„In my whole life I’ve never felt so free“

The Blaze: Dancehall

von | 2. Juni 2019

The Blaze – das Pariser Duo schafft Musikmomente zwischen Illusion und Authentizität. Foto: The Blaze – Bruno Grosso  (Pressematerial)

Unkonventionell. Gefühlsecht. „Fucking Real“: Genau so lässt sich das Pariser Producer-Duo „The Blaze“ wahrscheinlich am besten beschreiben. Seit Release ihrer ersten EP Territory 2016 begeistert ihre Musik Millionen von Menschen und erschafft Gänsehaut auf höchstem Niveau. Nun folgte im September 2018 endlich ihr erstes Album Dancehall.

Zehn Tracks, 38 Minuten, zehn mal mehr Gefühl als sonst. „Dancehall“ ist dafür gemacht, die Augen zu schließen, Nostalgie zuzulassen und einfach für einen kurzen Moment zu vergessen, wo man gerade ist. Das Duo hat ein Album erschaffen, das Stereotypen bricht und eine neue Dimension des Elektro-French-House einleitet.

„Wir wollten mit dem Album ein spezielles Gefühl transportieren, das wir ‚Good Nostalgia‘ nennen. Unser Ziel war: Egal in welcher Situation du gerade bist, wenn du unsere Musik hörst, bekommst du dieses schön nostalgische Gefühl“, so The Blaze im PULS Interview.

Und genau das haben die beiden geschafft: Eine in der Luft hängende Melancholie zu erzeugen, bei der man nicht mehr weiß, ob man jetzt lachen, weinen oder tanzen soll. Im Vordergrund stehen hier die Emotionen – ganz egal welche.

Gefühlsecht, authentisch. Die Musikvideos von The Blaze gehen unter die Haut und sprechen auf unkonventionelle Weise Emotionen an. Video: YouTube/The Blaze- Heaven

„Wir sind immer bemüht,
die Jugend in unseren Musikvideos hervorzuheben.
Die Art und Weise, wie sie mit ihren Freunden und ihrer Familie interagieren,
wie sie Momente teilen,
diese Freiheit.“

Guillaume Aric (The Blaze)
Quelle: Radio Lohro (übersetzt)

Stampfende Bässe und minimalistische Melodien versetzen den Hörer in einen tranceartigen Zustand und machen Lust auf mehr. Das Markenzeichen von The Blaze ist hier ganz klar: die tief gepitchte Männerstimme, bei der man nicht mehr genau weiß, wer der beiden denn gerade singt. Schon bei vorher veröffentlichten EPs wie Territory oder Virile hat das Duo gekonnt Elemente aus French-House und Elektro vereint. Wenn man genau hinhört, erinnern die Songs mit ihren Bässen und House Elementen an frühere Werke á la Kalkbrenner oder Moderat. Doch es lässt sich nicht bestreiten: The Blaze bleiben immer noch The Blaze und sie setzen mit ihrer Authentizität ein musikalisches Statement.

The Blaze im Portrait

The Blaze ist ein französisches Producer-Duo, bestehend aus den beiden Cousins Guillaume und Jonathan Alric. Seit 2016 veröffentlichen die beiden gemeinsam Musik und erlangten mit ihrer Debut-EP Territory erste große Aufmerksamkeit. Nun folgte im September 2018 ihr erstes Album Dancehall. Tracks aus dem Album haben die beiden bereits auf Festivals wie dem Coachella, Melt! sowie auf dem Dockville gespielt und sich somit Fanbases auf der ganzen Welt aufgebaut. Doch die beiden sind nicht nur für ihre French-House, Elektro-Pop Tracks bekannt, sondern auch für ihre selbstgedrehten sowie -inszenierten Musikvideos. Klickzahlen im zweistelligen Millionenbereich bestätigen die Einzigartigkeit und Qualität ihrer Videos.

„It’s better if you weren’t welcome. Get out of my dream“ – Rise (The Blaze)

In Songs wie Rise oder Queens thematisiert das Duo unerwiderte Liebe und Vergänglichkeit auf die wohl authentischste Art und Weise. Im Interview mit Musikexpress sprachen die beiden darüber, echte Emotionen in ihren Songs anzusprechen und somit Klischees zu brechen. Die Lyrics der unterschiedlichen Songs variieren hierbei: Tracks mit nur vier bis fünf unterschiedlichen Songlines und etwaigen Wiederholungen treffen auf die „klassische Songstruktur“ mit Refrain. Dancehall haben wir das Album genannt, weil wir damit den Raum zeigen wollten, in dem sich Leute treffen um gemeinsam zu tanzen. Das Hochhaus auf dem Cover haben wir gewählt, weil man sich in Frankreich – und vielleicht auch in anderen Ländern – im ersten Stock zum Tanzen trifft“, erläutern The Blaze im PULS-Interview.

Das Album aktiviert nicht nur eine nostalgische Grundstimmung, sondern genauso gut die Lust auf’s Tanzen – egal, ob mit Freunden im ersten Stock oder allein in der eigenen Comfort-Zone: Ihre Musik regt die Sinne an und sei laut PULS bewusst dafür konzipiert, beim Hörer etwas auszulösen. PULS weiter: „The Blaze passen sich nicht an den Mainstream an, sind aber trotzdem massentauglich.“

Die Tatsache, dass die beiden Producer Guillaume und Jonathan Alric Cousins sind, ist ein weiteres Element, das vielleicht erklärt, warum die beiden und ihre Arbeit so gut miteinander harmonieren. Ihre gemeinsamen Produktionen begannen, laut Radio Lohro,  als Jonathan – der zu der Zeit Film in Brüssel studierte – Guillaume um Hilfe für den Soundtrack eines Musikvideos bat. Seither produziert das Duo nicht nur Musik, sondern begeistert ebenfalls auf der visuellen Ebene.

„The French Duo making music videos as good as movies“ – Musikmagazin The FADER

Die Musikvideos der beiden Cousins gelten als cineastische Meisterwerke – und das zurecht. Zu den EPs Territory, Virile und Queens schufen die beiden Cousins Musikvideos für die Ewigkeit. Sie brachten ihnen internationale Bekanntheit und Preise auf Filmfestivals in Cannes, Berlin und Großbritannien ein. Die beiden erschaffen eine nahezu perfekte Symbiose zwischen Musik und Bild, die es so bisher kaum gegeben hat. Ohne unnötige Ausschmückungen unterstützt das eine Medium das andere, ohne aufeinander angewiesen zu sein.

Tracklist: Dancehall

  1. Opening
  2. Heaven
  3. She
  4. Places
  5. Rise
  6. Runaway
  7. Breath
  8. Queens
  9. Faces
  10. Mount

Text: Hayam El Hachoumi, Titelbild: The Blaze – Bruno Grosso (Pressematerial)