Wer soll Mittweida rocken?

Seit gestern stehen drei von vier Wettbewerber-Bands fest, die beim 99drei Bandcontest „Sachsen rockt!“ spielen werden: „Harry Bushh“, „Vanda“ und „nevAmind“. Währenddessen wird per Onlinevoting seit zwei Wochen noch die letzte Finalband gesucht. Der Medienmanagement-Student und Teamleiter Presse vom Campus-Festival, Tino Israel, ist sehr zufrieden mit dem Voting. „Es ist beeindruckend, wie viele bis jetzt schon abgestimmt haben. Wir haben nach einer Woche schon 2.000 Votes gehabt“, sagt er. „Ich freue mich sehr auf den Contest. Vor allem, weil sich bis jetzt ein toller Musikmix abzeichnet“, meint er weiter. In diesem Jahr erwartet er einen Besucheransturm. Im letzten Jahr besuchten rund 1.000 Musikbegeisterte den Bandcontest in Mittweida. „Das Ziel in diesem Jahr sind 2.000 Zuschauer“, so Israel.

Favoriten beim Onlinevoting

Für den Contest haben sich insgesamt rund 60 Bands beworben. Ein erstes Aussortieren erfolgte durch das Team des Campus Festivals. Aus 19 Bewerbern musste schließlich eine Vorjury auswählen, welche drei Bands direkt ins Finale kommen und somit am 9. Juni gemeinsam mit „J.B.O.“ auf der Bühne stehen. Außerdem wurde festgelegt, welche fünf Gruppen am Onlinevoting teilnehmen können. „Bis jetzt liegen ‚The Lateriser‘ und ‚Stereoshift‘ vorne im Rennen“, sagt Tino Israel. „Es wird aller Voraussicht nach auch eine der beiden Bands den letzten Platz ergattern, wenn jetzt nicht noch der Hammer kommt“, fügt er hinzu. Noch bis Sonntag läuft die Abstimmung. Dann stehen alle Gruppen fest.

Direkt ins Finale gewählt

Die Bands „Harry Bushh“, „Vanda“ und „nevAmind“ konnten die Vorjury sofort überzeugen. „Harry Bushh“ bezeichnen ihre Musik selbst als eine „bestechende Mischung aus fetzigem Funk, rauem Rock und coolem HipHop“. Besonders die professionelle Bühne und das Line-Up der Veranstaltung reizen die Jungs. Die Band hat sich zum Ziel gesetzt, für eine ausgelassene Stimmung auf und vor der Bühne zu sorgen.

„Vanda“ wollen nach zwei Jahren Pause wieder auf die Bühne und Spaß haben. Die vierköpfige Band aus Dresden liefert eine Mischung aus Pop, Rock, Indie und Elektro. In erster Linie erwartet die Gruppe von sich selbst eine gute Show. „Wir sind Perfektionisten“, so Leadsängerin Anja Kappler. Bei „Vanda“ stehe aber kein Wettbewerbsgedanke im Vordergrund. „Uns lockt einfach nur eine hoffentlich große Bühne“, sagt Anja Kappler.

„nevAmind“ ist die dritte Finalband bei „Sachsen rockt!“ 2011. Die vier Leipziger um Sänger Marcus Jakob verstehen ihre Musik als Sophisticated Rock: „Zu anspruchsvoll für Pop, zu poppig um progressiv zu sein.“ Für die Band ist es nicht der erste Kontakt mit dem Bandcontest. „Wir hatten es schon einmal bis ins Onlinevoting geschafft, sind aber leider nicht ins Finale gekommen“, sagt Jakob. Ein Highlight in der Bandgeschichte ist ein Videodreh, in dem auch Fernsehmoderatorin, Schauspielerin und Model Collien Fernandes zu sehen ist.

„Beschränkungsbedarf bei Öffentlich-Rechtlichen“

Nach der Abwahl der CDU-geführten Regierung in Baden-Württemberg bei der Landtagswahl wird die Medienpolitik der unionsgeführten Bundesländer zukünftig von Sachsen aus koordiniert. Die Ministerpräsidenten beider Parteien haben sich darauf verständigt. Bei der Koordination der unionsgeführten Länder geht es um Gesetze, Verordnungen und Richtlinien für Medien, die zwar in die Kompetenz der Länder fallen, oftmals aber bundesweite Bedeutung haben.

medienMITTWEIDA sprach mit dem Chef der sächsischen Staatskanzlei, Johannes Beermann (CDU), über die neuen Aufgaben der sächsischen Regierung sowie über die Entwicklung und Aufgaben des deutschen Rundfunks.

