlich greift Dmax allerdings auf die Real-Life-Formate und Dokumentationen des Muttersenders Discovery Channel und dessen Tochtersendern zurück. Genau dieses vor Testosteron protzende Programm macht den Erfolg aus.

Die ProSiebenSat.1 Media AG setzte bei der Konzeption von Sixx vor einem Jahr auf genau dasselbe Prinzip und erkannte für sich eine Lücke. „In der deutschen Senderlandschaft gab es bis dahin noch keinen TV-Sender, der den Wünschen und Anforderungen von Frauen wirklich gerecht wurde“, erklärt Tina Land. Besonders beliebt bei den Zuschauerinnen sind vor allem US-amerikanische Serien, wie „Gray’s Anatomy“, „Desperate Housewives“ oder „Gossip Girl“. Sixx setzt aber nicht nur auf Wiederholungsserien, sondern strahlt auch erstmalig Sendungen wie die US-Talkshow „The Oprah Winfrey Show“ aus und arbeitet an Eigenproduktionen. Stets getreu nach dem Motto: „alles, was Frauen interessiert.“

Mit Klischee und Hühnern

Der Slogan „Fernsehen für die tollsten Menschen der Welt: Männer“ ist Balsam für die Seele der männlichen Dmax-Zuschauer. Provokant wird darauf gepocht, ein Sender für die Männerschaft zu sein, ohne auch die ein oder andere Frau als Zuschauerin gewinnen zu wollen. Stark, mutig und cool. Humorvoller geht Sixx dagegen mit seiner Zielgruppe um. Aufgrund des hohen Wiedererkennungswertes setzt der Frauensender auf Hühner als Testemonials und spielt mit der weiblichen Selbstwahrnehmung. „Uns war es wichtig, einen Sender auf die Beine zu stellen, der nicht die üblichen platten Frauenklischees bedient: Frauen mit Gurkenmaske und Prosecco-Glas waren ein ganz klares No-Go. Sixx sollte nicht rosa sein“, erläutert Tina Land. „Um in unserer großen Medienlandschaft wahrgenommen zu werden, muss ein neuer Special-Interest-Sender einfach auf sich aufmerksam machen.“ Dmax und Sixx kommen beim Publikum an und verzeichnen weiterhin Erfolge. Konkurrenzfähig gegenüber Senderriesen werden sie jedoch nie sein, weil sie nur jeweils die Hälfte der potenziellen Zuschauerschaft ansprechen.

Monomedia-App erntet Kritik

Am Gründonnerstag veröffentlichte die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) ihre iPad-App. Am Osterwochenende war das Interesse an der Applikation so hoch, dass die Server teilweise sogar überlastet waren. „Dieses Problem haben wir aber wieder schnell in den Griff bekommen“, erklärte Hans Wachtel, Leiter Elektronische Medien der FAZ. Mittlerweile liege die Anzahl der Downloads deutlich über 25.000. In den Charts der Gratis-Apps belegt das Programm derzeit Platz 11.

FAZ zieht eine positive Bilanz

Die ersten Resonanzen von Kollegen, Freunden und Nutzern seien überaus positiv. „Die App wird überraschend gut angenommen, mit so vielen Downloads hatten wir anfangs gar nicht gerechnet“, zog Wachtel eine erste Bilanz. Bis zum Ende der Woche rechnet die FAZ mit über 30.000 Downloads. Trotzdem kritisierten einige Nutzer das Angebot. Sie waren enttäuscht von den fehlenden multimedialen Inhalten. Axel Will, Herausgeber von App-Entwickler.de erachtet gerade die Multimedialität als eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine gute Anwendung. Digitale Medien wie Videos oder Bildergalerien seien für viele Kunden wichtig. Die FAZ nutzt somit nicht die zusätzlichen Möglichkeiten des Tabletts aus, sondern offeriert lediglich eine digitalisierte Zeitung. Die FAZ hat sich jedoch bewusst für diese Variante entschieden, so Wachtel.

Als Stärke der App hebt die FAZ die Vergrößerungsfunktion der Seiten hervor, sodass die Nutzer die Artikel auch auf dem kleinen Display gut lesen können. Außerdem wird die komplette Ausgabe zur Verfügung gestellt. Diese kann bereits um 21.30 Uhr am Vorabend des Erscheinungstages aus dem Apple App-Store heruntergeladen werden.

FAZ-App konnte nicht alle Nutzer überzeugen

In verschiedenen Blogs und Foren wurde das Programm rege diskutiert. Als negativ wurde beispielsweise die Komprimierung der Zeitung auf dem kleinen Bildschirm des iPads oder auch die Preispolitik beurteilt. Während die FAZ die Archivierung von 20 Ausgaben als Pluspunkt herausstellt, überzeugt diese Eigenschaft so manchen Kritiker nicht. Immerhin könne die Printausgabe auch unbegrenzt gelagert werden.