Herr Beermann, die sächsische CDU koordiniert ab sofort die Medienpolitik aller unionsgeführten Bundesländer. Wie werden Sie die Rahmenbedingungen ändern, damit sich die Medienbranche optimal weiterentwickeln kann?

Es wird darum gehen, die Bundesländer unter einen Hut zu bringen um das Beste für das Land zu erreichen. Wir werden versuchen, die Medienwirtschaft mit dem Informations- und Unterhaltungsbedürfnis der Bürger zusammen zu bringen. Die Hauptaufgabe ist die Koordination der vielen unterschiedlichen Interessen im Medienbereich und damit ein Ergebnis zu erreichen.

Was wird die sächsische CDU tun, um die Vielfalt und Qualität in den Medien zu wahren beziehungsweise zu verbessern?

Zuerst Einrichtungen wie die Hochschule Mittweida unterstützen. Die Ausbildung junger Menschen in der ganzen Bandbreite der Medien ist in der Tat sehr wichtig. Und als zweites dafür zu sorgen, dass die wunderbare, vielschichtige Kabellandschaft, die wir in Sachsen haben, erhalten bleibt. Dafür werden wir uns zum Beispiel auf Bundesebene um einen Kabelgroschen für kleine Kabelbetreiber bemühen. Aber dies wird sicherlich noch eine Weile dauern.

Sie haben in letzter Zeit die Kommerzialisierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks kritisiert. Haben die Öffentlich-Rechtlichen Ihrer Meinung nach ihre Funktion als objektiver und glaubwürdiger Informationsanker der Gesellschaft verloren?

Ich glaube nicht, dass die Öffentlich-Rechtlichen ihre Kompetenz und das Vertrauen der Rezipienten eingebüßt haben. Vertrauen muss man sich jeden Tag neu erwerben und das bedeutet, dass man auch eine neue Qualität halten muss und dass in gewisse Kernkompetenzen investiert wird. Nehmen sie die britische Hochzeit. Diese wurde auf vier deutschen Kanälen als dasselbe Ereignis mit identischen Bildern übertragen. Da kann man sich als Zuschauer fragen, was das soll. Da denke ich, muss noch viel passieren, damit auch das Bewusstsein in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten tatsächlich vorhanden ist, zu sagen, wir sparen an dieser Stelle lieber etwas mehr Geld an, um es anderswo einzusetzen. Und das ist Aufgabe der Politik, das anders zu definieren.

Inwiefern können und werden Sie dort dann auch direkt eingreifen?

Die Politik muss für den Gebührenzahler aufstehen um zu sagen, dass öffentliche Rundfunkanstalten bestimmte Aufgaben haben. Wir möchten eben nicht, dass doppelt über ein Ereignis berichtet wird und damit Geld eingesetzt wird, was womöglich anderweitig hätte verwendet werden können. Das ist die Aufgabe der Politik und der Arbeitsgruppe Beitragsstabilität, damit mit einer modernen Medienordnung öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten ihre Kernkompetenzen weiter wahren können und das Vertrauen der Zuschauer nicht verlieren.

Halten Sie es für möglich, dass im Bereich Medien Arbeitsplätze abgeschafft werden?

Im Gegenteil. Die Mediennutzung wird ja immer intensiver. Nach Zeitung, Radio und Fernsehen haben wir jetzt das Internet, haben wir Blogs. Und die Wege und Mittel zur Kommunikation werden ja noch erweitert. Der Medienbereich ist ein Boom-Bereich, was Arbeitsplätze betrifft. Insofern mache ich mir da überhaupt keine Sorgen.

Bereits 2006 hieß es bei der CDU, dass die Erfüllung des Grundversorgungsauftrages mit den Schwerpunkten Bildung, Information, Unterhaltung und Kunst wieder stärker in den Fokus gerückt werden soll. Hat sich das inzwischen schon verbessert?

Ich denke, dass immer noch der Kampf stattfindet zwischen Öffentlichen-Rechtlichen und Privaten. Und auch zwischen den Öffentlich-Rechtlichen selbst. Da gibt es Koordinierungs- und Beschränkungsbedarf, wenn man sich zum Beispiel anschaut, für welche Traumgagen Fernsehstars die Sender wechseln. ARD und ZDF sind keine Konkurrenten, es sind Geschwister. Natürlich haben die Öffentlich-Rechtlichen das Recht, auf eine Quote zu achten und damit beginnt der Wettbewerb mit den Privaten. Und das muss genauer definiert werden. Der Anspruch der öffentlich-rechtlichen Sender muss sein, dass die Formate qualitativ hochwertig sind, aber ebenso unterhalten um eine entsprechende Quote zu erreichen. Dass die Privaten teilweise mit Shows höhere Einschaltquoten haben, müssen wir akzeptieren. Aber ich denke, dass die Qualität, wie zum Beispiel „Wetten, dass…?“ sie hat, bei Superstar-Shows der Privaten nicht erreicht werden kann.

Wie kann der öffentlich-rechtliche Rundfunk sich in Zukunft verbessern?
Die Elemente Kultur, Unterhaltung und die Nachrichten sind die Kernkompetenzen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Diese müssen die Öffentlich-Rechtlichen weiterhin bedienen, denn das ist die Aufgabe der Grundversorgung. Des weiteren müssen sie das gesamte Spektrum abdecken, was im alltäglichen Leben von einem Fernsehprogramm erwartet wird, ohne dabei den Geldbeutel des Gebührenzahlers zu sehr zu strapazieren.

Mitarbeit: Stefanie Walter

Netz-Diskussionen statt „In aller Freundschaft“

Die Online-Diskussionsrunden fanden zum Großteil am Dienstag statt. Eine Veranstaltung hatte die Wirkung von Internetwerbung auf die User thematisiert. Das Ergebnis: Onlinewerbung ist langfristig wirkungsvoll. Trotzdem wird es laut Daniel Haberfeld, Director Research bei SevenOne Media, weiterhin den klassischen Fernsehwerbespot geben. Dagegen erwartet Klaus Nadler, Direktor Operations Interactive IP Deutschland, eine stärkere Vernetzung und medienübergreifende Werbung.

Auch über Internetfreiheit haben die Experten in einer Podiumsdiskussion gesprochen. Schon bei der Frage, inwiefern jeder Internetnutzer diese wirklich besitzt und ob sie von staatlicher Seite geschützt werden sollte, waren sich die Fachleute nicht einig. Auch inwieweit der Staat seine Gesetze dafür umändern muss, blieb unklar. Albrecht Steinhäuser, Vorsitzender der Medienanstalt Sachsen-Anhalts, forderte mehr Aufklärungsarbeit für den Umgang mit Online-Communities. Diese hätten, so die einhellige Meinung, keinen Einfluss auf etwaige Datenverluste. Die Risiken bei einer Datenpreisgabe seien vielen Jugendliche immer noch nicht bewusst.

Junge Besucher fallen positiv auf

Die Referenten hatten aber nicht nur mit ihren Kollegen einen Dialog geführt. Das Durchschnittsalter bei der Veranstaltung war vergleichsweise niedrig, was von Seiten der Referenten durchaus für Lob sorgte. „Am Publikum ist mir aufgefallen, dass sehr viele junge Leute darin sitzen. Ich finde das sehr interessant an einem Kongress, weil man sonst immer nur dieselben bekannten Gesichter sieht“, sagte Haberfeld im Gespräch mit medienMITTWEIDA. Dieses Interesse von den jungen Besuchern schaffe auch ein positives Bild von der Messe an sich. Auch Sandra Hoferichter, Mitglied des Medienstadt Leipzig e.V., schwärmte gegenüber medienMITTWEIDA von den jüngeren Teilnehmern: „Das aus dem Publikum Fragen kommen, halte ich für eine gute, dynamische Eigenschaft des Medientreffpunkt Mitteldeutschland.“

Der Medientreffpunkt Mitteldeutschland fand vom 2. bis zum 4. Mai in der Media City Leipzig statt. Bei den Vorträgen waren neben Bekanntheiten aus den Medien auch Politiker und Hochschulprofessoren an den Gesprächsrunden beteiligt.

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Howgh – sie haben gesprochen!

Am 3. Mai 2011 hat das Hochschulprojekt „Karl May – gefangene Visionen“ sein Ende gefunden. Vom 14. März an lasen über 1.500 Personen, darunter Schauspieler, Schriftsteller, Prominente sowie Bürger der Stadt Mittweida, rund um die Uhr das Gesamtwerk Karl Mays. Der letzte Leser war Winfried Bürzle, ein Reporter vom Radiosender „Bayern 1″, der sich als Karl May verkleidet hatte. Anschließend wurde er nach Waldheim abgeführt, wo Karl May nach seiner Verurteilung seine Haftzeit verbrachte.