Beim Herunterladen von neuen Inhalten traten teilweise Fehler auf. Auch nach mehrmaligen Versuchen war die App immer noch nicht auf dem iPad zu finden. Dafür wurden alle Versuche mit 1,59 Euro in Rechnung gestellt, obwohl versichert wurde, dass die ersten 14 Tage kostenlos seien. Die FAZ-Entwickler arbeiteten aber schon an der Behebung dieses Problems, erklärte Wartel. Das Angebot eines Test-Abos ist eigentlich sinnvoll, um anfangs viele Nutzer zu werben. Die ungewollte Bezahlpflicht dürfte einige von ihnen aber abgeschreckt haben, ärgerlich für den Verlag.

Phoenix aus der Asche

Mit Stolz hat das Technikum Mittweida Motorsport seinen neuen Rennwagen vorgeführt. Wochenlang wurde an dem gelben Flitzer gearbeitet. Den Studenten, die den Wagen gebaut haben, war an diesem Abend die Erschöpfung, aber auch Zufriedenheit anzusehen – die vielen Nachtschichten hatten sich gelohnt. Zufrieden schienen aber auch die geladenen Sponsoren und Förderer, als sie das Ergebnis ihrer Investition zu sehen bekamen.

Mit ihrem Rennwagen nehmen die Studenten auch in diesem Jahr wieder an der internationalen Formula Student teil. In dieser Saison stehen erstmals zwei Starts im Ausland an: Es geht ins englische Silverstone und ins ungarische Györ. Durch einige technische Verbesserungen, wie zum Beispiel eine leichtere Verkleidung und ein stärkerer Antrieb, erhofft sich das Team in dieser Saison eine Platzierung im vorderen Mittelfeld.

Gelungene Umstellung des Zulassungsverfahrens

Seit April laufen die Bewerbungsfristen für ein Studium zum Wintersemester 2011. Herr Hammer, mit welchem Bewerbungsaufkommen für die Medienstudiengänge rechnen Sie in Mittweida?

Noch gibt es wenige Bewerbungen für den Studienstart 2011, was aber völlig normal ist. Die meisten bewerben sich erst im Juni oder Juli, nachdem die Abiturprüfungen vorbei sind oder die Berufsausbildung abgeschlossen ist. Ich rechne mit ähnlichen Zahlen wie im vergangenen Jahr. Für den Studiengang Medienmanagement sind damals 343 Bewerbungen eingegangen. Von diesen wurden weniger als ein Drittel zugelassen, wovon wiederum nur 63 den Studienplatz annahmen. Für den Studiengang Medientechnik hingegen gingen die Unterlagen von 161 Bewerberinnen und Bewerbern ein. 110 von ihnen wurden schließlich immatrikuliert. Es gibt allerdings keine zuverlässigen Indikatoren, die eine genaue Vorhersage für dieses Jahr möglich machen.

Welche Auswirkungen hat das neue Verfahren auf die Bewerberzahlen?

Im letzten Jahr führte die Umstellung des Auswahlverfahrens zunächst zu einem schleppenden Eingang von Bewerbungen im Studiengang Medientechnik. Deshalb wurde die Anwendung des Auswahlverfahrens ausgesetzt. Die erleichterten Bedingungen für die Zulassung haben dann zu einem großen Anstieg der Bewerberzahl geführt, die fast das Vorjahresniveau erreichte.

Wird das Verfahren für die Medientechniker in diesem Jahr wieder angewendet oder wird es Änderungen geben?

Generell ja. Die letztlich ausreichenden Bewerberzahlen aus dem vergangen Jahr sprechen dafür. Ein Aussetzen des Verfahrens kommt nur dann in Frage, wenn hinreichend Gründe dafür gegeben sind. Zum Beispiel, wenn zu wenig Bewerbungen eingehen. Da das Verfahren vorerst nur für die Medienmanager angewendet wurde, beziehen sich die Erfahrungen nur auf diesen Studiengang. Ich sehe jedoch die ideale Bestätigung des Verfahrens in der Qualität des Medienmanagement-Matrikels 2010. Ich kann hier nach anderthalb Semestern nur Gutes feststellen und schließe daraus, dass sich das Auswahlverfahren bewährt hat. Daher gibt es keinen Grund für Änderungen.

Welche Vor- und Nachteile sehen Sie in dem neuen Verfahren im Vergleich zum alten?