Die Schirmherrin liest

Die aus Film und Fernsehen bekannte Schauspielerin Suzanne von Borsody war nach eigener Aussage schon in ihrer Jugend von Karl Mays Büchern fasziniert. Deswegen ließ es sich die Künstlerin nicht nehmen, sich als Schirmherrin für den Lesemarathon zur Verfügung zu stellen. Mit einem Lesevortrag am letzten Tag unterstützte sie das Projekt aktiv.

Um die Rekordlesung in geselliger Runde ausklingen zu lassen, versammelten sich die Teammitglieder gemeinsam mit den Referenten im Saal des Rathauses in Mittweida. Der Initiator des Weltrekords, Prof. Dr. Ludwig Hilmer, bedankte sich in seiner Rede bei jedem am Projekt beteiligten Studenten namentlich. Die Producer, Stefanie Walter und Marc Simon, verkündeten zum Schluss eine Überraschung. Jeder, der an der längsten Lesung der Welt teilgenommen hat, wurde namentlich auf einer Karte erwähnt, die im kommenden Jahr ins Weltall geflogen wird.

Plötzlich wird der Bildschirm schwarz

Gerade einmal neun Prozent der insgesamt noch rund drei Millionen Kunden kennen den genauen Termin ihrer analogen TV-Versorgung per Satellit. 43 Prozent des Fernsehpublikums sind unwissend oder haben nur vage Vorstellungen darüber, wann die Analogabschaltung stattfinden wird. Immerhin 46 Prozent der Befragten in den 6.000 untersuchten Haushalten haben schon einmal von der geplanten Abschaltung zum 1. Mai 2012 gehört. Grundsätzlich ist die Unwissenheit eigentlich auch unproblematisch, zumindest für Haushalte mit digitalem Fernsehempfang. Für diese wird sich die analoge Abschaltung völlig unmerklich vollziehen.

Informationskampagne läuft gegenwärtig

Die geschätzten 2,6 Millionen uninformierten Haushalte mit Analogempfang sollen gegenwärtig mittels einer Fernsehkampagne aufgeklärt werden. Besonders die öffentlich-rechtlichen Sender bemühen sich, das Informationsdefizit zu beseitigen. Im Mitteldeutschen Rundfunk erklärt Peter Escher dem Fernsehpublikum, dass es noch nicht zu spät sei und rät zum frühzeitigen digitalen Umstieg. Nicht nur die dritten Programme, auch ARD und ZDF haben Infospots geschaltet. Darüber hinaus informieren private wie öffentlich-rechtliche Programme ihre Zuschauer über den eigenen Videotext.

Auch die Satellitenbetreiber informieren

Wolfgang Elsäßer, Geschäftsführer der Firma ASTRA Deutschland, spricht im Zusammenhang mit der endgültigen Abschaltung des analogen Fernsehens über Satellit von einer enormen Herausforderung. Durchschnittlich müssten in dem verbleibenden Jahr werktäglich rund 9.000 analoge SAT-Haushalte auf digitalen Empfang umstellen. Er könne nur jedem Betroffenen empfehlen, rechtzeitig die erforderliche Technik anzuschaffen. Der Umstieg sei in den meisten Fällen sehr einfach und lohnenswert.

Für den reinen TV-Empfang über Satellit werden auch in Zukunft keine Kosten erhoben. Somit bietet sich dem kostenbewussten Fernsehpublikum eine weitere Alternative zum Kabelfernsehen. Mit einfachen Mitteln können analoge SAT-Anlagen umgerüstet werden. In den meisten Fällen genügt die Beschaffung eines digitalen Empfangsgerätes. Diese Geräte sind ab etwa 40 Euro im Fachhandel erhältlich. Die Empfangsantenne, umgangssprachlich auch Satellitenschüssel genannt, kann in den meisten Fällen weiter genutzt werden. Nur ältere Modelle müssen ausgetauscht werden, da das Empfangsteil in der Schüssel, das sogenannte LNB (Low Noise Block Converter/Rauscharmer Signalumsetzer), bestimmte Frequenzbereiche nicht verarbeiten kann. Für diese Fälle wäre ebenfalls ein Austausch der Empfangseinrichtung erforderlich.

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