Aus Sicht der Bewerberinnen und Bewerber liegt eine viel zu große Gewichtung auf der generellen Hochschulzugangsberechtigung. Vor allem Abiturienten mit einem Durchschnitt ab 3,3 schätzen ihre Chancen geringer ein als vorher. Doch auch im alten Verfahren erhielten nur wenige dieser Bewerber einen Studienplatz. Nur wenige konnten über die „Rangliste 1″, in der Vorerfahrungen und eine Zugangsaufgabe nachgewiesen werden mussten, zugelassen werden. Noch weniger schafften es über den Eignungstest. Gerade dieser hatte mit abnehmenden Bewerberzahlen an Aussagekraft eingebüßt und war im Verhältnis dazu viel zu aufwendig. Als großen Vorteil sehen wir nach wie vor, dass die Auswahl nicht allein über die Noten getroffen wird. Mit dem neuen Verfahren können wir gerade bei den eingereichten Unterlagen, die Vorerfahrungen und Arbeitsproben beziehungsweise die Eigenpräsentation enthalten, aussagekräftigere Kriterien heranziehen.

Wie schwer oder leicht fällt Ihnen die Auswahl der Bewerber, die sich mit selbst erstellten Arbeiten bewerben?

Die Auswahl oder besser die Punktevergabe macht der Zulassungskommission immer so viel Arbeit wie die Bewerberinnen und Bewerber sich Arbeit mit ihrer Bewerbung machen. Es gibt jedes Jahr herausragende Eigenpräsentationen und Arbeitsproben. Für den Fall, dass die Zulassungskommission nicht zu einem eindeutigen Urteil kommt, kann der Bewerber zu einem Auswahlgespräch eingeladen werden. Im vergangenen Jahr konnten wir allerdings auf dieses Instrument verzichten.

Welche Tipps können Sie den diesjährigen Bewerbern mitgeben?

Für uns als Zulassungskommission zählt bei eigenen Arbeiten nicht nur die Qualität der Umsetzung, sondern Einfallsreichtum und Vielfalt. Daher sollte sich keiner durch ein Auswahlverfahren, das die aussagekräftige Zusammenstellung von Unterlagen verlangt, von einer Bewerbung abhalten lassen.

Staatliches Monopol bleibt bestehen

Derzeit wird in der Internetgemeinde die Neuauflage des Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV) diskutiert. Die Ministerpräsidenten der Bundesländer einigten sich bereits über die Eckpunkte des neuen Staatsvertrags. Insgesamt sieben Konzessionen sollen danach 2012 an private Anbieter von Sportwetten verteilt werden. Das Verteilen der Konzessionen soll illegale Angebote verdrängen, die bisher vorherrschend waren.

Rechtliche Unklarheiten sollen beseitigt werden

Das Veranstalten und das Vermitteln öffentlicher Glücksspiele im Internet ist verboten. Artikel 4 des Staatsvertrags und die Monopolstellung des Staates machte es bisher für private Anbieter unmöglich, aus Deutschland Glücksspiele im Internet anzubieten. Auch ausländische Anbieter befanden sich bisher in einer rechtlichen Grauzone. Im September 2010 befand der Europäische Gerichtshof den deutschen Glücksspielstaatsvertrag als unzulässig und hob diesen auf. Mit der jetzigen Form des GlüStV würden lediglich die Gewinne staatlicher Gesellschaften maximiert. Dabei ist die eigentliche Aufgabe des Glücksspielstaatsvertrags, die Spieler vor den Risiken des Glücksspiels zu schützen. Sperrdatenbanken, die auffällige Spieler filtern sollen, stehen stark in der Kritik von Verbraucherschützern und Netzaktivisten. Ebenso die Blockierung von nicht lizenzierten Anbietern, wie bisher im Vertrag vorgesehen.

Die privaten Betreiber sehen natürlich auch die Konzessionsabgabe von 16,67 Prozent als problematisch an. Spieler würden dadurch auf günstigere Angebote ausländischer Anbieter ausweichen, die meist in Steueroasen wie Gibraltar oder der Isle of Man ihren Sitz haben. Für Spielbanken wurde ebenfalls eine ähnliche Regelung vereinbart. Die Regulierung und Überwachung des Marktes soll nach Abschluss der fünfjährigen Testphase aber bestehen bleiben. Lotterien werden auch in Zukunft dem staatlichen Monopol unterliegen.

Suchtprävention im Vordergrund

Nach der Unterzeichnung am 9. Juni 2011 wird der neue Vertrag nochmals vom Europäischen Gerichtshof geprüft. Vor allem auf den eigentlichen Fokus des Gesetzes hin: dem Schutz der Spieler gerecht zu werden. Welche Möglichkeiten es für staatliche Glücksspielangebote gibt, erfuhr medienMITTWEIDA im Interview mit Dennis Grabowski von der Verbraucherschutzorganisation naain.org. Die gemeinnützige Organisation hat sich besonders auf Intetnetthemen spezialisiert.

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